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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel für private Verbraucher





Inhalt dieser Seite:


  1. Die richtige Pressenwahl (20.09.2004)
  2. Presse für 150 bis 200 Obstbäume gesucht (17.04.2005)
  3. Größenwahl bei Hydropressen (16.08.2005)  
  4. Gnade denen, die mit Druckluft pressen (03.01.2007)
  5. Umstieg bei Kräfteschwund (30.11.2007)
  6. Wasserpresse mit Druckluft betreiben (23.06.2008)
  7. Hydropresse mit 4 bar Wasserdruck (10.07.2013)  
  8. Hebe-Spannring für 90-Liter-Hydropresse (25.08.2014)  
  9. Hydropresse im Wasserkreislauf (25.07.2015)
  10. Entleerungseinrichtung für Saftwanne (01.09.2015)
  11. Hydropresse nicht für Steinobst (09.03.2016)
  12. Hilfsmittel für die Hydropresse (26.09.2016)



Die richtige Pressenwahl


Frage
Ich bin dabei eine neue Apfelpresse zu kaufen und die Entscheidung liegt zwischen konventioneller Spindelkorb-Presse und Hydropresse.

Ich habe alle Ihre Tests gelesen, jedoch im Profibetrieb sind die Voraussetzungen doch anders als im Privatgebrauch.
Ums kurz zu machen: Wir keltern pro Jahr maximal 200 Liter zum Eigenbedarf, und benutzen dafür eine Spindelkorb-Presse aus dem Hobbymarkt von 20 Ltr Inhalt. Gemahlen wird mit einem Ast-Häcksler von Viking (Korngrösse etwa 5 bis 10 mm). Äpfel sind ein Gemisch von “Triumpf” und "Viezapel" wie ich ihn nenne, da unbekannte Sorte.

Gewaschen wird mit der Hand, und bis jetzt habe ich immer nur kurz vor dem Pressen gehäckselt da ich glaube, dass der Most so schnell wie möglich gepresst werden sollte.


Der Arbeitsaufwand pro Kelter ist mir aber zu hoch, oder besser zu lang und will auf eine entweder grössere Kelter oder aber Hydropresse umstellen, damit in der gleichen Zeit mehr produziert wird. Dann bin ich vielleicht eher fertig als wie jetzt erst nach 4 Wochen. (Jeweils nach oder vor der regulären Arbeit).
Danach wird ja noch abgestanden und am folgenden Tag abgefüllt und eingekocht.

Angeboten wurde mir daher eine Spindelkorb-Presse von 63 Ltr oder zum gleichen Preis (560.- Euro) eine 20 Ltr Hydropresse, oder etwas teurer eine von 40 Ltr (670.- Euro).


Die Frage: Was rät der Fachmann? Soll ich auf moderne Technik umsteigen oder doch lieber beim klassisch-antiken Modell bleiben?


Antwort von Wilfried Marquardt am 20.09.2004
Wenn Sie jung und kräftig sind, empfehle ich Ihnen die große Spindelkorbpresse. Bei dem Füllvolumen wird eine Handpressung wohl mit 40 Minuten anzusetzen sein. Wenn Sie Weidenböden als Drainageeinlagen verwenden, können Sie 15 Minuten pro Pressvorgang einsparen und zusätzlich noch einige Prozente an Saftausbeute gewinnen.
Die Maischelagen zwischen den Weidenböden nicht stärker als 6 cm und Weidenböden in Tuch einschlagen.


Der Pressvorgang bei Hydropressen ist mit 50 Minuten anzusetzen. Wenn Sie Zeitgewinn wollen, müssen Sie mehrere Hydropressen einsetzen oder gleich das 90-Liter-Modell wählen.


Die Korngröße Ihres Häckslers ist für eine optimale Saftausbeute zu groß. Bauen Sie noch einige Messer nach. So kommen Sie auf maximale Korngrößen von 6 mm. Unser Häcksler ist auch von Viking. Das Gehäuse habe ich jedoch auf Edelstahl umgerüstet. Geblieben sind die Messer, der Trichter und der Motor von Viking.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.


Erfolgsmeldung des Fragestellers am 22.12.2004
Der Apfelsaft liegt schon lange im Keller und alles ist wie immer geputzt, und ausserdem warten schon andere Arbeiten auf ihre Fertigstellung.

Schlussendlich habe ich mich doch für eine 40 Liter Speidel Hydro-Presse entschieden. Dies aus folgenden Gründen:
Der persönliche Kraftaufwand ist doch geringer wenn man überhaupt davon sprechen kann.

Mit zusätzlichem Druckminderer (danke für ihren Tipp auf der Homepage) bleibt die Zeit, um wieder eine neue Ladung Äpfel zu säubern.

Die Putzdauer am Ende des Arbeitstages beläuft sich auf ein Minimum. Früher musste ich immer eine halbe Stunde lang mit der Wurzelbürste die Apfelstücke zwischen den Latten rausputzen. (hatte ja auch keinen Tropfsack)
Dazu kam noch, dass die grossen Kelter hier alle aus dem fernen Osten herstammen und deren Verarbeitung liess zu Wünschen übrig. Da blieb mir dann doch nur die Qualitätsauswahl von Speidel.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Produkt und die Ausgaben habe ich nicht bereut.



