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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel






Inhalt dieser Seite:


  1. Businessplan für eine Mosterei (02.04.2008)
  2. Mosterei als Architekturentwurf (24.11.2009)
  3. Apfelsaft-Keltereiprojekt in Sobissi (05.03.2011)
  4. Mostereiprojekt mit Flaschenabfüllung (11.11.2011)
  5. Apfelsaftprojekt in Tadschikistan (05.12.2012)
  6. Projekt: Raum- und Leistungsdaten Saftproduktion (27.11.2015)
  7. Automatisierte Hausmosterei (08.12.2015)



Businessplan für eine Mosterei


Stellungnahme von Wilfried Marquardt am 02.04.2008 mit wechselnden Fragen und Antworten.


Sehr geehrter Herr Xxxxxx, meine Antworten finden Sie gleich im Anschluss Ihrer Fragen. Ich wünsche Ihnen, dass die anderen von Ihnen angeschriebenen Betriebe auch antworten.


Mit den von Ihnen gestellten Fragen knabbern Sie lediglich das Spektrum eines Fruchtsaftbetriebes an verschiedenen Stellen an. Mit dem Ergebnis werden Sie wenig anfangen können. Ich schlage Ihnen vor, sich auf eine bestimmte Betriebsgröße zu konzentrieren und diesen Betrieb in seiner speziellen Eigenart wirtschaftlich darstellen. Dafür ist es auch erforderlich, dass sich Ihr Team die Betriebe ansieht. Sie werden dann feststellen, dass selbst bei gleich großen Betrieben unterschiedliche Techniken und Verfahren eingesetzt werden, die sich dadurch auch in der Gewinnzone unterscheiden. Teilen Sie Ihr Team und suchen Sie Betriebe immer zu Zweit auf. Wenn Sie mit 3 oder gar 6 Personen aufkreuzen, verliert der Betriebsleiter oder Inhaber die Übersicht/Konzentration und hält mit Details zurück.

Auch sollten Sie sich vorab überlegen, welchen Interessentenkreis Sie mit Ihrer Semesterarbeit ansprechen wollen und darauf ausgerichtet die Erhebungen vornehmen.


Zur Einstimmung und Vorbereitung noch ein Literaturhinweis: Moderne Apfelsaft-Technologie von Thomas Birus aus dem Fachverlag Flüssiges Obst. Hilfreich wäre auch die Kontaktaufnahme mit dem Buchautor oder dem Verlag www.fuessiges-obst.de.


Wenn Sie nur Daten und Fakten sammeln wollen, kann Sie der Verlag Flüssiges Obst bestens versorgen. Vor 12 Jahren besuchte ich dort 2 Lehrgänge, die auch Ihr Thema zum Inhalt hatten.
Machen Sie was draus.


Wählen Sie gezielt eine Betriebsgröße, die real in Ihrem Gebiet tätig ist.


Besichtigen Sie Betriebe zu Zweit und hinterfragen Ihre Anliegen.


Eine Mosterei erntet nicht selbst. Sie kauft Obst an.


Zwischen 100.000,00 bis 2.000.000,00 Euro. Je nach Mengenaufkommen und technischem Komfort.


Die Beschaffungswahl ist abhängig von der Region. In meinem Umfeld existieren keine Obstbauern mit Mostobst. Das Geschäft läuft nur über Privat aus Hausgärten.
Obst aus dem Ausland ist unwirtschaftlich. Aus dem Ausland kann wirtschaftlich das Konzentrat bezogen werden.


Kann vom Hobbybetrieb nicht beantwortet werden.


Kann vom Hobbybetrieb nicht beantwortet werden.


Ist abhängig von der Produktionsanlage


Ankauf zwischen 8 Cent für Plantagenobst, bis 20 Cent für vorsortiertes Streuobst. Obst wird nicht weiterverkauft, sondern zu Saft verarbeitet.
Wir zahlen 20 Cent/Kg Äpfel. Das Obst wird bei uns von Privatleuten angeliefert.


Kann vom Hobbybetrieb nicht beantwortet werden.


Direktverkauf und Einzelhandel


Je nach Qualität zwischen einem, bis zur maximalen gesetzlichen Vorgabe von zwei Jahren.


Wegen Vorschäden bei der Anlieferung muss das Obst noch am selben Tag verarbeitet werden. Infolge Fäulnis und Schimmelpilzbefall entsteht Qualitätsverlust. Alles abhängig von der Lagerart (Kisten, Großboxen oder Haufenlagerung) und der Lagertemperatur.


Kommt auf die Größenordnung an. Einsteiger als Familienbetrieb 100.000,- Euro für Maschinen und Geräte, wenn Grundstück und Gebäude vorhanden sind. Großbetrieb 2.000.000,- Euro.


Familienbetrieb 100.000 Liter Saft in der Saison als Zubrot eines laufenden Getränkehandels. Als alleiniges Standbein sind eine Million Liter Jahresproduktion erforderlich, aus der ein gefächertes Angebot entwickelt wird.


Wenn kein Eigenkapital von 100.000,- Euro vorhanden ist, überlebt der Betreiber noch nicht einmal das erste Jahr.
Mobile Mostereien können bereits mit 60.000,- Euro starten.


