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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel





Inhalt dieser Seite:

  1. Grundausstattung für Einsteiger (11.09.2000)
  2. Start mit Anspruch (30.12.2006)
  3. Mosterei für einen Bauernhof (04.12.2008)
  4. Anleitung für Saft herstellen (17.11.2010)
  5. Erstausstattung für den Hausgarten mit 5 Apfelbäumen (27.06.2012)
  6. Leistung der Rink-Hausmosterei Super (31.01.2014)
  7. Hausmosterei vermieten (19.02.2014)
  8. Mobile Kleinanlage erst nach Eigenerprobung vermieten (20.02.2014)
  9. Erfahrungsbericht “Mobile Hausmosterei” (12.09.2014)



Grundausstattung für Einsteiger


Frage

Ich würde gern aus den Äpfeln aus unserem Garten Apfelsaft für den Winter herstellen. Was brauche ich dazu alles?

Zuerst müssen die Äpfel mit einer Obstmühle zerkleinert werden. Aus den geschredderten Äpfeln wird dann mit einer Obstpresse der Saft gewonnen - kommt man eigentlich auch ohne die Obstmühle aus und was sind die Nachteile dabei?

Wie geht es dann weiter? Am besten wäre es, den Saft in Flaschen lagern zu können. Brauche ich dazu eine spezielle Vorrichtung zum Verschließen der Flaschen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 11.09.2000

Würde ich die Äpfel unzerkleinert in die Presse geben, würde die Saftausbeute wahrscheinlich 10 % betragen. Mit dem Mahlen des Obstes wird das Zellgewebe zerstört, sodass von hier aus schon ein freier Saftablauf erfolgt.

Durch die Pressung wird nur in der Form nachgeholfen, dass der auf den Fruchtstückchen freiliegende Saft ausgetrieben wird. Es kommt also darauf an, wie klein gerieben, gehackt, zerrissen oder gestampft, die abzupressende Maische ist. Es darf aber kein Mus sein. Mus oder auch überreifes Obst (weiche Birnen) würde einen zähen Klumpen bilden, der nicht abpressbar ist. Die Maische muss immer noch so grob sein, damit über die inneren Drainagewege der Saft abtransportiert werden kann.


Zur Saftbereitung werden benötigt:

1. Obstmühle

2. Obstpresse

3. 2 Kochtöpfe zur Safterhitzung

4. Flaschen mit Drehverschluss, z.B.Selterflaschen oder andere Einwegflaschen.

Wenn Sie da auf die Schnelle nicht rankommen, kaufen Sie von Ihrem Getränkehändler kistenweise Leergut zurück. Am besten Selterflaschen, weil die sich leichter reinigen lassen. Haben Sie bloß keine Hemmungen, ich fing auch mal so an.

Falls die Gewindekappen abgenutzt sind, müssen neue verwendet werden. Wir bieten passende Kappen aus Kunststoff für die Heissabfüllung an. Beutel mit 100 Stück kosten 15,60 DM für Selbstabholer.


Die Gerätevarianten und Verfahren zu 1. bis 3. haben wir auf www.hobbymosterei.de dargestellt. Sie finden dort für Ihr Anliegen alle Auskünfte. Insbesondere die Seiten:

Obstqualität

Produktinfo Saft

Obstpressen auf www.mostpresse.de

Obstmühlen auf www.mostpresse.de

Anleitung mahlen

Anleitung pressen

Anleitung Abfülleinrichtung


Wenn Sie die o.a. Seiten inhaltlich nachvollzogen haben, sind Sie in der Lage, qualitativ hochwertigen Saft zu produzieren.


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Start mit Anspruch


Frage

Haben Sie vielleicht ausführliche neue Lektüre, ergänzend zu Ihrer Internetseite über die bestmögliche Apfelsaftherstellung im privaten Bereich für trotzdem immerhin 2000 Liter pro Jahr für meine relativ große Familie und deren Verwandtschaft. Was sollte man sich anschaffen und wie pasteurisiert man richtig. Wir wollen naturtrüben und klaren Saft herstellen, je nach Belieben.

Können Sie uns eine Empfehlung geben der dafür notwendigen Geräte (Mühle, Hydropresse, usw)

Die verschiedenen zu pressenden Apfelsorten reifen zu unterschiedlichsten Zeiten, von September bis November.


Antwort von Wilfried Marquardt am 30.12.2006

Mit meinen Ausführungen im Bericht "Umstellung auf Hydropressen", zu finden am Ende der Seite "Pressentest", sollten Sie in der Lage sein, sich grundsätzlich entscheiden zu können. Wenn Sie sich alle meine Berichte verinnerlichen, erkennen Sie auch unterschiedliche Problemstellungen, die Typ bedingt zu lösen sind.


Was verstehen Sie unter "bestmöglicher Apfelsaftherstellung? Meinen Sie damit beste Saftqualität oder schnelle Saftproduktion?

Oder schwanken Sie zwischen rein manueller und halbautomatischer Obstverarbeitung?

Sie müssen Position beziehen.


Welche Voraussetzungen bringen Sie und Ihre Großfamilie mit und was sind sie alle bereit, einzusetzen? (Grundstück, Raumangebot, finanzielle Mittel, körperliche Kraft, Zeit, Ausdauer, handwerkliches Geschick, Organisation und Weiterentwicklung, und so weiter)


Weiterführende Berichte habe ich nicht verfasst. Mir sind auch keine Berichte anderer Autoren bekannt, die sich mit den Varianten der Saftherstellung im Privat- oder Vereinsbereich auseinander setzen. Bedauerlich ist auch, dass sich die Hersteller von Obstverarbeitungsmaschinen diesem Thema nicht widmen und den Käufer bzw. Kunden regelrecht im Regen stehen lassen.


