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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel






Inhalt dieser Seite:


  1. Metall- und Holzbehandlung von Pressen  (21.07.2004)
  2. Holzbehandlung von Presskörben (05.05.2005)
  3. Schimmelflecken am Buchenholzpresskorb  (27.09.2006)
  4. Profilholz von einem Presskorb erneuern  (21.01.2007)
  5. Presse und Mühle restaurieren (26.07.2007)
  6. Lagerbuchse der Handmühle gebrochen (23.02.2009)
  7. Teure Ersatzteilbeschaffung  (12.09.2011)
  8. Stahlmesser gegen Edelstahlmaterial tauschen  (28.09.2011)
  9. Getriebepflege von alten Walzenmühlen (15.11.2011)
  10. Alte Korbpresse auffrischen (31.08.2012)
  11. Grundpflege gebrauchter Geräte (01.10.2012)
  12. Alugussteile der Hydropresse behandeln (27.03.2014)
  13. Pflege von Hydropressen (05.10.2014)
  14. Verbrauchsmengen für die Holzbehandlung mit Rindertalg (04.02,2015)
  15. Hydropresse, Pflege der Gummimembran (12.11.2015)




Metall- und Holzbehandlung von Pressen


Frage
Ich möchte ein alte Kelter wieder in Betrieb nehmen.
Können sie mir bitte sagen, mit was ich das gusseiserne Gefäß lackieren kann und mit was das Holz?
Selbstverständlich möchte ich Produkte, die ich guten Gewissens verwenden kann, da ich natürlich den Saft bzw. Wein trinken will.


Antwort von Wilfried Marquardt am 21.07.2004
wegen der Lebensmittelfarben auf Gusseisen wenden Sie sich bitte an ein Farbenfachgeschäft.
Wir haben früher Kelterlack geführt. Auf der Dose konnte ich jedoch keine Aussagen über die Lebensmittelunbedenklichkeit finden. Ansonsten roch der Kelterlack wie normaler Kunstharzlack.

Wenn es sich um Eichenholz handelt, laden Sie sich die Seite „Eichenholzbehandlung“ herunter. Dort habe ich die gesamte Prozedur beschrieben.



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Holzbehandlung von Presskörben


Frage
Wie muss das Holz einer Obstpresse behandelt werden? Gibt es dafür einen lebensmittelechten Lack? Bieten Sie so etwas auch an?


Antwort von Wilfried Marquardt am 05.05.2005
Buchenholz bedarf normal keiner Holzbehandlung und schon gar nicht auf den Korbinnenflächen. Wenn Sie außen lackieren wollen, verwenden Sie transparenten Bootslack. Ich rate jedoch von jeglichem Lackauftrag ab, da dieser nach und nach von Saft und Wasser unterwandert wird und sich dort graue Schimmelflecken unter der aufgebrochenen Lackschicht bilden. Bei Farblacken erkennen Sie den schwarzen Schimmel erst, nachdem der Lack sichtbar aufreißt.

Selbst Eichen- und Buchenholz unterliegen bei Wasserkontakt einer geringen Quellung. Bei Trockenheit schrumpft es wieder. Kein Lack ist in der Lage, diese Prozesse über Jahre zu überstehen.

Es entstehen Haarrisse, in die Wasser mit Fruchtzucker aus dem Saft eindringt und den Lack unterwandert. Dieser Nährboden begünstigt so den Schimmelbefall, wenn die Feuchtigkeit unter dem Lack nicht zügig abtrocknen kann.


Zur Eichenholzbehandlung lesen Sie bitte meine Ausführungen unter „Eichenholzbehandlung“. Danach ist Eichenholz allein wegen der üblich auftretenden “Schwarzfärbung” entsprechend zu imprägnieren.



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Schimmelflecken am Buchenholzpresskorb


Frage
wir haben im letzten Jahr bei Ihnen eine Obstpresse gekauft (OP 40). Nach mehrmaligem Gebrauch haben wir am Holz, besonders am Presskorb, schwarze Schimmelflecke, die wir versuchten, mit Essigessenz wegzuschrubben.

Leider ist uns das nicht gelungen. Haben Sie einen Tipp für uns, wie wir das Holz versiegeln können? Wir haben an Lack gedacht oder eine Konservierung mit Olivenöl, sind aber unsicher.


Antwort von Wilfried Marquardt am 27.09.2006
Ihr Problem habe ich kürzlich abgehandelt. Laden Sie sich bitte unseren Beitrag "Buchenholzbehandlung" runter. Ergänzend lesen Sie bitte auch die Seite "Eichenholzbehandlung".

Da Sie jetzt in Produktion sind, wird das Holz feucht sein und zusätzlich haben Sie keine Zeit für die Behandlung mit Rindertalg. Abhilfe schafft vorerst abschleifen am trockenen Holz.

Lagern Sie den Presskorb nach jeder Reinigung am Ende des Presstages in trockener Umgebung und wischen Sie vorher die restlichen Wassertropfen ab. Die relative Luftfeuchtigkeit des Lagerraumes sollte 70 % nicht überschreiten.