Wir verkaufen den Liter Apfelsaft für 1,65 Euro + Pfand für die Flasche.


36 Cent pro Liter ohne Lohn- und Abschreibungskosten von Maschinen, Gebäuden etc.


Funktioniert nur, wenn Abnehmer vorhanden sind. Wir müssen für die Entsorgung bezahlen, weil im Umfeld kein Interesse vorhanden ist. Ansonsten bestes Futtermittel oder als Felddünger. Großbetriebe geben den Trester zur Pektingewinnung ab.


Dazu meine Ausführungen am Anfang dieser Mail.


Anhängend 2 Infos zur Obstannahme.


Qualitätsanspruch Obstanlieferung    Produktinfo Süßmost



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Mosterei als Architekturentwurf


Frage:
Ich bin Architekturstudent und arbeite gerade an meinem Diplom. Mein Thema ist ein Bauernhof , den ich in eine Mosterei umnutzen möchte. Gerade durch Ihre Webseite habe ich mir schon einiges "Wissen" darüber angelesen, würde mich aber freuen, wenn ich Sie mal auf Ihrem Hof besuchen könnte.

Ich hätte da noch 2-3 Fragen und möchte mir vor allem gerne Ihren Hof anschauen, um zu sehen, was vernünftige Platz- und Arbeitsverhältnisse sein könnten und wie die Atmosphäre ist. Wenn ich in nächster Zeit mal bei Ihnen vorbeischauen könnte, wäre das wunderbar?


Antwort von Wilfried Marquardt am 24.11.2009:

Kommen Sie gerne vorbei und sehen Sie sich unseren kleinen Betrieb auf einem Einfamilienhaus-Grundstück an.

 

Unser Hofplatz, auf dem wir die Obstannahme abwickeln, hat mal eben eine Fläche von 7 x 11 Meter. Davon ist die Hälfte überdacht und dreiseitig gegen Witterung geschlossen.


Ich denke aber, dass Sie mehr an den Räumen mit der Obstverarbeitung und Abfülltechnik interessiert sind. Diese befinden sich in Kellergeschossebene, verteilt in einem Nebengebäude und im Wohnhaus.


Für Ihre Überlegungen ein gutes Beispiel, dass derartig lange Wege auszuschließen sind. Auf jeden Fall ist unser Betrieb in Größe, Raumanordnung und technischer Ausstattung nicht als Beispiel für einen Wirtschaftsbetrieb geeignet. Wenn man davon leben will, müsste alles mindestens zehnmal größer ausgelegt sein. Darauf abgestimmt, kommt auch insgesamt eine andere Technik zum Einsatz.

Nach meiner Einschätzung werden Sie wohl bei uns wenig brauchbare Hinweise für Ihre Diplomarbeit vorfinden. Die Besichtigung bei uns wäre interessant für Einsteiger als Nebenerwerbsmosterei mit einem begrenzten Budget.


Wenn Sie jetzt immer noch an einem Besuch interessiert sind, rufen Sie mich bitte zwecks Terminvereinbarung an.



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Apfelsaft-Keltereiprojekt in Sobissi (Georgien)


Frage

Ich arbeite bei „EthicFinance e.V.“. EthicFinance e.V. ist ein Verein, der sich um einen ethisch-ökologischen Umgang mit Geld bemüht (www.ethicfinance.ge).

Dieses Jahr, im Herbst 2011, planen wir ein sozialökologisches und unternehmerisches Jugendprojekt in einem georgischen Dorf „Sobissi“. Das Dorf Sobissi liegt in Ostgeorgien. Der Konflikt mit dem nur ein paar Kilometer weiter nördlich gelegenen Südossetien hat die seit langem schwierige wirtschaftliche und soziale Situation weiter verschlechtert. Das Projekt soll daher einen Beitrag zur wirtschaftlichen Unterstützung und Aktivierung der Dorfbevölkerung leisten. Es soll ein Prozess in Gang gesetzt werden, der der Dorfbevölkerung wirtschaftliche Perspektiven bewusst macht und Einkommensmöglichkeiten schafft.


Dieses Ziel soll über die Arbeit mit Jugendlichen erreicht werden, die dieses Wissen dann an ihre Familien weitergeben. Den Jugendlichen soll daher eine Möglichkeit gegeben werden, bewusst unternehmerisch zu denken und zu handeln. Die Jugendlichen sollen Chancen für kleinere wirtschaftliche Aktivitäten erkennen lernen, eine unternehmerische Denkweise angeregt und Wege in die Selbständigkeit aufgezeigt werden.

Dieses Wissen soll anhand einer kleinen Apfelsaft-Kelterei als Praxisbeispiel aufgezeigt werden, die in einem Raum der örtlichen Schule eingerichtet wird. Die Zusammenarbeit mit der Schule bietet dabei mehrere Vorteile. Die Infrastruktur des Projektes wird in einem öffentlich zugänglichen Bereich errichtet und die Jugendlichen können über die Schule erreicht und einbezogen werden. Die Jugendlichen sollen dabei an entsprechende Aufgaben wie Produktion, Vermarktung, Mitarbeiterorganisation, Strategieentwicklung etc. herangeführt und praktisch ausgebildet werden. Die praktische Tätigkeit wird durch theoretische Informationsvermittlung ergänzt.