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Presse für 150 bis 200 Obstbäume gesucht


Frage
Sie bieten verschiedene Mostpressen an. Welche ist geeignet, um ca. 400 -600 l Saft zu pressen?
Wir haben ca 150 bis 200 Obstbäume, die so langsam alle zu tragen beginnen. Das heißt, dass die Erträge in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Außerdem noch 10 Pflaumenbäume, aber die müssen nicht zu Saft verarbeitet werden.

Im Moment beginnen unsere Bäume langsam zu tragen. Ich weiß nicht, was alles daraus entsteht und bin durchaus offen für Vieles. Zur Zeit geht es in erster Linie um die Eigenproduktion. Nebenbei habe ich noch ca 20 Bienenvölker.

Ich denke, eine Hydropresse ist richtig, welche Größe, ist mir noch nicht klar. Reicht nach Ihrer Meinung für mich eine 90-Liter-Presse erst einmal aus?



Antwort von Wilfried Marquardt am 17.04.2005
Mit allen Pressen können Sie in der Saison 400 – 600 Liter Saft abpressen.

Wenn Sie die 90 Liter Hydropresse einsetzen, müssen Sie mit 2 Personen den Tresterkorb abheben oder Sie fertigen sich (wie ich) eine Seilhebevorrichtung an. Ansonsten ist die 90er Presse die richtige Wahl als Kompromiss zwischen Saftausbeute und Zeitablauf. Nehmen die Verarbeitungsmengen zu, erhöhen Sie die Pressleistung mit Einsatz weiterer 90er Pressen.

Mit kleineren Hydropressen wird die Saftausbeute erhöht, weil der Pressweg kürzer und damit der Pressdruck effektiver ist. Mit den 90er Pressen erhalten Sie im Mittel bis 65 % Saftausbeute, mit der 40er Presse etwa 69 % und mit der 20er etwa 75 %. Das alles bei Verwendung des Musermax.
Mit den Hydropressen sollten Sie nur Kern- und Beerenobst abpressen. Die Steine von Steinobst sind scharfkantig und verletzen die Gummimembrane.


Bei Ihren Startvorgaben sollten Sie sich nicht in die Sackgasse mit Hydropressen begeben.
Klein anfangen und langsam wachsen lassen ist richtig.
Beschaffen Sie sich eine gebrauchte Packpresse mit Rostgrößen von mindestens 80 x 80 cm. Auch wenn dieses Modell als Einstieg überdimensioniert erscheint, ist es die richtige Wahl für Sie. Nach 4 Jahren Betrieb werden Sie das bestätigen können. Die Holzrosten tauschen Sie gegen 2 mm Edelstahlbleche aus. Davon lässt sich der Trester aus den Tüchern besser entfernen und spart Zeit. Mit der Packpresse können Sie jede Obstart pressen und haben Saftausbeuten zwischen 75 bis 80 % bei Kernobst.

Wenn Sie mit der Produktion begonnen haben, werden Sie nicht nur Ihr eigenes Obst, sondern auch Fremdobst verarbeiten. Das spricht sich in der Gegend rum. Wenn Sie dann noch auf Sauberkeit und Qualität achten, können Sie Ihre Säfte im hohen Preissegment vermarkten. Nur diese Methode hat Zukunft und hebt Sie aus der Masse der Mitbewerber ab.
Verarbeiten Sie nur reifes Obst und sondern Sie konsequent angefaulte Früchte aus. Die Mundpropaganda arbeitet dann ohne Ihr Zutun. Weitere Infos lesen Sie unter „Obstannahme“ ff und „Saftinfo“ auf
www.hobbymosterei.de .

Gebrauchte Packpressen werden gelegentlich auf Angeboten. angeboten. Abonnieren Sie dort den kostenlosen Winzerbrief und Sie werden auf dem Laufenden gehalten.

Ansonsten sehen Sie sich bei
www.kahlschlichterle.de um und besuchen den Gebrauchthandel in Ernsthausen bei Korbach. Die haben alles Mögliche von Pressen auf Lager. Auf telefonische Anfragen sollten Sie verzichten, weil die Beschäftigten keinen Überblick zum Warenbestand haben. Das ist meine mehrfache persönliche Erfahrung von vor 10 Jahren.


Ergänzungsfage vom 19.04.2005
Zuerst einmal ein wirklich ehrliches und herzliches Dankeschön!!! Ich bin ganz überrascht, über Ihre Mühe, Freundlichkeit und Infobereitschaft, das trifft man nur äußerst selten.

Bitte verraten Sie mir noch, warum eine Hydropresse eine Einbahnstraße ist und Sie den Vorzug einer Packpresse geben. Ist es die intensivere Saftausbeute?
Was kostet eine gute Gebrauchtpresse, nur so als Anhaltspunkt?


Antwort von Wilfried Marquardt am 19.04.2005
Hydropressen sind für mittelstarke Frauen oder Männer mit schwindenden Kräften (wie ich mit 61 Jahren) geeignet, die den Pressbetrieb alleine führen. Auch wegen der relativ langen Presszeiten ist man zeitlich erst ab 3 Hydropressen ausgelastet. Besser sind 4 Stück. Der Platzbedarf für 4 Hydropressen entspricht dem einer Packpresse mit 80er Rosten in Doppelbiet.

