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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel




Inhalt dieser Seite:


  1. Spindelkorbpresse im Holzgestell (14.07.2006)
  2. Pressdeckelhälfte gebrochen (22.08.2006)
  3. Erneuerung einer Presskorbleiste (21.01.2007)
  4. Kreuztuch anstelle Pressbeutel (29.01.2007)
  5. Spindelkorbpresse mit Motorbetrieb (04.02.2007)
  6. Effektive Presseinlagen (20.08.2007)
  7. Alternative Presseinlagen (11.09.2007)
  8. Presseinlagen für die Korbpresse (30.01.2008)
  9. Rasterbolzen wenden (09.09.2008)
  10. Bilanz nach 5 Jahren Einsatz der Korbpresse (02.10.2010)
  11. Pressbeutel als Einlage im Presskorb (22.10.2011)




Spindelkorbpresse im Holzgestell


Frage
als Naturkostfanatiker ist in mir der Wunsch gewachsen, ein Teil der im eigenen Garten geernteten Äpfel zu Saft zu verarbeiten. Da der Ertrag von Jahr zu Jahr schwankt, glaube ich, dass die von Ihnen angebotene kleinere Variante (Spindelkorbpresse im Holzgestell mit 10 Liter Füllvolumen) zur Verarbeitung ausreichend ist.

Mich würde dabei interessieren, was Sie für eine Empfehlung haben, um die Äpfel auf die notwendige Größe zu zerkleinern. Zum einen soll das notwendige Gerät nicht viel Platz einnehmen, aber auch kein großer körperlicher Aufwand notwendig sein!


Meine Frau und ich haben uns vorgenommen Ende August bzw. Anfang September die Hamburger Gegend zu besuchen und bei dieser Gelegenheit bei Ihnen vorbei zu kommen. Wieviel Tage zuvor müsste man bei Ihnen eine Bestellung für die Spindel bzw. Zerkleinerer abgeben?


Antwort von Wilfried Marquardt am 14.07.2006

Die Spindelkorbpresse im Holzgestell ist die geeignete Presse, um Kleinmengen des täglich oder zweitäglich fallenden Obstes frisch zu verarbeiten. Wenn Sie im Besitz einer elektrischen Küchenmaschine mit Messerwerk sind, haben Sie bereits die geeignete Obstmühle. In Kombination mit der Küchenmaschine erzielen Sie nach kurzer Einarbeitung mit der Holzgestellpresse Saftausbeuten bei Kernobst zwischen 65 und 70 Prozent. Mit den Handmühlen, wie auf unserer Homepage angeboten, sind mit der Holzgestellpresse nur knapp 45 % möglich, weil die Handmühlen das Obst nur grob zerkleinern. Beim Einsatz des Musermax werden etwa 60 bis 65 % Saftausbeute mit der Holzgestellpresse erreicht.

Wir haben bisher alle Holzgestellpressen ohne Mühle verkauft, weil die Kunden in ihren Haushalten bereits eine Küchenmaschine hatten.

Hersteller: E-Mail: veceroval@opp.cz,   www.opp.cz


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Pressdeckelhälfte gebrochen


Frage:
Wir pressen seit Jahren mit den Kindern unseren Apfelsaft selbst. Dazu benutzen wir die Obstpresse OP 10 und die Mühle OM 10. Leider sind uns beide Hartholzhalbschalen, die vor dem Pressvorgang auf den Presssack gelegt werden, zerbrochen. Ich habe schon versucht, diese zu leimen und zu verstärken, auch habe ich aus einer Hartholzplatte neue Halbschalen ausgesägt, beides hielt aber nur kurze Zeit. Ich würde mich daher freuen, wenn wir von Ihnen u.a. auch oben genannten Ersatzteile beziehen könnten. Teilen Sie mir doch bitte mit, ob dieses möglich ist und gegebenenfalls zu welchem Preis.


Antwort von Wilfried Marquardt am 22.08.2006
Das Problem der gebrochenen Pressdeckelhälften tritt besonders bei der OP 10 auf. Der Durchmesser ist kleiner, als die OP 20, bei gleicher Untersetzungsmechanik einschl. der gleichen Spindel. Der Flächendruck ist damit etwa doppelt so hoch. Wenn dann die Maische etwas ungleich verteilt wird oder der Presskorb nicht mittig unter der Spindel ausgerichtet wird, bricht das Deckelholz. Mit neuen Hölzern werden Sie also auch nicht froh sein.