Haben Sie mit solchen Projekten schon mal was zu tun gehabt? Waren die erfolgreich? Was meinen Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen, wird das Projekt Erfolg haben?

 

Für die Durchführung unseres Vorhabens brauchen wir eine kleine Apfelsaft-Kelterei (Obstpresse, Obstmühle, Presstücher für Presse, Kochtopf etc.).Können wir diese Produkte direkt über das Internet bei Ihnen bestellen? Ist Versand nach Georgien möglich?

Was empfählen sie uns, sonst wo können wir eine Apfelsaft-Kelterei kaufen?    


Auf eine Antwort von Ihnen würden wir uns sehr freuen.

P.S. in der Anlage füge ich unser Projekt bei. Fall sie Interesse haben, können sie es zur Kenntnis nehmen.

   

Antwort von Wilfried Marquardt am 05.03.2011

Das ist ein sehr interessantes Projekt, das Sie in Sobissi durchziehen wollen. Wäre ich frei von herbstlichen Bindungen in unserer eigenen Mosterei, hätte ich mich gern bei Ihnen örtlich eingebracht.

In der von Ihnen geschilderten Form hatte ich bisher noch nicht zu tun. Verschiedentlich hatten wir mit Kindergruppen im Alter zwischen 10 bis 12 Jahren zu tun. Hierbei ging es lediglich um die Herstellung des Rohsaftes, der im Anschluss an alle Aktionsteilnehmer kostenlos ausgeschenkt wurde. Die Obstbeschaffung und die Obstwäsche erfolgte von uns vorab und es gab auch keine Heißabfüllung in Flaschen usw.

Als Obstverarbeitungsgeräte kamen die Handmühle OM10 (10 Liter Trichter) und die Spindelkorbpresse OP20 (20 Liter Korb) der Firma G. Wein (vormals Rauch) zum Einsatz. Die Saftausbeute mit den vorgenannten Geräten liegt bei 50 % zum Obstgewicht.


Besonders arbeitsschwer war die Handmühle. Die Bedienung  wird selbst von Erwachsenen als äußerst kräftezehrend empfunden. Deshalb probte jedes Kind ca. 1 Minute und wurde dann abgelöst. Dabei wurde die lose aufgesetzte Mühle von 2 weiteren Kindern gegen Verrutschen festgehalten. Die Bedienung der OP 20 wurde dagegen spielend betrieben. Besonders deshalb, weil dieser Pressentyp mit dem Untersetzungsgetriebe in der Hebelmechanik von oben nach unten betrieben wird. Zum Ende des Pressvorganges ließen bei den Kindern oft die Kräfte nach und so hängten sie sich einfach an den Hebel, der sich infolge des Körpergewichtes langsam senkte. So wurde spielend gepresst.

In Ihrem  Projekt steht weniger der Spiel- und Beschäftigungstrieb im Vordergrund, sondern der wirtschaftliche Nutzen. Hierfür sind entsprechende Maschinen und Geräte zielgerichtet auszuwählen.

Die von Ihnen in der mitgelieferten Projektbeschreibung aufgeführten Geräte könnten einem Dreipersonen-Haushalt mit 2 Apfelbäumen im Hausgarten genügen, aber nicht Ihrem Projekt. Für die Projektarbeit erkenne ich Fehlanschaffungen.  Nachfolgend meine Beurteilung:

Die Obstmühle wird nicht weiter definiert. Bei 373 Euro Kaufpreis nehme ich an, dass es sich um die elektrisch betriebene Schneidemühle „Musermax“ handelt. Das wäre dann so in Ordnung.


Als Obstpresse ist die Beerenpresse BP12 mit feststehender Mittelspindel der Firma Güde vorgesehen. Pressteller und Spindel bestehen nach meinen Recherchen aus lackiertem Stahl. Der Lack wird bereits nach einer Saison verschiedentlich fehlen, so dass der blanke Stahl freiliegt und Rostbildung begünstigt. Außer den unhygienischen Merkmalen ist die Presse mit 12 Liter Korbinhalt zu klein gewählt. Mit so einem Zwergenmodell wird den Jugendlichen bald die Arbeitslust vergehen und Ihre Wirtschaftlichkeitsaussage in Frage stellen. Auch wenn Sie über wenig finanzielle Mittel verfügen, sollte zumindest das Modell gewechselt werden. Wenn Sie Billigprodukte bevorzugen, wählen Sie dann von Firma Güde die Rahmenpresse RP36 oder besser die RP72. Bei der Rahmenpresse mit Edelstahlbiet gibt es keinen Rostkontakt und inhaltlich lohnt sich der Aufwand von füllen und leeren der Presse. Bedenken Sie, dass die Obstpresse die Basis allen Schaffens und das Nadelöhr im Projekt ist. Mit einer zu kleinen Presse stauen sich die Vorarbeiten (Maischebereitung) und bei Nachfolgearbeiten (erhitzen mit Flaschen abfüllen) langweiligen sich die Jugendlichen, weil die Saftproduktion mit etwa 30 Liter pro Stunde alle anderen Produktionsabläufe ausbremst. Aus reiner Langeweile werden sich die 10 bis 20 Jugendlichen dann mit Äpfeln, Apfeltrester und Apfelmaische gegenseitig bewerfen. Auch das habe ich bereits kennen gelernt.