Weil die Packpressen außer der höheren Saftausbeute auch zeitlich fünf mal schneller pressen als Hydropressen, können Sie die Tagesleistung entsprechend dem Personaleinsatz hochfahren. Bei Hydropressen nützen Ihnen zusätzliche Hilfskräfte nichts. Die haben nichts zu tun, weil der Pressvorgang mindestens 50 Minuten dauert. In meinen Berichten zum Pressentest habe ich das sehr deutlich skizziert.


Dafür ist das Laden und Entleeren der Hydropresse leicht, einfach und schnell. Für eine Bedienperson also ideal. Das genaue Gegenteil bei der Packpresse!

Ich unterstelle, dass Sie und Ihre Helfer im kräftigen Mannesalter sind und nicht schon in 5 Jahren schlapp machen. Daher meine Empfehlung zur Packpresse, mit der Sie täglich Kleinmengen oder auch mal Großmengen von mehreren Tonnen pressen können. Das kommt schon mal vor, wenn der Erntesegen innerhalb einer Woche anfällt. Mit Hydropressen sind Sie dann aufgeschmissen und dürfen bis 3.00 Uhr nachts durchziehen oder geben auf.


Bei genügendem Freiraum und Erdgeschosslage können an der Packpresse bis 4 Personen beschäftigt werden. Wenn Sie 4 Personen an Hydropressen auslasten wollen, müssen Sie 16 Stück von jeweils 90 Liter vorhalten. Welch ein Wahnsinn!


Noch ein Hinweis aus eigener Entwicklung:
Rückblickend stelle ich fest, dass wir im Zeittakt von 6 Jahren unsere Presse aufgerüstet haben. Begonnen haben wir 1978 mit einer 25 Liter Spindelkorbpresse. Danach Tausch gegen eine 50 Liter SKP. Dann 2 x 50 Ltr in Schiebebiet mit Motorantrieb.

1996 folgte totaler Wechsel auf die Packpresse von Voran „P2-100“ mit 50er Rostgrößen. 2002 endgültiger Wechsel auf Hydropressen und nach der Saison 2008 geben wir den Mostereibetrieb aus Altersgründen auf. Vielleicht können Sie etwas daraus für sich ableiten.


Alte gebrauchte Packpressen haben meistens Rostgrößen von 100 x 100 cm und wiegen über eine Tonne. Beim Händler kosten die Geschütze zwischen 1.000,-- bis 4.000,-- Euro. Wenn Sie regional in Obstgebieten inserieren, kommen Sie eventuell sogar kostenlos an eine Packpresse. Müssen die dann aber noch demontieren und geduldig sein. Bis Sie fündig werden, kann über ein Jahr dauern. So bin ich z.B. 1988 im Rheingau-Echo mit meiner Flaschenwaschanlage mit 4 Inseraten nach 8 Wochen fündig geworden. Da kommt noch eine Menge auf Sie zu ;-).


Vielleicht schauen Sie sich mal die Neupressen bei www.voran.at an. Dann haben Sie zumindest eine Ausgangsbasis, was der Markt aktuell bietet.

Falls Sie aus Kostengründen doch lieber klein beginnen wollen, wählen Sie eine hydraulische Spindelkorbpresse mit etwa 100 Liter oder auch weniger. Das wäre ein guter Kompromiss. Sollte Ihnen das Mostereigeschäft später gefallen, war die Anschaffung nicht umsonst. Für die SKP haben Sie immer wieder Verwendung, so wie wir unsere 2 x 50 Ltr SKP noch für Kirschen einsetzen. 6 Jahre später überspringen Sie dann die Packpresse und holen sich gleich eine kleine gebrauchte Bandpresse.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen Perspektiven aufzeigen konnte.


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Größenwahl bei Hydropressen


Frage
Meine Streuobstwiesen werfen in normalen Jahren 600 kg ab (mit einer Schwankungsbreite zwischen 100 kg bis 1600 kg). Davon wurde bisher die Hälfte vermostet. Bisher haben wir ca. 100 Liter Most selbst verbraucht und den Rest auf das nächste Jahr vorgetragen.

Zur Verarbeitung meiner Äpfel überlege ich das Pressen selbst in die Hand zu nehmen. Auslöser ist, daß ich von der Kelterei nur noch 8 Cent statt bisher 30 Cent bekomme, der Liter Apfelmost aber mit 1 Euro berechnet wird. Der Vortrag ist auch nicht mehr möglich. Die Kosten für die nötigen Geräte sind dagegen zu stellen. Zerkleinern wollen wir die Äpfel mit einem Musermax.


Falls wir später eine Erhöhung des zu produzierenden Mostes denken, kommt eventuell ein luftabdichtendes Saftfass (z.B: Speidel) in Frage.

Hinsichtlich der sinnvollen Größe einer Presse bin ich unsicher und bitte um Ihren Rat. Bisher haben wir ca. 100 Liter Most pro Jahr selbst verbraucht (70 Liter als Most und ca. 30 Liter Saft). Daher halte ich eine 40 Liter Presse für geeignet. Die Pressungen sollen nach Erntefortschritt vorgenommen werden. An eine weitere Vermarktung ist zunächst nicht gedacht.