Nachfolgend noch eine Alternative zum Rindertalg, die mir ein Besucher unserer Homepage zukommen ließ. Ich selbst habe die Variante mit Sonnenblumenöl nicht angewendet und kann daher keinen Vergleich zum Rindertalg anstellen.


Vorzugsweise wird das Holz im Tauchverfahren oder Hilfsweise im Streichverfahren behandelt. Bevor das Holz völlig erkaltet ist, wird es vom überschüssigem Öl mit Putzlappen entfernt.

Bevor das behandelte Holz zweckverwendet wird, ist es in trockener und luftiger Umgebung allseitig frei zu lagern. In etwa 4 Wochen ist der Trocknungsprozess auch im Bereich der Holzporen abgeschlossen. Je wärmer die Umgebungsluft ist, um so schneller erstarrt bzw. trocknet das Öl. Die so behandelten Hölzer dürfen nur mit kaltem Wasser gereinigt werden.


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Profilholz von einem Presskorb erneuern


Frage
Am Eichenholz-Presskorb meiner Spindelkorbpresse hat sich an einigen Leisten schon der Holzwurm zu schaffen gemacht, so dass mindestens eine Leiste getauscht werden muss. Gibt es vielleicht so ein Holzprofil irgendwo zu kaufen, oder können sie mir ein paar Tips geben, wie ich so was nachbauen kann?


Antwort von Wilfried Marquardt am 21.01.2007
Wegen der Holzleiste können Sie selbst Hand anlegen und diese mit der Oberfräse profilieren. Das Rohmaterial kann auch Buche sein, falls Sie kein Eichenholz auftreiben können. Beschaffung beim Sägewerk, Holzhof oder Tischlerei/Schreinerei. Oder Sie gehen in den Wald und sammeln dort einen abgebrochenen Eichenzweig auf, den Sie auf Ihrer Tischkreissäge zu einem Stück Brett weiterverarbeiten. Das Holz sollte 3 Jahre abgelagert und vor der Verarbeitung im Außenbereich luftgetrocknet sein. Sonst bekommt es Schwindrisse und verzieht sich. Vielleicht haben Sie oder Freunde noch einen alten Tisch auf dem Boden. Die klobigen Tischbeine waren früher aus Eiche oder Buche. Oder im Sperrmüll suchen. Es gibt also viele Möglichkeiten.

Wenn Sie dann alles fertig haben, schlage ich Ihnen die Holzbehandlung entsprechend der Beschreibung auf unserer Homepage, vor.


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Presse und Mühle restaurieren


Frage und Antworten im Wechsel am 26.07.2007


Letztes Jahr habe ich bei ebay eine Wahler Presse gekauft, die ich jetzt restaurieren will.
Falls sie sich noch erinnern können, das passende Presstuch habe ich bei ihnen gekauft.
Die an der Presse integrierte Obstmühle sieht nicht mehr sehr ansprechend aus, die Holzteile sind recht dunkel und an den Stellen, an denen sie an Metall anliegen schwarz. Der Trichter sieht noch gut aus. Die Holzteile sind recht einfache Formen, so dass ich sie neu machen werde, welches Holz ist dafür das Beste und wie würden sie die Hölzer imprägnieren? (Rindertalg?)

Buche kommt vor Eiche, weil Buche keinen Gerbstoff enthält, der sich mit sauren Säften blau-schwarz verfärbt.
Auf unserer Homepage habe ich die Holzbehandlung mit Rindertalg für Eiche und Buche beschrieben. Es gibt nichts besseres, als Rindertalg.


An der Welle, mit den Haken, die die Äpfel zerkleinern, ist der Kelterlack schon recht brüchig, und an den Teilen, die besonders stark mit den Äpfeln in Berührung kommen ist der Lack schon ab und es hat sich Rost gebildet. Ist es sinnvoll, die Welle neu zu streichen, da der Lack wahrscheinlich auch nicht allzu lange halten wird und ich den Lack ja dann auch im Saft habe (der Lack, der abgeschürft wird). Können sie einen guten Kelterlack empfehlen und kann man den bei ihnen bestellen?

Verzichten Sie auf die Lackierung der Hakenwelle. Entfernen Sie vor dem Gebrauch der Mühle den Flugrost mit einem feuchten Lappen. Mehr muss hier nicht getan werden. Trocknen Sie künftig nach dem kalten Abwasch alle Teile mit Druckluft. Lagern Sie die Mühle bei maximal 65 % rel. Umgebungsfeuchte. Dann wird Ihnen nichts mehr rosten. Kelterlack ist nichts anderes, als Kunstharzlack. Ich empfehle die Marke „Histor“, die in Farbenfachgeschäften geführt wird.


Den Presskorb möchte ich auch restaurieren. Er sieht eigentlich noch recht gut aus, bis auf die schwarzen Stellen am Holz unter den Metallringen.
Auf ihrer Internetseite empfehlen sie dazu die Rindertalgbehandlung. Reicht es die Äußeren Flächen des Holzes, also die Außenseite des Korbes abzuschleifen, oder sollten die Hölzer komplett abgeschliffen werden. Falls ja wäre das sehr zeitaufwändig, da die Hölzer so eine Art Saftkanal haben, wo man nicht mit dem Schleifer ran kommt.