In den letzten beiden Jahren habe ich unsere Hydropressen gegen eine hydraulische Korbpresse mit 150 Liter Korbinhalt getauscht. Der österreichische Hersteller beklagte in einem Telefonat mit mir, dass die Presse wenig gekauft wird und er den Typ nicht mehr herstellen wollte.

Nachdem ich die Presse hier hatte, wusste ich auch, warum sie wenig gefragt ist. Der Hersteller hatte die Presse nach theoretischen Annahmen gefertigt, die sich in der Praxis als zeitaufwändig, Kräfte zehrend und im  Produktionsbetrieb unwirtschaftlich zeigten.

Mit geringen Veränderungen und Ergänzungen habe ich daraus eine einfach zu bedienende, schnelle und wirtschaftlich arbeitende hydraulische Korbpresse gemacht. Hierüber werde ich demnächst einen Bericht fertigen und veröffentlichen. Vielleicht wäre solche Presse auch was für Sie.


Bei Ihren 2000 Liter in der Saison kommen Sie auch mit 2 Hydropressen von jeweils 90 Liter aus. Reicht das nicht oder wollen Sie die Presszeit verkürzen, stellen Sie eine dritte dazu.


Als Mühle ist der Musermax genau richtig.

Das Thema Safterhitzung ist zu komplex, um Ihnen Vorschläge zu unterbreiten.

In welche Behälterart soll abgefüllt werden? Flasche, Bag in Box, Saftfass  oder Druckfass?

Welche Energieart wollen Sie einsetzen? Vorhandene Warmwasserheizung, Propangas oder Strom?

Was sind Sie bereit, hierfür zu investieren?

Wenn bei Ihnen noch nichts vorhanden ist und Sie wenig investieren wollen, setzen Sie 3 Kochstar ein und füllen mit dem Enolmatic ab. Das ist ein Kompromiss zwischen Anschaffungspreis, Komfort und Saftqualität.

Zur Herstellung von klaren Saft setzen Sie einen Schichtenfilter ein. Bis 100 Liter im Stück z.B. den Rundfilter 22. Der genügt für den Anfang und strapaziert Ihren Geldbeutel nicht übermäßig.

Irgendwann werden Sie erkennen, dass klarer Saft minderwertig und teuer ist und das dann sein lassen.


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Mosterei für einen Bauernhof


Frage

Wir haben einen kleinen Bauernhof südlich in Norwegen, bei Kristiansand. Wir haben dieses Jahr viele Äpfel und wollten gern unseren eigenen Most machen. Bei unserer Suche für Mostereigeräte haben wir Ihre Seite gefunden. Wir suchen eine komplette Mosterei mit Presse und Mühle. Könnten Sie uns vielleicht ein Angebot unterbreiten mit Preisen und Versandkosten? Wir könnten natürlich auch nach Reinbek fahren. Ist es weit von Hamburg?


Antwort von Wilfried Marquardt am 04.10.2008

Ihre Beschreibung genügt nicht, um Ihnen bestimmte Verarbeitungsgeräte anzubieten. Wie viele Äpfel wollen Sie in der Saison verarbeiten? 500 Kg, 1.000 Kg oder vielleicht 5.000 Kg?

Von der Gewichtsmenge hängt die Art und Größe der Geräte und Maschinen ab. Hiervon unabhängig geben wir unseren Betriebszweig für Kellereibedarf nach und nach aus Altersgründen auf. Neuanschaffungen für den Verkauf von Maschinen und sperrigen Behältnissen nehmen wir nicht mehr vor. Den Mostereibetrieb wollen wir noch einige Jahre fortsetzen, jedoch mit erheblich reduzierter Leistung.


Ich schlage Ihnen vor, dass Sie sich unsere Berichte (PDF-Dateien) auf der Seite Pressentest ganz unten, auf unserer Homepage durchlesen oder besser - übersetzen lassen. Ich habe dort diverse Pressen und das drum herum anschaulich dargestellt. Danach können Sie Ihre Grundauswahl treffen und gezielt die für Sie zutreffenden Geräte/Maschinen anschaffen.


Reinbek ist von Hamburg 20 km in östlicher Richtung entfernt. Wenn Sie wollen, können Sie sich unseren Mostereibetrieb gerne ansehen. Dann wissen Sie wenigstens, was alles dazu gehört und können abwägen, in welchem Umfang Sie noch Anschaffungen vornehmen müssen oder was Sie vielleicht aus dem Bestand oder von Bekannten einbringen können.


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Anleitung für Saft herstellen


Frage

Ich spiele mit dem Gedanken etwas Hobbymosterei zu spielen.

Was benötige ich für eine Presse?

Worin füll ich am besten den Saft ab?

Ich dachte pro Herstellung an eine Größenordnung von einem Einkocher, da ich ja den Saft auch abkochen muss.


Antwort von Wilfried Marquardt am 17.11.2010

Wenn Sie sich mit der Apfelsaftherstellung für den Eigenbedarf vertraut machen wollen, greifen Sie bitte auf die bereits vorhandenen Beiträge im Internet zurück. Geben Sie in Ihrer Suchmaschine den Begriff "Saft herstellen" oder "Saftherstellung" ein. Darauf erhalten Sie eine Vielzahl von guten und auch nachvollziehbaren Anleitungen einschließlich der notwendigen Anschaffungen.