Nach der Projektbeschreibung soll der Saft klar gefiltert werden, weil der „allgemeine Kunde“ nur klaren Saft kennt. Als Saftfilter soll ein Rundfilter 22 mit entsprechenden Filterschichten zum Einsatz kommen.

Der Rundfilter wird sinnvoll zur Klärung von leicht trüben Weinen verwendet, aber auf keinen Fall zur Saftklärung. Wenn das praktiziert wird, gehen Sie infolge Massenverbrauch von Filterschichten mit Ihrem Projekt pleite. Durch den Verbrauch nötiger Filterschichten und dem Zeitaufwand der Filtration in der angepeilten Miniaturform, könnte sich der kalkulierte Saftpreis um 30 Cent pro Liter erhöhen. Die Industrie setzt zur Saftklärung Zentrifugen ein, die nach der Anschaffung aber keine weiteren Verbrauchskosten, außer Strom, nach sich ziehen. Lösen Sie sich bitte von der Vorstellung, klaren Saft zu vermarkten, der immer minderwertig ist. Hierzu habe ich bereits mehrfach unter F&A Stellung genommen und möchte mich deshalb hier nicht wiederholen.

Bieten Sie gleich trüben Saft an und klären die Kunden über die Vorzüge des trüben Saftes auf. Wer Biosaft oder Streuobstsaft filtert ist fachunkundig, gehört öffentlich angeprangert und ist für einen Tag an den Schandpfahl des Dorfes zu binden, oder so ähnlich ;-). Seien Sie ganz einfach mal mutiger Pionier in Ost-Georgien.


Die übrigen Gerätschaften zur Abfülltechnik und Verpackung werden Sie dem Bedarf anpassen und gegebenenfalls ergänzen können. Zur Obstwäsche fand ich keine Angaben. Alle weiteren und vertiefenden Informationen für den Keltereibetrieb sind von mir unter F&A bereits abgehandelt. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit, das Wesentliche für Ihr Projekt herauszufiltern.


Der Erfolg Ihres Projektes wird maßgeblich von der Teamleitung abhängen. Außer einem reibungslos funktionierenden Betriebsablauf sind die verschiedenen Neigungen der Jugendlichen so früh wie möglich zu erkennen und im Projekt zielgerichtet einzubringen. Auch die Neugier zu den verschiedenen Techniken sollte immer wieder angeregt werden. Oft zeigen sich erst später die schlummernden Talente. Diese sind dann zu fördern und auszubauen. Die Teamleitung sollte also pädagogisch und organisatorisch gut vorbereitet sein. Als Folgeschwerpunkt nach der Keltersaison sollten die Jugendlichen mit der Vermarktung aller möglichen Facetten der Eigenprodukte beschäftigt werden. Daraus werden sich weitere Ideen mit Absatzmärkten ergeben. Im Februar des Folgejahres wird der produzierte Saft bereits ausverkauft sein und Sie bereuen die zu klein gewählte Produktionsanlage. Schön wär´s? Warten Sie ab ;-). Auf jeden Fall sollten Sie sich schon jetzt mit dem Etikettenentwurf beschäftigen und das Etikett noch vor den Sommerferien drucken  lassen.


Ich wünsche Ihnen und dem EthicFinance-Team Zuversicht, Freude und Erfolg in der Umsetzung des Keltereiprojektes. Vielleicht finden sich noch Sponsoren, die Ihr Projekt mit leistungsfähigeren Maschinen ausstatten.


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Mostereiprojekt mit Flaschenabfüllung


Frage

Sehr interessiert habe ich in den letzten Tagen häufig auf Ihrer Internetseite gelesen. Viele Ihrer Erfahrungen kenne ich auch persönlich. Habe selbst bereits einige Geräte zum Saft herstellen in meinem Besitz.

Durch meine Imkerei und auch den Marktverkauf von regionalen Produkten bin ich bislang allerdings nicht dazu gekommen. Bislang habe ich die Äpfel in einer kleinen regionalen Mosterei hier in der Nähe vermosten lassen. Es klappte bislang auch sehr gut – bis auch unsere Mosterei Besuch von der Behörde bekam und nun kein großes Interesse an der Rücknahme und dem Spülen und dem in wieder in Gebrauch nehmen von Flaschen hat. Er favorisiert natürlich die Abfüllung in Bag in Box. Ich möchte allerdings keinen Saft aus Kunststoffverpackungen anbieten.

Eine kleine Mineralwasserfirma hier aus der Gegend würde gerne das Abfüllen übernehmen  - hat allerdings keinen Pasteur. Es handelt sich nicht um riesige Mengen – sondern mehr auch um das Prinzip Abfallvermeidung – Erhalt von regionalen Arbeitsplätzen.


Die Bundesumweltstiftung würde – so das Ergebnis einer Nachfrage – ein gutes Projekt finanzieren.

Regionale Apfelannahme

Versaftung vor Ort

Flaschenannahme und Reinigung

Abfüllung, Erstellung einer Vermarktungskonzeption


Diese alles unter der Gesamtsicht – ein Modell für andere Initiativen zu erarbeiten. Wenn ich nun Ihre Internetseite genau lese, so komme ich zum Ergebnis, dass die einzelnen Komponenten bei Ihnen bereits vorliegen.