Die Hölzer sind rundum abzuschleifen. Für die Nuten passen Sie sich einen Holzscheit an, um den Sie das Schleifpapier legen. Hier ist Handarbeit gefordert.


Die Presse ist blau gestrichen, haben sie eine Ahnung, wo man so einen Lack her bekommen kann? (genau die gleiche Farbe)

Es handelt sich um Metallicfarbe blau, die in Sprühdosen im Farbenfachgeschäft angeboten wird.


Es wäre nett, wenn sie die Fragen zu meinem Vorhaben beantworten könnten.

Anbei erhalten Sie 2 Fotos von der freistehenden Wahlermühle, die ich für unsere Zwecke umgerüstet habe. Den Fichteholztrichter habe ich mit alten Fußleisten aus Eichenholz nachgebaut und mit Rindertalg behandelt. Von der Hakenwelle ist der Lack ebenfalls abgebröselt, ansonsten aber relativ rostfrei. Die Mühle haben wir in den letzten Jahren nur noch bei Kirschen und Pflaumen für die Maischegärung im Einsatz, wobei der angebaute Motor abgeklappt und die Mühle auf Handbetrieb gestellt ist. Das Schwungrad und die Handgriffe sind noch in Originalfarbe. Die anderen Metallteile wurden von mir mit schlichtem blauen Kunstharzlack gestrichen.







 

Lagerbuchse der Handmühle gebrochen


Frage
An meiner bei Ihnen erstandenen Obstmühle ist leider ein weißes Plastiklager gebrochen (siehe Foto), können Sie dafür ein Ersatzteil besorgen oder mir mitteilen, wo es so etwas geben könnte?


Antwort von Wilfried Marquardt am 23.02.2009
Bitte bestellen Sie das Wellenlager aus Kunststoff direkt beim Hersteller. Sie sparen dadurch Zeit und Kosten. Geben Sie bei der Bestellung auch an, ob es sich um die Obstmühle mit 10 Liter-Trichter oder mit 6 Liter-Trichter handelt. Fügen Sie ebenfalls das Foto bei, damit Irrtümer ausgeschlossen werden.


Der vormalige Hersteller Rauch hat den Keltereizweig an die Firma Günter Wein GmbH abgegeben.

Kontakt: info@gwein.de oder auch www.gwein.de .

Ich wünsche Ihnen, dass die Lieferung umgehend erfolgt. Bei Problemen kontakten Sie mich gerne noch mal.

Bedienungsanleitung Obstmühle OM 10, von uns überarbeitet mit Stand vom 30.12.2010



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Teure Ersatzteilbeschaffung


Frage
Nach längerer Suche und einer fast unendlichen Geschichte mit viel Ärger stieß ich zufällig auf Ihre Seite!
Ich keltere Äpfel privat schon seit mehr als 25 Jahren. Ich bekam 1994 den bronzenen Preis der DLG für meinen Apfelwein "aus dem Stand" als einziger Privatkelterer in Deutschland. Sicher ist meine Ausrüstung professionell.


Dazu gehört auch der F10-Plattenfilter von Enotecnica Pillan. Den erwarb ich gegen 1998 bei einem Anbieter auf dem Hochheimer Markt. Das ist ein Volksfest und Markt für Tiere, Landwirtschaftsgeräte und vor allen Dingen Geräte und Maschinen für die Keltereitechnik in Hochheim am Main. Dort treffen sich die Winzer aus Rheinhessen, dem Rheingau und Baden.


Leider ist der Markt für brauchbare Geräte immer dünner geworden. Ich bin eher konservativ und mag mir die Produkte, die ich kaufe, am liebsten selbst ansehen. Dann weiß ich, was ich bekomme. Der Lieferant hat aufgegeben. In ca.80 km von Ffm gibt es kein Geschäft für Keltereibedarf mehr.


Im Netz geht es fast nur so: provide, sell, cash, and forget. Bis vor kurzer Zeit machte ich noch Urlaub in Südtirol. Von da ist es mit einem schnellen Auto nicht sehr weit nach Camisano. War ein paar mal dort, um Ersatzteile zu kaufen.


Unlängst bot einer im Netz den Minifilter von EP an. Den frug ich um 15 Dichtungsscheiben aus Silikon 12 mm Innendurchmesser, 30 mm Außendurchmesser und 3 mm Stärke an. Er sagte, er hätte sie da und verlangte 1,80 €/St. 6,60 € Verpackung und Versand und Vorkasse. Es kamen Dichtungen völlig anderer Natur, total unbrauchbar in einem Schuhkarton. Nicht so toll?

Frage: Können Sie 15 Dichtungen wie beschrieben für den F10 von Enotecnica Pillan liefern? Wenn ja, geht das in einem Umschlag? Der kostet 1,45 €. Für eine Nachricht wäre ich dankbar.