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Erstausstattung für den Hausgarten mit 5 Apfelbäumen


Frage

Ich möchte erstmalig aus den Äpfeln meiner 5 Bäume, verschiedene Sorten, Saft herstellen. Das Abliefern des Obstes in Mostereien der Umgebung war in letzter Zeit sehr enttäuschend.


Bei gerade mal 5 großen, älteren Bäumen mit meist recht guter Ernte - wäre ich da mit der beschriebenen Handmühle mit 12 Liter Trichter und der 19 Liter Korbpresse gut beraten, oder mahle und presse ich mir da schon die Hände wund? Welche Einsteigertechnik schlagen Sie vor?


Dass gelegentlich Nachbarn kommen und Ihre Äpfel von mir verarbeitet haben wollen, droht meines Erachtens nach nicht. Sollte es dann doch mal so kommen, kann ich ja ausgehend der Erstausstattung weiter aufrüsten.


Antwort von Wilfried Marquardt am 27.06.2012

Die kleine Hausmosterei mit Handmühle und 19 Liter Korbpresse ist für Kleinmengenverarbeitung oder Vorführaktionen (Schaupressen) geeignet. Von einer Person können mit dieser Verarbeitungskombination an einem Tag etwa 100 Kg Äpfel zu Saft verarbeitet werden. Wer sich danach noch frisch genug fühlt, schafft es auch noch am selben Tag, die 55 Liter Apfelsaft in Flaschen abzufüllen. Für die komplette Verarbeitung „vom Apfel in die Flasche“ einschl. Reinigung, können für 100 Kg Äpfel also 14 Stunden veranschlagt werden.


Wenn Ihnen für die Verarbeitung Ihrer 5 Bäume nur das Wochenende zur Verfügung steht und jeder Baum mit seiner Sorte um eine Woche versetzt verarbeitungsreif ist, sind Sie an 5 Wochen im Herbst voll mit der Obstverarbeitung ausgelastet. Bei meiner Beurteilung gehe ich davon aus, dass jeder Ihrer 5 Bäume im Mittel 200 Kg Äpfel trägt. Wenn diese Gesamtmenge von 1 to Obst sich jedoch nur auf 2 Wochenenden verteilt, sind Sie mit der kleinen Hausmosterei zeitlich und auch kräftemäßig überfordert.


Wer schon mal 100 kg Äpfel alleine mit der Handmühle in einem Stück gemahlen hat, möchte wegen Muskelkater vorerst nicht mehr an dem Gerät drehen.


In Ihrem Fall sind Sie mit der Anschaffung einer elektrisch betriebenen Schneidemühle und 40 Liter Hydropresse wesentlich besser bedient. Mit dieser Verarbeitungskombination kann nicht nur zügiger und kräfteschonender gearbeitet werden, sondern die Saftausbeute liegt auch noch bei 70 % des Obstgewichtes. Wer sich noch den Druckminderer in den Wasserzulauf der Hydropresse montiert, arbeitet mit einer komfortablen halbautomatischen Obstverarbeitungsanlage.


Nachfolgend die Wirtschaftlichkeitsberechnung:

Der Preisunterschied bei den Gerätekosten

Variante 1 mit „Handmühle und 19 Liter Korbpresse“ für 457 Euro und

Variante 2 „Schneidemühle und 40 Liter Hydropresse“ für 1.274 Euro, beträgt 817 Euro.


Aus Ihrer jährlichen Erntemenge von 1.000 Kg Äpfel werden mit „Handmühle und Korbpresse“ 550 Liter Saft erzeugt und mit „Schneidemühle und 40 Liter Hydropresse“ 700 Liter Saft. Die Differenz beträgt jährlich 150 Liter.


Für die Kostenberechnung lege ich unseren Rohsaftpreis von 1,55 €/Liter zugrunde.  Daraus  ergibt sich ein jährlicher Mehrbetrag von 232,50 Euro durch Verwendung der Variante 2 gegenüber der Variante 1.


Die Mehrausgaben von 817 Euro bei der Beschaffung für die Variante 2 haben sich durch die höhere Saftausbeute mit einem Mehrbetrag von 232,50 Euro nach 4 Jahren amortisiert (817 : 232,5 = 3,51).


Das sind natürlich alles theoretische Annahmen, die für Sie sicherlich nicht praxisnah sind, weil Sie Ihren Rohsaft nicht verkaufen wollen, sondern selbst in der Familie verbrauchen werden. Auch mein Rechenansatz für die jährliche Obstmenge von 1.000 Kg ist zweifelhaft. Richtiger ist wohl, dass die Erntemenge mal 400 Kg und in anderen Jahren sogar bis 1.600 Kg betragen kann. Dennoch hilft die Berechnung, sich für die eine oder andere Variante leichter zu entscheiden.


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Leistung der Rink-Hausmosterei Super

Frage
Ich bin gerade dabei für mich und den näheren Verwandtschafts- und Freundeskreis eine Saftpresse und entsprechendes Zubehör anzuschaffen. Es ist gedacht, dass mit dem System etwa 300-400kg Äpfel bzw. 200-300 Liter an einem halben Tag (ca. 5 Stunden| 7:00 - 12:00 Uhr) gepresst und abgefüllt werden können. Hauptsächlich zur Verarbeitung von Äpfeln - hier und da mit Birne oder Karotte erweitert - manchmal auch Quitte. Es ist gedacht, das das System so zusammengestellt ist, dass es noch in ein Auto passt, damit es auch von der Verwandtschaft transportiert werden kann.