Aufgrund Ihrer Angaben für die 90 Liter Presse gehe ich bei einer 40 Liter Presse von einem Saftvolumen bei voller Bestückung von ca. 25 Liter aus. Kann die Presse auch mit weniger Maische bestückt werden. Wenn ja, wo liegt die Untergrenze?


Antwort von Wilfried Marquardt am 16.08.2005
wenn Sie in der Saison im Mittel 600 Kg Obst pressen wollen, ist die 40 Liter Hydropresse die richtige Wahl. Damit erreichen Sie etwa 68 bis 70 % Saftausbeute bei Einsatz des Musermax.

Wenn Sie jedoch nur die Hälfte Ihrer Obstmenge zu Saft verarbeiten wollen, genügt die 20 Liter Presse. Hiermit haben Sie etwa 73 bis 75 % Saftausbeute.

Je kleiner die Presse, um so höher die Ausbeute. Das hängt mit dem Abstand des Füllraumes zwischen Membrane und Presskorb zusammen. Je enger der Füllraum, um so geringer ist der Presswiderstand und um so leichter fließt der Saft ab.

Enge Zwischenräume (20 Liter-Presse mit 4 cm Schicht) sind jedoch zeitaufwändiger zu füllen, als weite Zwischenräume mit 6 cm bei der 40 Liter-Presse.

Bei den Hydropressen gibt es keine Mindestmenge. Sie können auch einen halben Liter Maische abpressen. Die Gummimembrane dehnt sich mit den 3 bar bis zum Presskorb aus. Hierbei haben Sie nur einen erhöhten Wasserverbrauch, mehr nicht.



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..Gnade denen, die mit Druckluft pressen, denn sie wissen nicht, was sie tun


Frage
In Südtirol habe ich bei verschiedenen Obstbauern diese Hydropressen im Einsatz beobachten können. Erstaunlich war für mich, dass sie nicht mit Wasser sondern mit Druckluft betrieben werden. Der Pressvorgang dauerte nur wenige Minuten. Ist das vorteilhaft oder zu verwerfen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 03.01.2007
Wer Hydropressen mit Druckluft betreibt, handelt kriminell und setzt sich und andere schwerwiegenden Unfallgefahren aus. Platzt die Gummimembrane oder reißt sie am Flansch ab, gibt es einen ohrenbetäubenden Knall. Wer dabei ungünstig nahe stand, ist taub. Zusätzlich kann der explosionsartig freigelegte Trester wie eine Schrotladung tödlich auf Personen wirken.


Bei der bestimmungsgemäßen Verwendung von Wasser gibt es lediglich einen leichten "Knack" und Wasser läuft ab. Mehr passiert dabei nicht.

Falls der Presskorb eine Schwachstelle im Bereich der Schweißnaht hat, könnte auch hier der Bruch bei Überdruck ausgelöst werden.

Wenn der Pressvorgang mit Druckluft nur wenige Minuten gedauert hat, wurde das Sicherheitsventil abgesperrt und mit wesentlich höherem Druck als 3 bar Betriebsdruck gepresst. Vermutlich 6 bar!


Um die Wirkung von Überdruck einschätzen zu können, stellen Sie sich einen normal runden Luftballon vor. Im prallen Zustand hat er etwa 6 Liter Volumen bei 0,5 bar. Wenn der platzt, hört es sich schon schön laut an. Bei der 90-Liter-Presse würden etwa 65 Liter Druckluft bei 3 oder mehr bar freigesetzt. Im geschlossenen Raum würden im Berstfall Fenster und Türen rausfliegen oder dünne Wände brechen.


Ich hatte eine unserer Hydropressen im Testbetrieb dem vollen Wasser-Leitungsdruck von 4,7 bar ausgesetzt. Das ergab eine Zeiteinsparung von 6 Minuten und eine Saftausbeuteerhöhung von 1 %. Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist dieses Überdruckverfahren unschädlich.

Dauerhaft wirkt es jedoch nachteilig auf die Haltbarkeit der Gummimembrane. Der Gummihersteller sieht bei bestimmungsgemäßer Verwendung eine Haltbarkeit des Gummimateriales von ca. 12 Jahren. Bei Überdruck von 2 bar nur 4 Jahre, falls sie nicht vorher an den Flanschen abreißt und damit untauglich wird.


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Umstieg bei Kräfteschwund


Frage
Ich habe mit großem Interesse Ihren Testbericht über die verschiedenen Obst- und Beerenpressen gelesen. Es ist schön, dass es jemand gibt der sein Wissen gerne weiter verteilt.

Auch ich habe in den letzten Jahren aus meinem Obstgarten die Äpfel mit einer eigenen Spindelpresse zu Saft und Wein verarbeitet. Aber es wird auch für mich langsam zur Quälerei und ich überlege, ob ich mir eventuell auch eine 40 Liter Hydropresse anschaffe.

Für mich wäre es nur wichtig zu wissen, ob sich die Anschaffung bei einem Preis von bis zu 700,-- Euro auch lohnt. Da Sie die Hydropresse schon einige Jahre benutzen, können Sie mir liebenswerter Weise einige Fragen beantworten?