Antwort von Wilfried Marquardt am 12.09.2011
Wir haben zwar noch ein neues Filtergerät F20 von der Firma Enotecnica Pillan mit den gleichen Silikon-Dichtungen wie beim F10-Gerät, jedoch keine Ersatzteile. Unter normalen Bedingungen halten Dichtungen aus Silikon mehr als 20 Jahre. Deshalb legt sich kaum ein Händler diese Kleinteile zu.


Der Preis von 1,80 €/Stück ist durchaus angemessen, wenn Sie sich den Verkaufsaufwand einmal vor Augen führen:
Bereits der Hersteller verschenkt seine Dichtungen nicht, sondern setzt dem Wiederverkäufer aus Servicegründen lediglich seine angefallenen Kosten in Rechnung. Bei 15 Dichtungen sind das 1,50 € für Material, 12,00 € Lohnkosten (15 Minuten) für zusammenstellen und versenden und 1,45 € Porto für den Versand an den Wiederverkäufer.

Zusammen also 14,95 €, die der Wiederverkäufer als Basispreis einsetzt. Für den Wiederverkäufer fallen Lohnkosten an für die Anforderung beim Hersteller und versenden der Dichtungen einschließlich Rechnung Schreiben an den Kunden mit 17,00 € für 25 Minuten Zeitaufwand. Abschließend noch 1,45 € Portokosten.

 

Als Endpreis für den Kunden ergeben sich so 33,40 Euro für 15 Dichtungen. Der von Ihnen entrichtete Endbetrag von 33,60 € bei Ihrem Händler ist also identisch und damit nicht überzogen. Hätte der Kunde die doppelte Menge Dichtungen bestellt, hätte sich der Endpreis nicht verdoppelt, sondern wäre lediglich um den Materialpreis von 1,50 € angestiegen.

Es ist also der Zeitaufwand, der den Stückpreis in die Höhe treibt.


Wenn der Händler pauschale Versandkosten von 6,60 € berechnet, obwohl die reinen Portokosten wesentlich geringer ausfallen, so ist dies durchaus in Ordnung und auch preiswert. Der Versandaufwand für das kleinste Päckchen oder einen Brief mit allem Drum und Dran, einschl. in den Briefkasten geben, ist für mich nicht unter einer dreiviertel Stunde abgewickelt. Dieser Zeitaufwand ist auf keinen Fall mit der Versandkostenpauschale abgedeckt. Der Verkauf des gleichen Artikels im Hausverkauf ist bei mir hingegen in 6 Minuten erledigt.


Für Sie als Kunde ist der Stückpreis natürlich nicht akzeptabel. Für mich waren die Preise für einzelne Dichtungen schon vor Jahrzehnten außerordentlich teuer. Hinzu kam der Zeitaufwand für die Beschaffung, weil kaum ein Händler im Heizungs- oder Sanitärfachgeschäft passende Dichtungen führte.

Aus diesem Grunde legte ich mir nach und nach die entsprechenden Größen von Henkellocheisen zu. Für die jeweilige Größe werden immer 2 Locheisen eingesetzt. Erst wird das größere Stück mit dem Außendurchmesser gestanzt und danach das kleinere Loch mit dem Innendurchmesser. Seitdem fertige ich mir meine Gummidichtringe selbst an. Die entsprechenden Gummimatten oder Abschnitte beschaffe ich im Fachhandel für technischem Bedarf.

Ich schlage Ihnen vor, ebenfalls diesen Weg zu gehen.

Hilfsweise schlage ich Ihnen vor, die Dichtungen bei er Firma www.rink-gmbh.de anzufragen, weil Firma Rink die Geräte von dem Hersteller Enotecnica Pillan führt.



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Stahlmessersatz gegen Edelstahlmaterial tauschen


Frage
Ich habe einen Vicking-Gartenhäcksler ähnlich den von Ihnen abgebildeten. Meine Messer sind rostig. Möchte ihn gern auf ein Edelstahlgerät umbauen. Woher kann ich einen Messersatz in Edelstahl beziehen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 28.09.2011
Unseren Viking-Häcksler erwarb ich damals unter der Bezeichnung „Obst- und Rübenhäcksler“. Der gesamte Korpus bestand aus lackiertem Stahl. Durch die mechanische Belastung bei der Obstverarbeitung scheuerte die Farbe ab und der Rost machte sich breit. Diesen Missstand beendete ich, indem die Stahlteile gegen VA-Material getauscht wurden. Für das doppelt gebogene Einfüllrohr wählte ich Kunststoffbögen.

An Originalteilen sind verblieben der Einfülltrichter aus Stahlblech, der Motor mit Antriebswelle und der Messersatz.


Der Messersatz mit Antriebswelle konnte nicht gegen Edelstahl getauscht werden, weil die Teile nicht in VA geliefert werden können. Den Maischeausräumer baute ich inzwischen auch in Edelstahl nach. Damit der Messersatz keinen Rost ansetzt, wird dieser sofort nach der Reinigung mit Druckluft ausgeblasen und so getrocknet. Weil der Obsthäcksler auch außerhalb der saisonalen Nutzung im trockenen Raum abgestellt ist, bildet sich kein Rost an den gehärteten Stahlmessern.