In die nähere Auswahl ist letztlich für uns die Hausmosterei TP40 der Firma Rink in die nähere Auswahl gekommen. Die Packpresse ist mit einer Stundenleistung von ca. 90-100 Liter beschrieben und macht im ganzen einen guten Eindruck.
Zur Herstellung der Maische würde eine Schabermühle zum Einsatz kommen.
http://www.rink-gmbh.de/obstverarbeitung/hausmosterei/146-hausmosterei-super.html . Das Gestell würde entsprechend angepasst werden, dass es auch steck- oder klappbar ist um es besser zu transportieren.
Alternativ gäbe es die Presse auch noch als Korbpresse, die zwar etwas leichter zu bedienen und befüllen ist, aber die Ausbeute doch geringer. In diesem Punkt bin ich noch etwas am schwanken, da sicherlich ein Teil der Verwanten / Freunde anfangs mit der Korbpresse besser zurechtkommen würden - aber mit etwas Übung sollte die Packpresse schon auch funktionieren. Ich möchte ungern wegen der "Bequemlichkeit" die Saftausbeute reduzieren.

Was würden Sie mir da aus Ihrer Erfahrung raus empfehlen?

Knackpunkt ist für mich momentan noch die Safterhitzung. Die erste Überlegung war, wie bei Ihnen auch beschrieben, über mehrere Einkochautomaten den Saft zu erhitzen. Allerdings sind hier die meisten Hausanschlüsse nicht entsprechend abgesichert, dass mit 2 - 3 Einkochautomaten der Saft auch gleichmäßig miterwärmt werden könnte.
Da wir noch einen Hockerkocher mit 10KW besitzen kam mir dann die Idee auf, den Saft in einem Topf auf den Hockerkocher vorzuerhitzen und dann in einem Einkochautomaten umzufüllen und bei erreichen der End-Temperatur abschließend in Bag's abzufüllen. Hier ist mir allerdings die Tage der Einkochautomat kaputt gegangen und so kam mir die Überlegung nicht gleich einen größeren Topf mit Ablaufhahn
http://www.gastronomieshop.eu/catalogsearch/result/?cat=0&q=cto-2112%2F450 zu beschaffen und direkt über diesen abzufüllen. Hier wäre vielleicht nur noch ein gewisser Windschutz oder Wärmepuffer am Topf sinnvoll, dass die Hitze des Hockerkochers auch kontinuierlich am Topf ankommt.


Vorteil wäre, dass ich mit einem entsprechenden zusätzlichen Untergestell der Hockerkocher und Abfüllwaage in einer "Abfüll-Einheit" zusammengestellt wäre und einen ergonomisch schlüssiger Ablauf sicherstellen könnte. Ohne viel "Nippes" eine klares System zum Abfüllen. Allerdings wäre der Hockerkocher mit den 10KW Leistung rein rechnersich schon an der Grenze, die angestrebte Saftmenge zu erhitzen - bzw. sind Wärmeverluste durch die Umgebung nicht eingerechnet.
Bei der Variante mit zusätzlichen Einkochautomat wäre der Vorteil, dass das Abfüllen etwas kontinuierlicher Ablaufen lassen würde, da schon immer vorgewärmerter Saft in den Einkochautomaten kommt und der Hockerkocher mit der stärkeren Leistung der ersten großen "Weg" der Erhitzung übernehmen würde. Hier müsste man dann allerdings immer den heißen Topf umleeren, was sicherlich auch nicht immer ganz einfach sein könnte und man sich durchaus auch mal am heißen Topf brennen könnte.
Haben Sie damit schon Erfahrungen gemacht? Oder was könnten Sie mir empfehlen?

Antwort von Wilfried Marquardt am 31.01.2014
Ihre Vorgabe zur Verarbeitung von 400 Kg Äpfeln mit der Rink „Hausmosterei-Super“ innerhalb 5 Stunden Betriebszeit ist durchaus zu schaffen, wenn hierbei 4 Erwachsene mitwirken. Dabei gehe ich davon aus, dass die Äpfel bereits geerntet zur Verfügung stehen und die Verarbeitung mit der Obstwäsche beginnt. Eine Person ist an der TP40 dauerhaft gebunden und müsste einen Pressentakt von 20 Minuten schaffen, um in der effektiv zur Verfügung stehenden Presszeit von 4 Stunden fertig zu werden. In der von Ihnen vorgegebenen „5 Stunden Betriebszeit“ ist natürlich auch die Endreinigung aller Maschinen und Geräte einschließlich Abräumen enthalten. Hierfür sind insgesamt etwa 3 Stunden einer Person einzukalkulieren.

Unter welchen Bedingungen Firma Rink die behauptete Leistung bis 150 Liter pro Stunde mit der „Hausmosterei Super“ erreichen will, konnte ich nirgends auf seiner Homepage finden. Dies bleibt wohl Betriebsgeheimnis von Herrn Rink.
Auch sind die Angaben zur Stundenleistung der TP40 im Verbund mit der elektrisch betriebenen Schabermühle auf den verschiedenen Seiten nicht identisch. Der von Ihnen gesetzte Link führt zur „Hausmosterei Super“, für die in der Seitenüberschrift eine Stundenleistung bis zu 150 Liter angegeben ist.

Auf einer anderen Seite mit den hydraulischen Packpressen

http://www.rink-gmbh.de/obstverarbeitung/pressen/21-hydraulische-tischpackpresse.html wird für die gleiche Anlageneinheit eine Saftleistung von 90 bis 110 Liter pro Stunde angegeben. In diesem Zusammenhang verinnerlichen Sie sich bitte meine Hinweise in den verschiedenen Berichten auf der Seite

http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/pressentest.html .