Daher die Frage:

Haben Sie Zeit und auch Interesse ein derartiges Projekt zu  begleiten?

Und natürlich für meine Firma:

Verkaufen Sie Ihre Produkte auch an Wiederverkäufer?


Falls Sie Interesse haben, sende ich Ihnen gerne meine Grundlagen als pdf einmal zu.

Über eine positive Antwort würde ich mich sehr freuen und ich würde Sie dann auch gerne zu einem persönlichen Gespräch dann auch kurzfristig in Reinbek besuchen kommen.


Antwort von Wilfried Marquardt am 11.11.2011

Ihre Ausführungen über die ablehnende Haltung zur Flaschenabfüllung der regionalen Mosterei stimmt mich schon sehr nachdenklich. Wenn ich Sie richtig verstehe, ist die kleine Mosterei zwar in der Lage, Saft in Flaschen zu füllen, jedoch nicht bereit, die behördlichen Auflagen zu erfüllen. In der Regel bestehen die Auflagen aus baulichen Maßnahmen, die aus Gründen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes erforderlich sind.

 

Es wird vom Saftproduzenten eigentlich nichts weiter gefordert, was für jeden Familienhaushalt selbstverständlich ist: Eine hygienisch einfach pflegliche und unfallfrei funktionierende Küche mit Wirtschaftsräumen. Wer diesen Grundanspruch nicht erfüllen will, sollte keine Lebensmittel verarbeiten und in Verkehr bringen.


Zu Ihrer Projektidee

Sind Sie sicher, dass die Bundesumweltstiftung Ihr Mostereiprojekt als „ein gutes Projekt“ finanzieren wird? Erfüllen Sie denn die Voraussetzungen für ein gutes Projekt und stehen die vermeintlichen Beträge am Einlösetag für Sie noch zur Verfügung?


Wenn mit einer neuen Mosterei Geld für Lohnzahlungen verdient werden soll, ist dies nur mit Großmengenverarbeitung möglich. Wenn Ihr Saftpreis teurer als bei den Mitbewerbern ist, müssen nachvollziehbare Argumente publiziert werden. Sie müssen sich also in der Qualität deutlich vom vorhandenen Produktionsstandard unterscheiden oder das Projekt wird vereinsmäßig kräftig gestützt. Wie der Verein funktionieren könnte, erfahren Sie über www.bund-lemgo.de.


Zusätzlich wollen Sie die löbliche Glasflasche als Verpackung wählen. Gegenüber der Bag-in-Box ist die Flaschenabfüllung aber um ein Vielfaches teurer, weil der hierfür erforderliche Maschinenpark erheblich zu erweitern ist und auch noch weitere Lagerräume benötigt werden. Es sei denn, die Mineralwasserfirma übernimmt diesen Teil komplett und Sie ergänzen lediglich mit einer Erhitzeranlage im bereits vorhandenen Abfüllraum. Die Höhe der Investitionen für Sie sind also erheblich vom Kooperationspartner abhängig.


Zu Ihren Fragen

Ihr Angebot zur Projektbegleitung kann ich zeitlich nicht annehmen. Mit unserem Hobbybetrieb und meiner Mitgliedschaft in 2 Vereinen bin ich vollends ausgelastet.


Wiederverkäufer

Alle unsere Produkte geben wir an den Verbraucher als Endkunden ab. Wenn sich hierunter Wiederverkäufer einreihen, ist dies für uns akzeptabel. Das Problem bei Wiederverkäufern besteht grundsätzlich darin, dass Rabatte gefordert werden und eine Rechnung mit Mehrwertsteuerausweisung für den Vorsteuerabzug gewünscht wird. Weil wir Kleinmengen veräußern und hierüber nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, wollen wir den Anforderungen der Wiederverkäufer nicht nachkommen.


Merkwürdiger Weise genügt es den Wiederverkäufern nicht, dass sie den Rechnungsbetrag voll als Ausgabe absetzen können. Darüber hinaus erwarten Wiederverkäufer von uns, dass die vermeintliche Mehrwertsteuer vom jetzigen Endpreis abzusetzen ist. Im Ergebnis werden 20 % Rabatt und 19 % Mehrwertsteuerausweisung erwartet, zuzüglich kostenloser Anlieferung. Für einen derartigen Abzug müssten wir unseren Verkaufspreis um etwa 50 % anheben. Damit hätten wir aber den Toleranzbogen überspannt und alle Kunden wegen der Kostenexplosion vertrieben.


Und was hätten wir bei unverändertem Endpreis davon?

Weil nur einmal jährlich geerntet wird, können wir nicht beliebig nachproduzieren. Bei einem Wiederverkäufer mit gutem Umsatz sind wir sehr früh ausverkauft bei geringeren Erlösen und müssen unsere Kunden mit „nein“ vertrösten. Ein Teil davon orientiert sich um, die wir dann dauerhaft verloren haben.