Selbst wenn es jetzt Austauschmesser in Edelstahl geben sollte, würde ich bei den vorhandenen Messern und meiner Reinigungsmethode bleiben.







 

Getriebepflege von alten Walzenmühlen


Frage
Die Handobstmühle habe ich tatsächlich von Baden Württemberg nach Thüringen geschafft- zusätzlich zu dem gesamten Zirkus. Die Verladeaktion war filmreif - ein megaschweres Teil (2 Steinwalzen und ein über 1m großes Drehrad) und ein Rentner mit Bauch und Asthma und ich, ohne großes Hilfsmaterial.

Nun habe ich die Mühle gereinigt, das alte Schmierfett herausgearbeitet, mit Kelterlack gestrichen. Nun möchte ich die Schmierstellen gerne neu schmieren. Was für Schmierfett empfehlen Sie?
Es gibt ja lebensmittelechtes Spindelfett - wie wäre das? Manche sagen Vaseline sei gut, oder Rindertalg? Da einige Staufferbuchsen abgeschert sind, würde ich gerne ein flüssiges Schmierfett nutzen. Da dachte ich an warme Vaseline mit einer Arztspritze in die Schmierstellen gespritzt? Was gibt es noch für flüssige lebensmittelechte Schmiermittel?


Antwort von Wilfried Marquardt am 15.11.2011

Herzlichen Glückwunsch zur Obstmühle. Ihrer Beschreibung nach ist es wohl so ein Koloss, wie im beigefügten Foto. Hier jedoch mit Riemenantrieb über den Trecker. Für eine effektive und damit feine Maische, sollten Sie die beiden Walzen so dicht zusammensetzen, dass sie sich fast berühren.


Zur Zahnradschmierung
sollten Sie Fette verwenden, die halbfest und leicht zäh sind. Damit wird eine relativ dauerhafte Schmierung und gleichzeitige Lärmminderung bei den Zahnrädern erreicht. Zusätzlich haftet das Fett gut an den Zahnrädern und wird bei sparsamer Verwendung auch nicht in der Maische landen. Die Überfettung von Lagerbuchsen und Metallzahnräder führt dazu, dass Fett über die rotierenden Teile in die Maische und damit in den Saft gelangt. Deshalb ist dieser kritische Maschinenbereich vor jeder täglichen Inbetriebnahme und auch zwischendurch auf überstehendes Fett an den Wellen und Zahnrädern zu prüfen und gegebenenfalls mit einem Lappen zu entfernen. Wenn später bei der offenen Safterhitzung auf dem Saft Fettaugen erkannt werden, wurde die Mühlenpflege vernachlässigt.


Die von Ihnen anvisierten Fette
sind für die Mühle alle ungeeignet, auch das Spindelfett, weil es nicht "leicht zäh" ist. Ich empfehle das "Hahnfett für Getränkeindustrie" Typ OKS 477 der Firma
http://www.oks-germany.com/ . Das Hahnfett OKS 477 ist das einzige Fett, das die 4 Lager meiner Flaschenwaschmaschine relativ dauerhaft schmiert und etwa 50 Betriebsstunden vorhält. Bei allen anderen bisher verwendeten Fetten musste ich die Lager wegen auftretenden Laufgeräuschen bei Fettmangel, bereits nach dreistündigem Betrieb nachfetten.


Die abgescherten Fettbuchsen
sollten Sie erneuern. Die gibt es noch in Geschäften, die Kugellager, Zahnräder oder Keilriemenscheiben führen. Hilfsweise könnte auch auf Schmiernippel umgerüstet werden. Doch mit den Fettbuchsen kann die Fettmenge wesentlich feiner und genauer dosiert werden. Bei Schmiernippeln wird in der Regel immer überdosiert und die Fettspritze ist meistens verlegt. Das Fett OKS 477 gibt es ebenfalls in den zuvor genannten Geschäften.



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Alte Korbpresse auffrischen


Frage
Ich bin ein Fan ihrer Arbeit und bereite gerade meine alte vergammelte Korbpresse wieder auf. Ihre Informatationen sind ausgiebig, mir fehlt jedoch eine ca. Angabe über die Menge des benötigten Rindertalgs, da ich den Talg nur 500g-weise über einen Onlineshop bekomme, würde ich gerne auf das erstemal die richtige Menge bestellen. Meine Presse fasst 130 Liter und hat 32 Latten.

Verwenden Sie als Hydrauliköl Salatöl für manuelle Korbpressen mit Hydraulikunterstützung?

Gehört unter einen Kelterlack Rostschutz?


Antwort von Wilfried Marquardt am 31.08.2012

 

Rindertalg
500 Gramm Rindertalg genügen für Ihren Presskorb als Verbrauchsmasse im Streichverfahren bei Eichenholz. Das reicht auch noch, um einige Hohlräume von Holzwürmern zu füllen. Wenn Sie jedoch tauchen wollen, ist das Volumen Leiste/Hohlkörper hinzuzunehmen.