Für eine Packpresse mit 40er Platten und 6 Maischeschichten errechne ich aus eigenen Erhebungen eine maximale Saftleistung von 81 Liter pro Stunde. Das sind erheblich weniger Liter Saft, als die von Firma Rink angegebenen maximalen 110 Liter/Stunde oder gar die traumhafte Angabe von 150 Liter/Stunde am heutigen Besuchstag, den 31.01.2014. Zur Transparenz nachfolgend meine Berechnung mit den Grundlagen:



Anmerkung
Der Pressentakt könnte angehoben werden, wenn ein zweiter Satz Pressplatten mit Presstüchern verwendet wird und eine zweite Person den Tresterstapel abräumt und die Teile zur Wiederverwendung bereit legt. Noch effektiver kann die Packpresse mit 2 Personen genutzt werden, wenn mit einer 2. Bietwanne auf einer Schiebeeinrichtung (Doppelschiebebiet) gearbeitet wird. Während Person 1 den Pressstapel abpresst, räumt Person 2 den vorher ausgepressten Stapel ab und schichtet einen neuen Maischestapel auf. Danach wird im Wechsel der Personen die Arbeitsweise getauscht.
Siehe als Beispiel auch die Anordnung der Schiebebieten im beiliegenden Foto von einer Packpresse mit Pressrosten 50 x 50 cm und Maischestapeln 2 x 100 Liter.

Heißabfüllung in Bag-in-Box
Bei der 40er-Packpressen-Anlage mit Schabermühle kann mit 75 % Saftausbeute bei Äpfeln gerechnet werden. Daher sind 300 Liter Saft um 30 Minuten zeitversetzt ebenfalls in 4 Stunden abzufüllen, somit 75 Liter pro Stunde. Hierfür sind netto 7,5 Kw/h erforderlich. Ihr gasbetriebener Hockerkocher mit 10 Kw Wärmeleistung kann wegen der freien Verbrennung nur etwa die Hälfte seiner Leistung auf den 70 Liter Kartoffelkocher übertragen.

Wenn Sie den Kocher mit einer Verkleidung ähnlich einer Feldküche versehen, könnte die Übertragungsleistung maximal auf 70 % angehoben werden. Bei Ergänzung mit einem Kochstar mit einhalb Zoll Auslaufventil sollte die zeitgerechte Abfüllung in Bag-in-Box möglich sein. Je nach Vorerhitzung bleibt noch eine Wartezeit beim Kochstar, bis die endgültige Abfülltemperatur erreicht ist. Ansonsten lesen Sie noch meine Hinweise unter
http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/abfuelltechnik.html#ohneStrom ff.

Um den 70 Liter Kartoffelkochtopf unbeschadet und sinnvoll verwenden zu können, sollte der vorhandene halbzöllige Zapfhahn gegen ein dreiviertel Zoll Kugelventil an etwa 10 cm Hahnverlängerung getauscht werden. Wegen der Säure-Hitzebelastung sind Fiber-Dichtungen und die Metalle in Edelstahl zu wählen. Das manuelle Umfüllen erfolgt dann über einen 10 Liter VA-Eimer.
Die Gas betriebene Abfüllanlage darf wegen der offenen Verbrennung und fehlender Sicherheitseinrichtung nicht in Räumen genutzt werden, weil die Verpuffungsgefahr bei Fehlgasaustritt zu groß ist.

Ihre Entscheidung zur Packpresse
ist wegen der enorm höheren Saftausbeute gegenüber der Korbpresse mit gleichem Füllinhalt und sonst gleicher Presstechnik durchaus richtig. Wenn dann der Presskorb noch ohne Presseinlagen
http://www.mostpresse.de/Presseinlagen/presseinlagen.html
betrieben wird, ist mit 15 % geringerer Saftausbeute zum eingesetzten Obstgewicht zu rechnen.


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Hausmosterei vermieten


Frage
Nach Ihrer Antwort vom 31.01.2014 muss ich mich doch noch einmal bei Ihnen melden.
In den letzten Tagen / Wochen hat sich doch noch einmal einiges getan. Seit dem es sich etwas herum gesprochen hat, dass ich mir diese Presse gekauft habe und alles weitere dafür am zusammenstellen bin, wurde ich gleich gefragt, ob ich die "kleine Anlage" auch vermieten würde.

Für mich ist das jetzt so aus dem Stegreif ein schwieriges Feld. Zumal doch einige Fragen zu Hygienevorschriften und sicherlich auch eine Form der Selbstständigkeit ergeben.

Vielleicht könnten Sie mir etwas weiterhelfen, welche Rahmenbedingungen man erfüllen sollte, wenn man erst einmal nur die Presse und alles drum herum vermieten möchte. Einerseits ist wahrscheinlich das anmelden eines Kleingewerbes nötig - schwieriger stelle ich mir allerdings die Rahmenbedingungen vor, die seitens der Hygiene zu erfüllen sind. Da allerdings die Presse ja nur vermietet wird, stellt sich für mich dann schon die Frage, in wie weit man als Vermietender dafür mitverantwortlich ist.
Den Schritt weiter zu machen, selbst den Saft zu pressen, macht wahrscheinlich weniger Sinn. Zumal die Hygienischen Rahmenbedingungen dadurch noch umfangreicher werden würden.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir vielleicht eine Kontaktstelle nennen könnten bzw. aus Ihren Erfahrungen berichten könnten, wie umfangreich die Rahmenbedingungen dazu sind.