Der Wiederverkäufer verlangt für das Folgejahr eine Rabattanhebung von 15 % auf 30 % und weiterhin kostenlose Anlieferung nach Anruf. Genau diesen Fall hatten wir im letzten Jahrhundert schon unter der DM erlebt, nur ohne Mehrwertsteuer. Wir haben den Spuk natürlich beendet und entschieden, uns solchen Zwängen niemals wieder auszusetzen.


Abschließend wünsche ich Ihnen bei der Umsetzung Ihres Mostereiprojektes viel Erfolg. Vielleicht berichten Sie mir nach der ersten Produktionsphase über Ihre Aufwendungen und Erlebnisse der neuen Mosterei?


#top





Apfelsaftprojekt in Tadschikistan


Frage

Mit Interesse habe ich ihre Internetseite gelesen, ja fast schon studiert.

Grundsätzlich ist mir vieles bekannt und habe auch schon viele Jahre mit meinen Eltern Apfelsaft in verschiedenster Form gemacht.


Aber jetzt zum eigentlichen Grund meiner Mail.

Ich wohne seit einiger Zeit in Tadschikistan, und arbeite an einem Entwicklungshilfe Projekt (Operation Mercy) in der Pamir Region (Hochgebirge Region). Eine der ärmsten Regionen des eh schon armen Landes.

In den Pamirs gibt es einiges an Obst, vor allem Äpfel aber auch Aprikosen usw.…


Leider bleiben ca. 40 bis 50% der Äpfel ungenutzt! Das heißt, sie vergammeln einfach.

Um den Bauern vor Ort einen Nutzen ihrer vorhandenen Apfelbäume zu geben, und auch um die Bevölkerung mit Vitaminen im sehr harten und langen Winter zu versorgen, haben wir vor ca. 3 Jahren angefangen mit den Bauern Äpfel zu trocknen. Dies funktioniert grundsätzlich auch ganz ok. Allerdings ist der Arbeitsaufwand mit dem schneiden und Trocknen der Äpfel relativ hoch, und für viele Bauern der Region aus Zeitgründen nicht realisierbar.

Einige der Bauern haben letzte Saison die Idee entwickelt, Apfelsaft zu produzieren, da dies für den einzelnen Bauern mit weniger Arbeit verbunden ist. Wir wollen jetzt diese Idee versuchen umzusetzen damit sie langfristigen Einfluss in die Region hat.

 

In der Saison 2013 wollen wir mit einer Testphase starten. Hauptsächlich um verschiedene Dinge herauszufinden.


Uns stellen sich mehrere Fragen:


Ach ja, die endgültige Größe des Projektes ist noch nicht ganz klar, das hängt auf der einen Seite vom lokalen Markt ab, aber auch von den Bauern die bereit sind in solch neue Regionen vorzudringen.

 

Für die Testpahse denken wir an ein paar Hundert Liter, vielleicht 100 bis 500 Liter im Jahr 2013.

Auch muss diese Phase nicht effizient gestaltet werden. Wichtig wäre kostengünstig.

 

Zur Testphase habe ich nun ein paar Fragen, die ich ihnen gerne stellen würde:






Soweit mal mit den Fragen.


Es gibt im Land schon ähnliche Projekte, einige davon sind „Zuschuss“ Projekte, ein anderes mit einer modernen Anlage der Firma Rink, füllt ab in Bag in Box, diese werde ich in den nächsten Wochen besuchen. Diese Anlage ist aber in einer Gegend mit wesentlich besserer Infrastruktur als dies bei uns der Fall ist, und verkauft den Saft hauptsächlich in der Hauptstadt.

Ich werde versuchen diesen Winter vielleicht 50-100 Bag in Box (5L) in Khorog zu verkaufen, einfach mal um zu sehen ob die Leute dies kaufen würden.


Vielen Dank, für ihre Zeit.

Mit freundlichen Grüßen aus Tadschikistan


Antwort von Wilfried Marquardt am 05.12.2012

Alle Ihre Fragen finden Sie bereits von mir in den jeweiligen Themenbereichen beantwortet. Auch Alternativen für den schmalen Geldbeutel oder Varianten bei Verwendung unterschiedlicher Energiearten sind  erläutert. Die meisten Ihrer Fragen sind sogar mehrfach aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt. Es liegt nun bei Ihnen, meine F&A durchzuarbeiten und das für Sie geeignete herauszufischen.


Alle Ihre Ausführungen zur „Testphase“ können so praktiziert werden. Nachfolgend noch 3 Anmerkungen:

Bei der Wahl elektrischer Obstmühlen ist die Schneidemühle von Firma Speidel die 1. Wahl und gleichzeitig das preiswerteste Modell. Der Musermax wird nicht mehr hergestellt.


Wenn Sie den Saft außer Haus verkaufen wollen, dann auf jeden Fall Bag-in-Box in 3-Liter-Gebinden. Besuchen Sie in diesem Zusammenhang einen großen Getränkemarkt in der Stadt und beobachten Sie die Kunden, in welchen Gebinden der Saft am Meisten gekauft wird. Übernehmen Sie dann auch inhaltlich die Verpackungsaufmachung und die Texte, die Sie dann nur noch für Ihr Saftprodukt anpassen müssen.