Hydrauliköl
Für den Fall, dass ich mal Hydrauliköl nachfüllen muss, verwende ich Original Hydrauliköl. Ich bin mir nicht sicher, ob Salatöl mit den Eigenschaften von Hydrauliköl konkurrieren kann. Es gibt für mich auch keinen guten Grund, das mal auszuprobieren oder mich mit dem Thema weiter auseinander zu setzen. Weil meine Hydraulikanlage absolut dicht ist und somit kein Tropfen Hydrauliköl verloren geht, werde ich wohl auch zukünftig nichts nachfüllen müssen.


Farbbehandlung
Die Farbtechnik ist heute derart fortgeschritten, dass die Hersteller Farben entwickelt haben, die gleichermaßen als Rostschutzfarbe, als Vorstreichfarbe und als Lackfarbe aufgetragen werden können.


Der Lack sieht dann nicht hochglänzend, sondern "matt" aus. Es kommt also ganz darauf an, was eingekauft wurde und ob Farben von verschiedenen Herstellern miteinander harmonieren. Derartige „Mehrfunktions-Farben“ hat Firma Aldi gelegentlich im Angebot. Ich habe sie vor 2 Jahren im Aussenbereich ausprobiert und konnte bisher nichts Nachteiliges feststellen.


Ansonsten gilt:
Auf nackte und saubere Stahlflächen wird als Grundanstrich eine leicht verdünnte Vorstreichfarbe aufgetragen, die mit den nachfolgenden Deckanstrichen harmonieren muss.


Danach 2 Lackanstriche.
Die Lackanstriche bilden mit ihrer Lackdichte die Schutzschicht.

Soll nur Kelterlack verwendet werden, ist der erste Anstrich mit etwas Nitroverdünnung zu verdünnen, wenn der Kelterlack dies zulässt.


Wenn aus der Beschreibung auf der Dose nichts hervorgeht, hilft nur ausprobieren. Verdünnte Farbe füllt alle Oberflächenporen und stellt damit eine gute Haftung zu den Folgeanstrichen her. Danach zwei unverdünnte Anstriche mit Kelterlack.






 

Grundpflege gebrauchter Geräte


Frage

Vor einigen Tagen habe ich mit den abgebildeten Geräten (alles von ebay zum Schnäppchenpreis) 160 ltr. Apfelsaft hergestellt (2 Trotten). Abgefüllt wurde 82 Grad heiß in Literflaschen.

Der frische Saft ist o.k. Wir hatten 55 Grad Oechsle vorher gemessen. Leider hat der Saft aber einen gewissen Nachgeschmack, der zuerst irgendwie an Holz oder „barrique“ erinnerte. Man könnte den Nachgeschmack aber genau so gut auch als „eisenartig“ bezeichnen.

Im Prinzip kommen ja nur zwei mögliche Verursacher in Betracht. Die Trotte oder die Obstmühle. Gerne hätte ich Ihre Einschätzung dazu erfahren. Was halten Sie von der Obstmühle? Da ist natürlich nichts aus Edelstahl.
Was halten Sie von der Trotte? Die Hölzer sind Eiche. Den Pressteller hatte ich vorher sauber neu mit Kelterlach bestrichen. Wie müssen die Hölzer gepflegt werden? Muss der Presskorb vor einer Pressung irgendwie vorbehandelt werden? Wässern? „Imprägnieren“?


Antwort von Wilfried Marquardt am 01.10.2012
das Stahlblechrohr der Obstmühle hat Rostbelag an der Oberfläche und die Hölzer der Presse sind ebenfalls spakig verschmutzt. Beide Oberflächen geben ihre unterschiedlichen Aromagemische über die Maische an den Saft ab.

Ich schlage Ihnen vor, das Stahlblechrohr der Obstmühle gegen ein Kunststoffrohr (wie bei unserem Häcksler) zu tauschen, wenn es etwas Passendes dafür gibt. Ansonsten hilft nur die wiederkehrende Schutzlackbehandlung. Siehe auch http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/pflegetechnik.html und für die Holzbehandlung http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/eichenholzbeh_.html .



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Alugussteile der Hydropresse behandeln


Frage
Ich habe die Speidel Hydrpresse 180 Liter. Aktuell versuche ich den Deckel und Boden abzubeizen um Ihn in einen "neuen" Zustand" zu bringen. Hierzu würde ich grünen Kelterlack verwenden.

Meine Frage:
Muss ich überhaupt die Aludeckel neu steichen oder recht der saubere Aludeckel aus ?

Wenn nein, welchen Kelterlack und / oder Haftgrund würden Sie mir empfehlen ?
Die Firma Speidel hat mir entweder einen neuen Deckel / Boden für je ca 200,00 € ohne Versand oder Ihre kleinen Lackdosen (Reparaturlack / Set für Speidel-Hydropresse, 200 Grammdose für 32,13 €) empfohlen.... ;-(

Sie empfehlen den Lack von der Marke „Histor“ auf Ihrer Webseite. Sollte ich vorher die Aluteile mit einem Haftgrund steichen?