Antwort von Wilfried Marquardt am 19.02.2014
Bis 2006 hatten wir ebenfalls eine kleine Hausmosterei zur Ausleihe angeboten. Sie bestand aus der Spindelkorbpresse OP20 mit der Handmühle und einer Abfüllgarnitur für Flaschenabfüllung aus Kochtopf mit Elektrokochplatte und Flaschenhalter.
Die von Ihnen vermuteten Problemfelder waren bei uns kein Thema, sondern der zeitliche Aufwand mit Geräteabgabe und Unterweisung. Dann die Geräterücknahme mit Durchsicht auf Beschädigungen und die Reinigungskontrolle. Bei einem Viertel aller Rückgaben mussten wir bei der Reinigung nachbessern, was die Kunden natürlich für überzogen ansahen. Wenn klebrige Stellen und Tresterflocken erkennbar vorliegen, sind dies Nährstellen für Schimmelbildungen, die zwingend zu entfernen sind.

Bevor Sie Ihre Kellereimaschinen verleihen, sollten Sie diese mindestens in der ersten Verarbeitungssaison nur selber verwenden oder mindestens als Beteiligter mitwirken. Erst wenn Sie die möglichen menschlichen Schwachstellen im Umgang mit den verschiedenen Maschinen und Geräten kennen, können Sie danach den erforderlichen Aufwand für Zeit und Verschleiß beurteilen und kalkulieren.

Ansonsten sind Sie für die technische Sicherheit einschl. Unterweisung Ihrer Mietgegenstände verantwortlich. In diesem Sinne sind Bedienungsanleitungen zu allen Maschinen und Geräten mit auszuhändigen. Siehe z.B. unsere Anleitung über die Handmühle , die mitverliehen wurde.


Zu den hygienischen Anforderungen sind Ihre Sorgen unbegründet. Es sind die gleichen Anforderungen zu erfüllen, wie sie in jedem Haushalt und in Ihrer Mosterei auch zu erfüllen sind. Also Sauberkeit und technische Sicherheit als Grundsatz. Sie werden aber später feststellen, dass Ihnen die Maschinen nicht immer sauber gereinigt zurückgegeben werden. Dann werden Sie nachbessern müssen. Überlegen Sie schon mal, wie Sie die Vergütung vertraglich regeln können. In diesem Zusammenhang gebe ich Ihnen unseren Leihvertrag aus 2004 und unsere Verleihpreise aus 2003 zur Kenntnis. Wenn Sie hier keine eindeutige Vertragsregelungen haben, werden Sie mit dem Verleihgeschäft Verluste einfahren.


Für Sie als Vermieter stellt sich aber ein ganz anderes Problem.
Wie wollen Sie sicherstellen, dass Sie die verliehenen Einrichtungen unbeschädigt und vollständig zurückerhalten? Hierbei ist es unerheblich, ob die Ausleihe an einen Freund oder an einen Fremden im Nachbarort erfolgt. Wie wollen Sie damit umgehen, wenn der Gerätemieter Ihnen am Rückgabetermin mitteilt, dass bei ihm über Nacht eingebrochen wurde und die komplette Verarbeitungsanlage gestohlen wurde?

Für solche möglichen Fälle haben wir eine Bargeld-Kaution in Höhe des Geräteneupreises praktiziert. Wer den Betrag nicht hinterlegen konnte, war von der Ausleihe ausgeschlossen. Das war zwar sehr hart gegenüber langjährig bekannten Arbeitskollegen, aber wir hatten deshalb niemals Sorge wegen erfolgloser Rückgabe. Ebenso werden mit der Kaution potenzielle Betrüger ferngehalten, weil es sich nicht lohnt, für eine gebrauchte Anlage einen Neupreis zu zahlen.

Ob für Sie eine Gewerbeanmeldung sinnvoll ist, sollten Sie mit ihrem zuständigen Sachbearbeiter im Gewerbeamt und Finanzamt klären. Wenn wegen der Beschaffungskosten vorerst keine Gewinne zu erwarten sind, hat das mit der Anmeldung noch Zeit. Siehe hierüber auch meine Ausführungen unter http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/verschiedenes.html#Rechtsausrichtung .



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Mobile Kleinanlage erst nach Eigenerprobung vermieten


Frage zur vorhergehenden Antwort vom 19.02.2014
Wenn ich Ihre Mail so lese, habe ich zunehmend das Gefühl, ich sollte die Anlage besser gar nicht erst hergeben. Gerade über das Thema Kaution habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und überlegt, wie ich auch das Thema Reinigung und Einweisung in den "Griff kriegen" kann. Momentan fühlt es sich fast etwas danach an, als wenn es sinnvoller ist, dass ich einfach nur selbst an der Presse stehe und mich selbst gleich mitvermiete - dann könnte ich wenigstens gewährleisten, dass die ganze Zeit mit der Anlage halbwegs ordendlich umgegangen wird. Zumal im kompletten Zustand die Ausrüstung 2.500 Euro kosten wird - gerade da kann ich mir schwer vorstellen, dass sich eine Kaution in dieser Höhe viel Diskussion bedarf.


Einerseits würde ich die Anlage auch wirklich sehr gerne anderen zur Verfügung stellen. Schließlich kostet sie viel Geld und es wäre schade, wenn Sie nur von mir die wenige Zeit im Jahr genutzt werden würde. Andererseits möchte ich natürlich auch nicht, dass ich unterm Strich mehr Aufwand habe um allen hinterher zu laufen und Sachen stetig kaputt gehen und repariert werden müssen. Das würde nur unnötig den Mietpreis nach oben treiben und macht auch nicht sonderlich viel Freude - und die sollte ja doch noch erhalten bleiben.