Den Saftverkauf sollten Sie einer jungen, freundlichen und gepflegten Frau übertragen, die auch noch kompetent Kundenfragen beantworten kann. Der Saftverkauf an Neukunden oder Laufkundschaft steht und fällt mit einem ansprechenden Verkaufsstand und einer strahlenden Verkäuferin. Wenn der Saft vom Kunden als gut bezeichnet wird, wird es einen Nachkauf geben. So kann sich nach und nach ein Kundenstamm bilden.


Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und Erfolg bei der danach folgenden Umsetzung Ihres Apfelsaftprojektes.



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Projekt: Raum- und Leistungsdaten Saftproduktion


Frage

Ich nehme derzeit an einem studentischen Projekt teil, in dem wir uns mit der Herstellung und dem Vertrieb von Apfelsaft beschäftigen. Dabei bin ich für das Beschaffungs- und Produktionskonzept zuständig.


Diesbezüglich habe ich einige Fragen:


1. Wie lange dauert die Produktion in Ihrer Mosterei  (von dem reinen Apfel bis zum fertigen Apfelsaft in der Flasche)?

2. Wie hoch ist die Kapazität Ihrer Maschinen (wie viele Äpfel können pro Stunde verarbeitet werden)?

3. Fügen Sie dem Direktapfelsaft naturtrüb noch Zusätze zu (z.B. Zucker)?

4. Könnten Sie mir noch beantworten, wie groß ihre Maschinen sind und die Produktionshalle, in der Ihre Maschinen stehen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 27.11.2015

Nachfolgend die Beantwortung Ihrer ersten drei Fragen bei einer Verarbeitungsmenge von 1.000 Kg Äpfel für einen Verarbeitungsdurchlauf:


Die reine Produktionszeit dauert drei Tage, sollen die Zeiten für Obstannahme und etikettieren mit Abräumen der Flaschen ins Lager berücksichtigt werden, sind fünf Tage je 8 Stunden zuzüglich Pausen erforderlich.

Obstannahme mit Qualitätskontrolle an der Sortierwanne mit Waage: 300 Kg/Stunde

Obstwäsche mit Hochdruckreiniger in der Waschkiste: 400 Kg/Stunde. Endreinigung der Geräte einmalig 0,5 Stunde arbeitstäglich.
 

Obst mahlen mit dem Obsthäcksler: 400 Kg/Stunde. Endreinigung der Maschinen und Geräte einmalig 0,75 Stunde arbeitstäglich.

Obstmaische pressen in der Korbpresse: 200 Kg/ Stunde. Zwischendurch für Tresterbeseitigung und Behälterreinigungen 2,5 Stunden und für Endreinigung weitere 2 Stunden arbeitstäglich.

Den Apfelsäften werden keine Zutaten verabreicht.
Unsere Besonderheiten: Getrennte Produktion nach Sorten mit Ausweisung von Süße und Säure auf den Etiketten. Siehe auch
http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/saftinfo.html.


Zu Frage 4, den Raum- und Maschinengrößen

Bedenken Sie bitte bei Ihrer Ausarbeitung, dass wir kein Gewerbebetrieb, sondern wie im Namen ausgewiesen, ein Hobbybetrieb sind. Verschiedene Räume sind privat genutzt und stehen der Mosterei nur während der Verarbeitungssaison zur Verfügung. Dies ist z.B. der Hofplatz mit rund 80 m², wovon ca. 55 m² überdacht und dreiseitig geschlossen ist. Bei Bedarf kann die Dachfläche mit einer breiten Markise noch um 5 m² erweitert werden.


Hofplatz 80 m²

In der Saison wird der Hofplatz als..

Obstannahmestelle mit Sortierwanne und Waage, Stellfläche 3 m²

Kistenlager für Obstzwischenlagerung, Stellfläche 23 m²

Waschkiste für Obstwäsche, Stellfläche 6 m².

Die restlichen Flächen des Hofplatzes sind notwendige Verkehrsflächen.

Außerhalb der Saison wird der Hofplatz als Wäschetrockenplatz, Carport und als erweiterte Werkstatt genutzt.


Werkstatt, Teilflächennutzung mit 8 m² während der Saison.

Im vorderen linken Torbereich wird der Platz für die Obstmühle mobil eingerichtet. Platz für Obstmühle: 1 m², für Obstkistenstapel und Hubkarre nochmals 2 m², der Rest sind Verkehrsflächen. Das gemahlene Obst fällt als Maische über ein Rohr in den darunter in Kellerebene aufgestellten Maischesammler des Pressraumes.


Pressraum 22 m² in Kellergeschossebene unterhalb des Verkaufsraumes.

Stationär sind hier die Korbpresse mit 1 m² und eine Kühlwanne mit 2 m² Stellfläche eingerichtet. Die 5 Maischesammler mit jeweils 1 m² Stellfläche werden mobil im Raum bewegt.

Außerhalb der Saison wird der Pressraum als  

Flaschenwasch- und Flaschentrockenraum genutzt. Stellflächen für..