Antwort von Wilfried Marquardt am 30.11.2007



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Wasserpresse mit Druckluft betreiben


Frage
Mit Interesse haben wir Ihre Berichte über die Obstpressen gelesen. Wir pressen zurzeit mit einer Speidel 180 Liter Wasserdruckpresse, allerdings nicht mit Wasser, sondern mit Druckluft. Erhitzen tun wir den Saft mit einer EHA18 Maschine der Firma Gebhardt. Das Abfüllen geht etwas schneller als das Pressen, so dass wir uns überlegt hatten, auf eine Packpresse umzustellen. Nach dem wir Ihre Berichte gelesen hatten, werden wir wohl eher eine zweite Hydropresse anschaffen, so sind wir flexibler und die Anschaffungskosten bleiben in akzeptablem Rahmen. Wie sind da Ihre Erfahrungen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 23.06.2008
Grundsätzlicher Hinweis zu Ihrem Pressverfahren mit Druckluft:
Wenn Ihnen die Gummimembrane aus irgendeinem Grund platzen sollte, ist das lauter als das Platzen eines Autoreifens und hat im Pressumfeld eine verheerende Wirkung. Das Ganze ist schlicht lebensgefährlich, was Sie da praktizieren. Platzt die Membrane mit Wasserfüllung, gibt es nur ein kurzes Puff-Geräusch und Wasser tritt aus. Sie haben dann nur verdünnten Saft, was auch ärgerlich ist, aber Sie kommen unverletzt und mit dem Leben davon.


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Hydropresse mit 4 bar Wasserdruck


Frage
Eine kleine Frage hätte ich noch: bei mir kommt eine 40l Hydropresse in Frage, und nachdem in Österreich fast alle Wasserleitungen in den Haushalten auf 4bar druckgemindert sind, scheint mir das Produkt eines ital. Herstellers (vgl.
http://www.enotecnicapillan.it/ing/idropresse.htm ) praktisch - da beim Pressdruck bis 4 bar, im Vergleich zur Speidel mehr Pressdruck zur Verfügung steht und kein eigender Druckminderer nötig ist. Also ev. mehr Ausbeute und weniger Kosten ins Haus stehen. Vom Aufbau her schauen beide Produkte sehr ähnlich aus (vgl. auch pdf anbei). Was meinen Sie dazu?


Antwort von Wilfried Marquardt am 10.07.2013
Der Pressenhersteller hat auf seiner Internetpräsenz
http://www.enotecnicapillan.it/ing/idropresse.htm eine Tabelle veröffentlicht, in der die Pressen mit 20 und 40 Liter Korbinhalt mit 4 bar und alle darüber liegende Korbgrößen bis 450 Liter, mit 3 bar Wasserdruck betrieben werden können. Die deutschsprachige Bedienungsanleitung ist hierfür nicht schlüssig bzw. nicht eindeutig aufbereitet:


Auf Seite 2 oben wird vorgegeben:
„Sicherheits-Ventile: Es ist strengstens verboten, die bereits auf 3 oder 4 ATM geeichte Sicherheitsventile abzuändern oder zu beseitigen.“
Das heißt, dass an der vorgegebenen Sicherheitseinrichtung nicht herumgewerkelt werden darf, welches so auch in Ordnung ist.

Auf der gleichen Seite 2 in der unteren Hälfte steht in Klammern:
(bis maximal 3 Atmosphären)


Beurteilung
Weil die Bedienungsanleitung für alle Wasserpressen der Firma gilt, dürfen deshalb Wasserpressen mit Voreinstellungen von 4 bar nicht betrieben werden. Als Käufer einer 40-Liter-Hydropresse haben Sie formal die Wahl, die Presse auf eigene Gefahr in Betrieb zu nehmen, die Presse wegen untauglicher Druckeinstellung an den Verkäufer zurückzugeben oder die Ungereimtheit schriftlich mit dem Verkäufer zu klären.

 

Von der praktischen Überlegung werden die Angaben des Herstellers in seiner Tabelle korrekt sein. Die Widersprüchlichkeit in der Bedienungsanleitung wird sicherlich in der Übersetzung von italienisch nach deutsch begründet sein. Diese Annahme verstärkt sich bei mir, weil die Bedienungsanleitung mit den zeichnerisch zerlegten Einzelteilen sehr ausführlich und präzise gehalten ist. Ich nehme an, dass der Hersteller Enotecnica Pillan seine Gummimembranen in den verschiedenen Größen bis zum Berstdruck im Praxistest geprüft und danach den maximal zulässigen Wasserdruck festgelegt hat.


Bevor man sich auf 4 bar Betriebsdruck festlegt, sollten die möglichen Vor- und Nachteile für die persönliche Nutzung überlegt werden:
In eigenen Erhebungen habe ich die Saftausbeuten bei den verschiedenen Korbgrößen der Speidel Hydropressen bei 3 bar festgestellt (siehe Tabelle auf
http://www.mostpresse.de/Schneidemuehle/Hydropresse/hydropresse.html ). Die 40-Liter-Hydropresse liefert nach etwa 50 Minuten Presszeit 70 % Saftausbeute und die 90-Liter-Presse nur noch 65 %. Ein Kunde berichtete mir, dass er die Presszeit bei der 90er Presse bei gleicher Saftausbeute von 65 % auf 15 Minuten reduziert hat, indem er die Presse mit 4 bar Wasserdruck betreibt. Als Folge des überhöhten Wasserducks muss er in jeder 2. Obstsaison die Gummimembrane austauschen, weil diese an den Flanschen abreißt und dann unbrauchbar ist.