Ihren Vorschlag dieses Jahr als "Test- und Erprobungsjahr" zu sehen, war auch meine Gedanke. Für's erste würde ich mal an drei Tagen (bei mir, meinen Eltern und meinen Paten) die Anlage aufbauen und dort pressen und um den Tag auszulasten noch das Obst von Freunden aus der Gegend mitpressen. Für das Verrechnen würde ich dann einen etwas niedrigeren Preis ansetzen - dafür muss dann jeder mithelfen. So kann ich als 1-Mann-Show die Anlage betreiben. Ich denke da kann ich dann auch schon mal etwas Erfahrungen sammeln, wo die Schwächen und Herausvorderungen der Anlage liegen.


Ich habe mir dazu auch schon mal den Zeit und Kostenaufwand zusammen gestellt. Wenn ich mir selbst einen Stundenlohn von 15,00 € setze (bei 6 Std. pressen und 3 Std. vor- & nachbereiten) und 100,00 € Abschreibung pro Einsatz rechne, komme ich bei Abfüllung in 5L-Bags auf ca. 3,00 Euro / abgefüllten Bag (incl. Bag) bei entsprechender Mithilfe.


Das Thema zur Gewerbeanmeldung werde ich am Besten einmal, wie sie beschrieben haben, direkt mit dem Finanzamt klären. Was ich allerdings gerne vermeiden möchte, dass ich anschließend stetig Besuch von Gesundheitsamt wegen einer Mosterei bekommen möchte. Aber vielleicht sind das auch alles Fragen, die sich über das Jahr durch Erfahrungswerte und ggf. neuen Kontakten auch besser klären lässt.


Ihre mitgeschickten Unterlagen finde ich gut. Einen Mietvertrag zu beweglichen Gegenständen nach BGB hatte ich mir auch schon einmal heraus gesucht. Allerdings dann erst mal wieder beiseite gelegt, weil ich das Ganze erst einmal etwas "formloser" handhaben wollte, da der Aufbau mit viel Schriftwerk auch gern hohe Erwartungen auf beiden Seiten erzeugt.


Andererseits sind die von Ihnen beschriebenen Bedenken wirklich auch nicht von der Hand zu weisen und ich würde mich sicherlich sehr ärgern, wenn ich aus welchen Gründen auch immer, irgendwann einmal Probleme damit haben würde, weil die Anlage geklaut worden wäre oder einen Schaden zu ersetzten wäre.

Wahrscheinlich wird wirklich das erste Praxisjahr vieles an Erfahrung bringen. Wenn es sie Interessiert, kann ich Ihnen auch gerne mal Foto's und Skizzen zur fertig gestellten Anlage schicken, wenn sie fertig ist.


Antwort von Wilfried Marquardt am 20.02.2014
Ihre Überlegungen sind schon sehr weit verzweigt.

Ich schlage Ihnen vor, erst einmal für den Eigenbedarf zu produzieren, wie Sie dies auch im Familienkreis vorgesehen haben. Während der Verarbeitungssaison werden Sie viele interessante Begegnungen und Fachsimpeleien mit allen möglichen Leuten haben. Mit diesem Wissen können Sie dann zielgerichtet Ihre Planungen für das nächste Jahr angehen und begrenzen damit mögliche Fehlentscheidungen.


Für künftige Kalkulationen sollten Sie Aufzeichnungen aller Art von Produktionsabläufen machen. Damit versetzen Sie sich später in die Lage, zeitintensive und untergeordnete Tätigkeiten an mitwirkende Kunden abzutreten.

So zehre ich heute noch von meinen Aufzeichnungen, die ich seit Beginn unserer ersten Produktion im Jahre 1978 mit unserer kleinen Wahler-Anlage mit 25 Liter Presskorb, geführt habe. Viel zu spät kam die Überlegung, die Tätigkeiten auch mit Fotos zu dokumentieren. Damit fing ich erst 20 Jahre später mit Anschaffung einer digitalen Kamera an.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Fotos über Ihre Produktionsabläufe zukommen lassen würden, die ich dann wahlweise zum Vorgang veröffentlichen darf. Insgesamt erhalte ich nach Abgabe meiner Stellungnahmen nur sehr wenig Resonanz. Wie sich meine Hinweise in der Praxis bewährt haben, erfahre ich noch seltener und Fotos für Veröffentlichungen sind absolute Mangelware.

Ich bin dann also „guter Hoffnung“, wie man als Frau so sagt ;-)



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Nachsatz vom Fragesteller
In der Tat! - Die Ideen, Überlegungen und Gedanken verzweigen sich wirklich sehr weit. Das hat sich im Laufe der vergangenen Monate aus der Entscheidung heraus entwickelt, dass wir den Saft ab heuer selbst herstellen wollen. Zum Teil auch begründet darin, dass es für mich oft sehr aufwendig war, das Ernten und pressen lassen nur schwer unter einen Hut zu bekommen war, da die Termine nicht leicht zu bekommen sind und ich doch zu meinen Eltern erst einmal 280 km fahren muss. Da wird der Aufwand mit zwei Fahrten & Wochenende doch sehr anstrengend.