Einweichbad (400 Liter) mit Flaschentauchkorb für 64 Stück 1-Liter-Flaschen = 1 m²,

Flaschenwaschmaschine = 0,5 m²,

Flaschentrockengestell = 1 m²


Abfüllraum 9 m² im Kellergeschoss des Wohnhauses

Stationär sind aufgestellt:

1. Drucktank 200 Liter = 0,5 m²

2. Wärmetauscher über Arbeitstisch = 0,5 m²

3. Flaschenvorwärmspüle mit Vakuumfüller = 1 m²

4. Flaschenverschließmaschine = 0,3 m².


Warenlagerraum 15 m² im Kellergeschoss des Wohnhauses

4 m² der Lagerfläche ist mit Schwerlastregalen 70 cm tief für Wein und Essigflaschenlagerung ausgestattet. Die Saftflaschen werden in 6er Stapelkästen auf variable 6 bis 8 m² gelagert.


Flaschenleergutraum 9 m² im Kellergeschoss unter dem Hofplatz

Hier wird in Kunststoffkästen das gereinigte Leergut auf einer Stellfläche bis 7 m² gelagert. 2 m² verbleiben als ständiger Verkehrsweg.

Der Leergutraum ist auf dem überdachten Teil des Hofplatzes an der Außenwand des Wohnhauses gelegen. Vom Hofplatz ist der Raum über eine Luke und im Keller über eine Tür zum Warenlagerraum zugänglich. Dieser Weg wird mit einem Handwagen als Transportweg über eine Seilwinde (300 Kg Tragkraft) mit Laufkatze genutzt.


Ergänzend sehen Sie sich bitte auch die Beiträge „Businessplan für eine Mosterei (02.04.2008)“ und „Mosterei als Architekturentwurf (24.11.2009)“  auf F&A-Verschiedenes an.



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Automatisierte Hausmosterei


Frage

Mit großem Interesse habe ich mir die Artikel Ihrer Seite durchgelesen und viel daraus lernen können.

Ich wohne seit 1 Jahr auf dem Land und wir haben 10 alte Apfelbäume, die dieses Jahr wirklich viele Äpfel trugen. Nachdem wir und unsere Pferde monatelang die Äpfel verspeisten, ärgerte ich mich dennoch über die übrig gebliebenen.

Eine Landmosterei ist circa 20km entfernt und da ich durch meinen Beruf zeitlich angespannt bin, interessierte ich mich für die angebotenen  Hausmostereien.

Eine wirklich voll automatische Hausmosterei zu einem bezahlbaren Preis gibt es ja nicht, daher fragte ich einen Freund, der Maschinenbauingenieur ist, ob er Sinn darin sähe, so eine automatische Hausmosterei für die private Klientel zu entwickeln.

Da wir beide nicht in ein unkalkulierbares Abenteuer rutschen wollen, dachte ich, frage ich doch als „Marktanalyse“ einfach den Experten.

Denken Sie, eine voll automatische Hausmosterei zu einem bezahlbaren Preis wäre marktfähig?


Antwort von Wilfried Marquardt am 08.12.2015

Denken Sie bei Ihren Überlegungen an eine halbautomatische oder an eine vollautomatische Verarbeitungsanlage?


Unter halbautomatische Mostereien fallen z.B. schon die schlichten mobilen Anlagen, die auf einen PKW-Anhänger passen und den Saft mit einer Hydropresse, die ja halbautomatisch arbeitet, gewinnen. Auch wir arbeiten mit unserer stationären Hobbymosterei insgesamt halbautomatisch. Um hierfür die geeigneten Maschinen und Geräte auszuwählen, bedarf es keiner neuen Entwicklung eines Maschinenbauers. Das alles ist bereits vorhanden und ist nach dem persönlichen Bedarf auszuwählen.

Von Ihren 10 Obstbäumen ist im Mittel eine jährliche Ernte von 2.000 Kg anzunehmen. Entsprechend der Reife sind an 4 Wochenenden jeweils 500 Kg Äpfel zu verarbeiten. Für eine Verarbeitungsvorgabe von 500 Kg Äpfel ist eine mobile und halbautomatische Verarbeitungsanlage einschließlich Heißabfüllung in Bag-in-Box bereits um 2.600,00 Euro erhältlich. Im Anhang habe ich Ihnen die Gerätschaften mit Preisen als Beispielangebot einmal aufgelistet.


Auch eine vollautomatisierte Hausmosterei lässt sich mit den auf dem Markt bereits vorhandenen Maschinen ohne weiteres realisieren. Der Käufer muss nur die Einstandsgröße der zu verarbeitenden Tagesmenge und die Verpackungsart vorgeben. Die weitere Ausplanung übernehmen dann versierte Personen, die auf diesem Gebiet bereits tätig sind. Wenn hierfür Ihre 10 Bäume mit einer jährlichen Menge von 2.000 Kg zugrunde gelegt werden, erhalten Sie hierfür eine automatisierte Hausmosterei mit Bag-in-Box für etwa 270.000,-- Euro.

Dafür braucht dann aber nur noch das Obst zur Wäsche aufgegeben und die heiß gefüllten Boxen von der Füllstelle abgenommen werden. Für den reibungslosen Ablauf der verschiedenen Arbeitsschritte über Rollenbahnen und Förderbändern wird eine Halle zwischen 200 bis 300 m² erforderlich sein.

An dieser Stelle meiner Ausführungen wird deutlich, dass der automatisierte Betrieb außerordentlich viel Platz benötigt und unverhältnismäßig teuer ist. Derartige Anlagen lohnen erst, wenn ein ganzjähriger Betrieb vorliegt.



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