Bei der 40-Liter-Presse werden sich diese Austauschintervalle wegen des geringeren Flächendrucks sicherlich verlängern, sind aber nicht auszuschließen. Insgesamt fehlen hierüber eindeutige Untersuchungen für praktische Anwendungen, die von den Herstellern geliefert werden sollten.


 

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Hebe-Spannring für 90-Liter-Hydropresse


Frage
Ich habe mir letztes Jahr eine 90 Liter Speidel-Hydropresse gekauft und bin hiermit auch sehr zufrieden. Ein Problem ist jedoch das Ausleeren der Presse. Hierzu haben Sie sich eine Hebevorrichtung gebaut, welche ich sehr praktisch finde. Meine Frage hierzu wäre: Wie greifen sie den Edelstahlkorb? Kann man diese Vorrichtung kaufen oder handelt es sich um einen Eigenbau? Über nähere Infos hierzu wäre ich ihnen sehr dankbar. Haben sie noch weitere Optimierungen an der Presse vorgenommen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 25.08.2014
Ihre Fragen habe ich zum Thema erhoben und hierüber einen Bericht verfasst, den ich Ihnen anhängend zukommen lasse.


Viel Freude am Nachbau und herzliche Grüße aus Reinbek bei Hamburg



Druckversion Hebe-Spannring für 90-Liter-Hydropresse


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Hydropresse im Wasserkreislauf


Frage
Weil Trinkwasser bei uns sehr knapp ist, Strom hingegen (da Selbsterzeugung) nicht, und die Hydropressen auf Grund ihres Gewichtes, ihrer einfachen Handhabung und ihrer Ausbeute dennoch sehr attraktiv wirken, hatte ich überlegt, dass man das Wasser das am Ende jedes Vorganges aus der Membranblase abgelassen wird, wieder genutzt werden könnte, um mit einer Pumpe (die mindestens 3bar Druck aufbaut) den nächsten Pressvorgang zu befüllen.

Was denken Sie, welche Probleme dabei auftreten könnten und was dem entsprechend zu beachten wäre?


Antwort von Wilfried Marquardt am 25.07.2015
Wenn Sie das Ablaufwasser der Hydropresse über statischen Falldruck in einem Behälter auffangen, können Sie es mittels eines Hauswasserwerkes in einem stetigen Kreislauf wiederverwenden. Hierfür wäre ein Fass mit etwa gleichem Volumen vom Presskorb unterhalb der Hydropresse anzuordnen. Daneben wird das Hauswasserwerk montiert und alles nach Anleitung des Maschinenherstellers mit Schläuchen verbunden. Die Gesamtkosten für Hauswasserwerk, Wasserfass aus Kunststoff und Schläuche mit Fittingen beläuft sich auf 250,00 bis 300,00 Euro.

In meinem Vorschlag sind die Geräte in 2 Ebenen aufgestellt. In der unteren Ebene das Wasserfass mit dem Hauswasserwerk und in der oberen Ebene steht die Hydropresse mit den nötigen Arbeitsflächen für die Arbeiten an der Presse.

Alternativ könnten alle Anlagenteile auch in einer Ebene aufgestellt werden, wenn nur die Hydropresse mit verlängerten Rohrbeinen erhöht würde, damit das Wasser aus der Gummimembrane über die Schlauchverbindung in das Wasserfass fließen kann. Die erforderliche Höhenverlängerung richtet sich nach der Bauart des Wasserfasses in Verbindung mit dem Saugrohr des Hauswasserwerkes. Bedenken Sie aber hierbei, dass der zu entleerende Presskorb mit dem Trester noch mühelos über die Spindel der Hydropresse gehoben werden kann.

Je nach Beschaffenheit/Verunreinigung/Temperatur des Kreislaufwassers könnte dieses nach 3 Wochen in einem Kunststoffbehälter faulig werden. Hiergegen hilft in der Saison das kreuzweise einlegen von 2 blanken Kupferrohren von etwa 30 mm Durchmesser als Dauereinlage von Beginn an. Oder Sie wählen gleich ein Fass aus Kupfer, wie z.B. ein ausgedienter Wasserboiler. Einmal im Jahr ist die Behälterreinigung vorzunehmen. Die glitschigen Beläge (Bakterien) aller wasserführenden Oberflächen werden hierbei entfernt.



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Entleerungseinrichtung für Saftwanne


Frage

In Ihrem Bericht "Pressleistung von Hydropressen" ist auf der Bebilderung ersichtlich, dass die Pressen auf Rollbrettern stehen und sich Auffangwannen unter den Pressen befinden.


Wie haben Sie den Ablauf aus den Wannen realisiert? Von außen meine ich einen Kugelhahn (roter Griff) sowie eine Geka-Schnellkupplung zu erkennen. Der Ablauf unter der Wanne ist natürlich nicht zu sehen. Da ich vor einem ähnlichen Projekt stehe, sind mir jegliche Hinweise und Tipps sehr willkommen.

 

Sind diese Teile (m.E. aus Rotguss) denn lebensmittelecht bzw. saftecht (wegen der Säure)?

Ich tendierte eigentlich zu Edelstahl, finde aber dort nichts passendes.