Diese Überlegung zur eigenen Presse, gibt es eigentlich auch schon länger und "schwelte" immer etwas dahin. Als ich dann in der Vorweihnachtszeit angefangen habe, tiefer zu recherchieren, was es für Möglichkeiten gibt, hat alles seinen Lauf genommen.


Erst war es eine etwas kompaktere Anlage mit Handmühle. Die ist dann allerdings recht schnell wieder verfallen, da mir klar wurde, dass es nicht von dauerhafter Nutzung sein wird, wenn der Aufwand einen zu großen Raum wieder einnimmt. Zumal alleine das Maischen per Hand bei 100kg Äpfel sicherlich noch ganz lustig sein mag - wird es allerdings mehr, verliert man sicherlich auch schnell die Lust daran. - So kam's zur elektrischen Mühle. - Die Erhitzung war dann der nächste "Sprung" die angedachte Tagesleistung zu schaffen.


Naja - letztlich ist das jetzt nur die weiterführende Überlegung daraus und das Spielen der Möglichkeiten, die sich damit ergeben. Aber auch die Probleme, die sich darum lagern können. - Da alles doch auch ein gewisses Neuland ist, macht es die Sache nur noch spannender - finde es aber auch schön, mit den Möglichkeiten zu arbeiten.


Ihren Vorschlag alles gut zu dokumentieren finde ich gut. - Das ist etwas, was mir eh liegt und die bisherige Planung und Entwicklung ist in der Tat auch schon an unterschiedlichen Skizzen, Excel-Tabellen und Zeichnungen nachzuvollziehen. Allerdings mit den Foto's sieht's noch spärlich aus - liegt aber auch noch an der Phase, in der sich dieses kleine "Projekt" befindet.


Als kleinen "Zwischenstand" habe ich Ihnen einmal den Stand der Planung angehängt. Es sind zwar noch keine Foto's - die lasse ich ihnen aber gerne im Laufe der Saision zukommen.

Ich denke ich muss wirklich erst mal einen Gang heraus nehmen und es einfach ausprobieren. In Anbetracht der vielen Möglichkeiten kommt man doch gerne etwas ins "gallopieren". Was aber auch total spannend ist, die Möglichkeiten und Varianten zu erkunden.

Ich danke Ihnen noch einmal ganz ganz herzlich für Ihre tollen, ausführlichen und sehr informativen Mails aus Ihrer langjährigen Erfahrung und verbleibe mit besten Grüßen.


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Erfahrungsbericht “Mobile Hausmosterei” des Fragestellers vom 12.09.2014

Wie versprochen sende ich Ihnen ein paar erste Erfahrungwerte und Foto's zu den ersten Einsätzen. Insgesamt haben wir Sie jetzt drei mal eingesetzt.

Auf den Fotos ist das Pressen am vergangenen Montag gezeigt an dem wir 442kg Äpfel verarbeitet haben. Daraus haben wir 257 Liter Saft erhalten. Ein Ausbeute von etwa 58%, was aber auch stark an der Wahl der Apfelsorten (Lageräpfel) lag. An unserem ersten Termin haben wir 70% erreicht.


An sich ist der Ablauf als auch der zeitliche Aufwand genau im angedachten Rahmen. Das Verarbeiten von 100 kg in der Stunde wird ganz entspannt erreicht. Lässt sich sogar steigern. Der Umgang mit der Presse ist super einfach und man erzielt sehr schnell gute Erfolge.


Für den Aufbau der Anlage brauche ich ca. eine halbe Stunde alleine.

Für das Pressen selbst sollte man zu zweit sein. Einer presst durchgängig. Der andere bereitet die Äpfel vor und füllt ab.


Die Gerätereinigung lässt sich dann in ca. 1,5 Stunden erledigen, was zu zweit auch gut funktioniert und lässt sich mit dem letzten Erhitzungsvorgang gut überlagern. Mat hat die Anlage bereits gereinigt und aufgeräumt, wenn der letzte Beutel abgefüllt wird und muss nur noch den Topf, etc. sauber machen.


So haben wir zu zweit für die oben beschriebenen knapp 450 kg morgens um 7:00 Uhr angefangen und um 13:30 Uhr aufgehört und eine Pause von ca. einer Stunde noch eingelegt. Ein Gesamtzeitaufwand von 6,5 bzw. 5,5 Stunden effektiv ist da voll in Ordnung. So sollte das Verarbeiten von 800 - 1000 kg pro Tag auch noch möglich sein, wenn Freunde & Familie Ihr Obst vorbei bringen.

Ihren Vorschlag all das etwas zu dokumentieren verfolge ich gerne. So führe ich gerade schon kleinere Auswertungslisten der einzelnen Presstage um ein besseres Gespür für den Ablauf zu bekommen.


Es gibt noch so ein paar kleine Verbesserungen, die ich vornehmen muss. Die Flamme am Kocher wird z. B. doch immer wieder stark verweht und wird noch einen Windschutz bekommen, der sich bis zu den Griffen hoch zieht um die Abwärme der Flamme weiter zu nutzen. Momentan bildet die "Abfüllung" noch das Nadelöhr der "Anlage". Auch ein größerer Ablaufhahn am Topf würde dies verbessern. Hier bin ich mir allerdings noch nicht sicher, welchen ich verwenden kann - auch die passende Dichtung dazu - damit dieser mit den höheren Temperaturen zurecht kommt.


Unterm Strich aber ein voller Erfolg!
Und mal sehen - vielleicht wird ja in ein / zwei Jahren doch noch ein kleineres Nebengewerbe draus. Ins Auto passt alles wunderbar zusammen rein und lässt sich einfach transportieren.


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