Ich möchte vermeiden dass ich in 3 Jahren mit Reparaturlack versuche die "Lacklöcher" zu kitten :-) .


Antwort von Wilfried Marquardt am 27.03.2014
Für Ihre Fragen gibt es verschiedene Antworten. Es kommt ganz darauf an, welches Ziel gewünscht wird bzw. beurteilt werden soll.


Aus gesundheitlicher Sicht könnte offenporiger Aluguss sich nachteilig auf den kontaktierten Saft auswirken, wenn

Wenn beide Varianten verneint werden, sehe ich keine gesundheitliche Belastung aus dem ablaufenden Saft. Mir sind auch aus der Literatur keine Fälle bekannt, die eine gesundheitliche Belastung aus der Nutzung von Lebensmittelzubereitungen in Alu-Behältnissen ergaben. Ich denke hierbei an das Camping-Kochgeschirr, dem Feldgeschirr von der Bundeswehr und die vielen Kochtöpfe im Haushalt und in Großküchen des letzten Jahrhunderts. Parallel zu den Emaillegefäßen waren hauptsächlich Alubehälter im Einsatz.

Die Oberflächenbehandlung ist eher eine hygienische Bewertung. Wenn z.B. offenporiges Aluminium mit Wasser gereinigt und abschließend mit einem Handtuch getrocknet wird, ist das Handtuch an den Reibekontaktstellen gräulich gefärbt. Bei dieser Betrachtung kommt man natürlich ins Grübeln, ob der im Handtuch sichtbare Aluminium-Abrieb auch im Saft sein würde.

Wer also die Alufarbe schön findet, sollte die gereinigten Alugussteile eloxieren lassen. Der Preis ist allerdings achtzehnmal höher, als ein dreifacher Farbanstrich.

In Ihrem Fall sollten Sie ruhig zum grünen Lack greifen. Welche Art und wie er zu verwenden ist, lesen Sie bitte unter http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/pflegetechnik.html .

Unter http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/pflegetechnik.html#Korbpresse-auffrischen habe ich eine Anleitung zum Schichtenaufbau gegeben. Was dort für "Stahlflächen" steht, gilt auch für Aluminium-Untergründe.



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Pflege von Hydropressen


Frage
Letztes Jahr habe ich mir eine 20 Liter Hydorpresse der Firma Speidel gekauft, diese mit einem Druckminderer versehen und damit erfolgreich 160 Liter Apfelsaft gepresst. Nach dem Pressen habe ich den Wasserzulauf leerlaufen lassen und das Gerät trocken eingelagert. In diesem Jahr kam mir beim Durchspülen des Wasseranschlusses (verzinktes Rohr) rostiges Wasser entgegen, das Manometer funktioniert nicht mehr und scheinbar ist auch das Überdruckventil nicht mehr gängig. Dies habe ich durch kurzzeitiges Erhöhen des Wasserdruckes durch den Druckminderer auf über 3 Bar feststellen können.


Habe ich bei der Lagerung des Gerätes etwas falsch gemacht?
Kann man irgendwie verhindern, dass Rost die Innereien der Presse beschädigt?


Antwort von Wilfried Marquardt am 05.10.2014
Bei der Speidel-Hydropresse sind die wasserführenden Metall-Teile aus Edelstahl, Aluminium und feuerverzinktem Stahl hergestellt. Anfällig für Metallrost sind besonders die innenliegenden Membran-Manschetten aus Aluminium und in geringem Maße die freiliegenden inneren Gewindeschnittstellen bei den Fittingen der verzinkten Rohre, wenn diese über längere Zeit einer feucht-warmen Luft (Sauerstoffeintrag) ausgesetzt sind.


Hätten Sie das Membran-Wasser nicht gegen Luft getauscht, wäre es nicht zu der von Ihnen beschriebenen Korrosion gekommen.
Die Korrosion findet hauptsächlich an den ungeschützten Aluminiumoberflächen der Membran-Manschetten statt, die an beiden Membranenden eingebaut sind.


Deshalb ist bei der Wintereinlagerung darauf zu achten, dass wirklich alle Luft über das Entlüftungsventil abgelassen wird. Anschließend ist die Hydropresse mit dem Membran-Wasser frostfrei zu lagern. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass das eingelagerte Wasser Trinkwasserqualität besitzt.

Häufig werden aus Kostengründen (Wassereinsparung) Hauswasserpumpen mit Wasser aus eigenem Brunnen für den Betrieb mit der Hydropresse verwendet.

Wenn dieses Brunnenwasser einen pH-Wert unter 7 hat oder eisenhaltig ist, begünstigt es die Innenkorrosion der Hydropresse an den Aluminium-Oberflächen.


Zur äußeren Pflege der Gummimembrane sollte bei Einlagerung die Außenhülle mit Talkum eingerieben werden, welches im Folgejahr vor Gebrauch natürlich wieder abgewaschen werden muss. Die Talkumierung schützt vor der vorzeitigen Materialversprödung.