 

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und bedanke mich im Voraus recht herzlich.



Antwort von Wilfried Marquardt am 01.09.2015

Für die 90-Liter-Hydropressen habe ich im Jahre 2002 einen veränderten Unterbau mit 3 Dackelbeinen aus Edelstahl D = 30 mm, einem Rechteckrahmen 30 x 30 x 3 mm aus V2A mit 9 mm Siebdruckplatte abgedeckt und darauf die 90 Liter Saftauffangwanne gestellt. Die gesamte Pressanlage war mit 4 Lenkrollen D = 10 cm, versehen und alle Konstruktionsteile (bis auf die Wanne) miteinander verschraubt.

Die Saftwanne war an einem Ende mit einem ¾ Zoll Auslaufventil versehen. Alle Fittinge in Messing (nicht Rotguss): Am Boden Durchlassverschraubung, Bogen 90 Grad i-a, Kugelventil, Gekakupplung. Anbei 3 Fotos zur Veranschaulichung.


Die Messingmaterialien können für den Kontakt mit kalten Fruchtsäften bedenkenlos verwendet werden. Erst wenn die Temperaturen der sauren Medien über 25 °C ansteigen, beginnt die Schadstoffanreicherung im Produkt aus dem anteiligen Kupfer. Die Belastung tritt natürlich nicht blitzartig auf, sondern entwickelt sich langsam bei steigender Wärme und Zeit. Trotzdem sollte Rotguss (Messing-Lötfittinge mit hohem Kupferanteil) in der Mosterei nicht mit Säften oder Weinen in Berührung kommen, auch nicht im kalten Zustand.


Meine schlichte Definition zu Messing und Rotguss:

Rotguss lässt sich mit den Standard-Hartlötstäben im Glühverfahren ausgezeichnet verbinden. Die Verbindungsteile sehen kupferfarbig aus.

Messingfittinge lassen sich mit keinem Standardlot verbinden, sondern nur mit Silberlot. Die Verbindungsteile sehen auch nach der Lötung gelblich messingfarbig aus.


Im Gegensatz zu 2002 gibt es heute alle Fittinge auch in Edelstahl. Im Vergleich mit Messing sind die Preise für Edelstahl doppelt bis zehnfach höher, weil auch die Materialqualitäten beim Edelstahl (V2A bis V4A) sehr unterschiedlich ausfallen.



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Hydropresse nicht für Steinobst


Frage

Jetzt muss ich mich doch nochmal an Sie wenden, da ich mit meinen Erfahrungswerten etwas an meine Grenzen komme. Momentan betreibe ich meine kleine mobile Mosterei mit einer Packpresse und eine Schabermühle. In einer ersten Versuchsreihe habe ich vergangenes Jahr Mischsäfte aus Apfel und Gemüse (Karotte, Ingwer, Rote Bete, etc.) hergestellt. Diese kamen überraschend sehr gut an und veranlassten mich jetzt meine Ausrüstung um eine kleine Rätzmühle und eine gebrauchte Hydropresse (40 Liter) zu erweitern. 


Die Rätzmühle, um eine bessere Maischequalität auch bei Äpfeln zu erreichen und auch das Gemüse verarbeiten zu können. Die Hydropresse, da Sie bedeutend weniger Betreuungs- und Reinigungsaufwand bedarf, wie zB. eine Packpresse und könnte parallel betrieben werden.


Aufgrund der größeren Menge von Karottensaft (ca. 50 - 100 Liter pro Produktionstag) werde ich diesen weiterhin auf der Packpresse verarbeiten. Für die verbleibenden Gemüsesorten (ca. 7,5 - 15 Liter pro Presstag) würde ich die Hydropresse verwenden.


Mit dieser Ausrüstung habe ich jetzt recht gut Kernobst, Beeren und Gemüse für den momentanen Stand abgedeckt. Übrig bleiben jetzt leider noch das Steinobst, das mir etwas sorgen bereitet. Hier kommen vor allem Kirschen in Frage, die auch als Mischsaft mit Äpfeln ins Programm sollen. Diese würde ich eigentlich auch gerne mit der Hydropresse verarbeiten wollen, da die Menge pro Verarbeitungstag bei bis zu 50 Liter liegen wird und ich parallel an der Packpresse den Apfelsaft produzieren kann. Der Zeit und Kostenaufwand für diese Menge die Packpresse komplett zu reinigen oder einen Presskorb dafür zu kaufen sehe ich momentan noch nicht gerechtfertigt.


Bei der Hydropresse habe ich aber doch etwas bedenken, dass der Membran unter den Steinen leiden könnte. Hierzu kamen mir verschiedene Gedankenspiele:

- einen zweiten Pressschlauch (gleicher Durchmesser wie der äußere) etwas gefaltet am Membran ein zu legen und damit den Membran vor den Kernen zu schützen

- die Kirschen mit der Rätzmühle zu maischen und die Kerne über eine Sieb zu entfernen. Wobei ich hier etwas bedenken habe, dass die Maische nicht etwas zu fein werden könnte und zu viel Trub abfließen würde - geschweige denn vom Reinigungs- & Zeitaufwand.

- es berücksichtige bzw. in Kauf nehme alle paar Jahre einen neuen Membran zu kaufen wenn er kaputt ist, da die wenigen Pressungen (1-3/Jahr) mit Kirschen im Jahr nicht all zu sehr ins Gewicht fallen und dafür viel Zeit bei der Verarbeitung spare.


Wie wäre hier ihre Einschätzung dazu?


Antwort von Wilfried Marquardt am 09.03.2016

Mit Ihrer vorhandenen Packpresse können alle Obst- und Gemüsesorten gepresst werden, insbesondere auch Steinobst. Mit der Hydropresse sind bevorzugt alle Apfelsorten und Beerenobst zu pressen. Für Hartobst wie Quitten oder Karotten ist die Hydropresse wegen des geringeren Pressdruckes weniger geeignet und schon gar nicht für Steinobst. Schutzbezüge helfen nur bedingt, weil mit den gefalteten Einlagen teils der Pressdruck gemindert wird und der Bezug trotzdem spitze Kanten durchlässt. Auch vom Zeitaufwand (Rüstzeit und reinigen) lohnt sich die Verwendung der Hydropresse für 2 Pressungen nicht.


Ich empfehle Ihnen, alles mit der Packpresse zu pressen. Wenn verschiedene Obstarten an einem Tag zu pressen sind, dann werden die farbigen oder aromastarken Obstarten am Ende des Presstages verarbeitet.







Hilfsmittel für die Hydropresse


Frage

Auch dieses Jahr war das Saftpressen mit der Hydropresse wieder ein riesen Spaß und hat mich zu weiteren Ideen für Verbesserungen angeregt:


1.) Zur Zeit benutze ich ein recht engmaschiges Leinentuch als Pressgewebe. Sie bieten ja auch ein Presssack (Kunststoff) für die Hydropresse an, welche Vorteile hat dieser im Vergleich zu meinem Tuch?


2.) Gibt es für den Hobbybereich Safterhitzer die nach dem Durchlaufprinzip erhitzen? Bzw. haben Sie Erfahrungen mit Selbstbau?


3.) Ich betreibe bereits das zweite Jahr die Hydropresse mit einer Pumpe im Wasserkreislauf (vielleicht erinnern Sie sich, ich hatte Sie dazu mal angeschrieben...) Nun hätte ich eine Frage zur Verwendung des von Ihnen unter www.mostpresse.de angebotenen unter Druckminderers:

Ich würde ihn gerne für folgenden Zweck benutzen und bräuchte von Ihnen die Information, ob er dafür geeignet ist:

        In Kombination mit einem Druckschalter (der leider nicht so fein zu justieren ist, dass er auch bei 3 bar ausschaltet) und der Pumpe möchte ich Folgendes realisieren:

Der Druckminderer öffnet nur, wenn im danach liegenden Bereich der Druck unter 3 bar liegt, dann öffnet er und im davor liegenden Bereich fällt der Druck ab, so dass der Druckschalter

die Pumpe aktiviert - und zwar so lange, bis wiederum die 3 bar im Bereich nach dem Druckminderer erreicht ist und dieser wiederum verschließt (und der Druckschalter die Pumpe ausschaltet)  bis die 3 bar unterschritten werden.


Nun zur Funktionsweise des Druckminderers: Ist er immer offen mit dem eingestelltem Druck, oder ist er geschlossen, wenn der eingestellte Druck überschritten wird? Diese Frage ist ja essentiell für den vorgenannten Ablauf. Vielleicht haben Sie ja auch einen Tipp für mich, wenn es nicht geht, wie es dennoch zu realisieren wäre.


Antwort von Wilfried Marquardt am 26.09.2016

Nachfolgend meine Antworten auf Ihre Fragen:


Zu Frage 1:

Das geeignete Presstuch für Kernobst ist in der Gewebestruktur so aufgebaut, dass es den Press-Saft mit all seinen trüben Bestandteilen frei durchlässt. Damit ist eine optimale Saftausbeute beim Pressen gewährleistet. Wird als Presstuch ein engmaschiges Gewebe aus verwendet, wirkt dieses gleichzeitig als Filter und hält die Trubteile unterschiedlicher Größe am Gewebe fest. Dadurch wird die Pressleistung und die Ausbeute reduziert.

Wird relativ klarer Saft gewünscht, ist dieser in einem zweiten Prozess zu klären oder es wird vollreifes Obst bei der Verarbeitung ausgeschlossen.


Zu Frage 2:

Die Frage finden Sie bereits von mir beantwortet unter http://www.obstpresse.de/Erhitzen.html .


Zu Frage 3:

Der Druckminderer ist am Auslaufende einer Wasserleitung zu montieren, deren Druck mehr als 3 bar beträgt. Er kann schwankend sein. Der Auslaufdruck wird vom Verwender z.B. auf 3 bar voreingestellt. Ist der Auslaufdruck erreicht, schaltet das Ventil den Wasserdurchfluss ab und öffnet erst wieder, wenn Saft abgelaufen ist und dadurch der Druck unter 3 bar abgefallen ist.

In Ihrem Fall sollten Sie den Wiedereinschaltdruck des Hauswasserwerkes auf 3,5 bar einstellen. Dann sollte die Gesamtanlage rund laufen.


Weitere Infos zum Druckminderer entnehmen Sie bitte dem beigefügten Datenblatt.





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