Das Talkum sollte erst nach gründlicher Reinigung mit warmen Wasser und vollständiger Trocknung aufgetragen werden. Die weiteren Pflegehinweise entnehmen Sie bitte der Speidel-Betriebsanleitung im Abschnitt „Reinigung/Instandhaltung/Lagerung“.


Zur Veranschaulichung
Das beiliegende Foto zeigt bei einer ungepflegten 20-Liter Hydropresse eine geplatzte Membrane und die untere Membran-Manschette mit anhaftenden Rostpartikeln aus Aluminium.



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Verbrauchsmengen für die Holzbehandlung mit Rindertalg


Frage

Hallo, echt ein super Tipp mit der Behandlung von Rindertalg bei Buchenholz. Würde das bei meiner Presse auch gerne machen (mache den Presskorb neu mit Buche) haben Sie da Erfahrungen wie viel Rindertalg ich ca. brauche? Die Stäbe sind 79 cm lang und 3 x 4 cm breit, es sind 48 Stück.


Vielen Dank im Voraus.


Antwort von Wilfried Marquardt am 04.02.2015
Nach meinen Aufzeichnungen über den Verbrauch von flüssigem Rindertalg für Buchen- und Eichenhölzer werden im Tauchverfahren 182 ml/m² benötigt, wie dies von mir im Foto 3 dargestellt ist. Nach Ihren Angaben haben Ihre Hölzer eine zu behandelnde Oberfläche von 5,42 m².

 

Berechnung:
5,42 m² x 182 ml/m² = 986 ml
Zuzüglich einmalig halbe Tauchrohrfüllung als Mengenvorlage = 285 ml
Gesamt somit 1.271 ml Rindertalg.


Falls Hölzer wurmstichig sind, ist ein Zuschlag für die Hohlräume vorzunehmen.

Meine Angaben gelten für trockenes und oberflächenheißes Holz von etwa 60 °C, welches bei dieser Temperatur in den Heißtalg getaucht wird. Bei der Arbeit sind geeignete Schutzhandschuhe zu tragen.

Zum Streichverfahren habe ich keine Mengenaufzeichnungen gemacht und kann hierüber keine Angaben machen.



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Hydropresse, Pflege der Gummimembran


Frage
Ich habe tatsächlich noch bis zur Apfelsaison eine gebrauchte Hydropresse erstehen können!

Nach dem diese bei uns einwandfrei funktionierte (150 Liter Apfelsaft), ist die Membran (keine Risse oder Verfärbungen des schwarzen Gummis erkennbar) bei der Benutzung durch Bekannte gerissen. Dazu hätte ich drei Fragen, für deren Beantwortung ich Ihnen sehr dankbar wäre:



Antwort von Wilfried Marquardt am 12.11.2015

Die Versprödung der Gummimembran wird sichtbar, wenn die Membran ohne Maischefüllung bei abgenommenem Pressdeckel bis kurz vor dem Kontakt mit dem Presskorb mit Wasser aufgefüllt wird. Für die Risseschau mit Taschenlampe und Lupe ist dann der Presskorb abzunehmen. Weitere Hinweise lesen Sie bitte unter F&A-Hydropressen.


Zur Kompatibilität der Ersatzmembranen bei den Herstellern kann ich nicht weiterhelfen.


Beim Austausch der Membran ist darauf zu achten, dass die inneren wasserberührten Aluminiumteile von korrodierten Ablagerungen gereinigt werden.

Am Ende eines Presstages die Hydropresse sofort unter fließendem Leitungswasser reinigen. Hilfsweise weichen, breiten Flachpinsel oder Schwamm verwenden. Membran niemals der Sonne aussetzen, weil die UV-Strahlung die Versprödung begünstigt. Selbst Tageslicht in Räumen schadet dem Gummi.

Nach der Saison sollte die Membran zur Gummipflege im trockenen Zustand bei zylindrisch vorgespannter Form mit Talkum eingerieben werden. Danach die Hydropresse trocken, dunkel und frostfrei einlagern. Vor der nächsten Wiederverwendung ist das Talkum unter fließendem Wasser mit dem Schwamm wieder zu entfernen. Wer so seine Hydropresse pflegt und jährlich nutzt, kann mit 15 bis 20 Jahren Gummistabilität rechnen, sofern keine Maische mit spitzen oder kantigen Bestandteilen gepresst wird oder andere Nachlässigkeiten geübt werden.


Schäden an der Gummimembran entstehen in der Regel durch nachlässiges Hantieren der Bediener. Besonders auffällig ist dies bei den kleinen 20-Literpressen mit dem relativ engen Füllspalt. Das Einfüllen der Maische erfolgt dort in der Regel mit Hilfsmitteln von scharfkantigen Holzleisten oder Schaufeln. Hierbei wird dann durch wiederholtes Schaben an der Gummisäule das Material geritzt. Diese Kratzspuren werden ebenfalls bei der Sichtprüfung erkennbar, wie sie oben im ersten Absatz beschrieben ist.



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