Ich schlage Ihnen eine Alternative vor:
Beschaffen Sie sich ein Reststück Siebdruckplatte, 22 mm stark und sägen es kreisrund passend zur OP 10 aus. Also keine 2 Hälften! Damit der Pressbeutel nicht zwischen dem Deckel und der Korbwandung durchrutscht, passen Sie den Deckel nach Möglichkeit mit wenig Spielraum von nur 2 mm an. Um den Deckel nach Pressende von Hand entnehmen zu können, bohren Sie mittig ein 25 mm Loch, in das der Mittelfinger greifen kann.


Die Siebdruckplatte ist wasserfest. Lediglich an den Schnittkanten zieht Saft und Wasser ein und fördert so die Schimmelbildung. Hiergegen hilft eine Imprägnierung mit Rindertalg. Wie das geht, siehe „Holzbehandlung“ auf unserer Homepage. Wenn Ihnen das zu aufwändig ist, können Sie die Schnittfächen auch mit Sonnenblumenöl tränken und an der Luft trocknen lassen. In Verbindung mit Luftsauerstoff härtet das Sonnenblumenöl innerhalb 3 Wochen aus und wirkt wasserabweisend.


Oder Sie holen sich vom Schrotthandel ein Stück Alublech, 12 mm stark und sägen sich daraus mit der Stichsäge und eingelegtem Holzsägeblatt den Pressteller.


Sie sollten aber auch darauf achten, dass die Maische gleichmäßig verteilt ist und der Presskorb mittig der Spindel platziert ist. Ansonsten wird Ihnen irgendwann die Gewindespindel verbiegen. Die liefern wir Ihnen dann gerne aus ;-))


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Erneuerung einer Presskorbleiste

Frage
Am Presskorb hat sich an einigen Leisten schon der Holzwurm zu schaffen gemacht, so dass mindestens eine Leiste getauscht werden muss. Gibt es vielleicht so ein Holzprofil irgendwo zu kaufen, oder können sie mir ein paar Tips geben, wie ich sowas nachbauen kann?

Antwort von Wilfried Marquardt am 21.01.2007
Wegen der Holzleiste können Sie selbst Hand anlegen und diese mit der Oberfräse profilieren. Das Rohmaterial kann auch Buche sein, falls Sie kein Eichenholz auftreiben können. Beschaffung beim Sägewerk, Holzhof oder Tischlerei/Schreinerei. Oder Sie gehen in den Wald und sammeln dort einen abgebrochenen Eichenzweig auf, den Sie auf Ihrer Tischkreissäge zu einem Stück Brett weiterverarbeiten. Das Holz sollte 3 Jahre abgelagert und vor der Verarbeitung luftgetrocknet sein. Sonst bekommt es Schwindrisse und verzieht sich. Vielleicht haben Sie oder Freunde noch einen alten Tisch auf dem Boden. Die klobigen Tischbeine waren früher aus Eiche oder Buche. Oder im Sperrmüll suchen. Es gibt also viele Möglichkeiten.
Wenn Sie dann alles fertig haben, schlage ich Ihnen die Holzbehandlung entsprechend unser Beschreibung auf www.mostpresse.de , vor.


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Kreuztuch anstelle Pressbeutel


Frage
Danke für Ihr Angebot über das Kreuztuch für meine Spindelkorbpresse.
Ich wusste gar nicht, dass Presstücher so teuer sind. Wie lange hält denn so ein Tuch von der hervorragenden Qualität?
Kann ich auch ein Leinentuch oder etwas ähnliches nehmen?


Antwort von Wilfried Marquardt am 29.01.2007
Ich dachte mir schon, dass der Preis mit 47,00 Euro für das Kreuztuch Sie umhauen wird.

Das Kreuztuch hält bei sachgerechtem Umgang voraussichtlich 40 Jahre. Das heißt, Sie scheuern mit dem Gewebe nicht rum und waschen es bis maximal 40 ° C. In der Saison von 7 Wochen pressen Sie zweimal wöchentlich ganztägig. Umgerechnet sind das 560 volle Arbeitstage bei 12 Stunden Presszeit. In diesem Sinne hatte ich unsere Wahlerpresse 20 Jahre im Einsatz. Das Gewebe war lediglich leicht verformt, jedoch voll intakt. Die Doppelkorbpresse in Schiebebiet mit Motorantrieb haben wir letztes Jahr für 1.500,- Euro verkauft.


Sie können sich auch einen Pressbeutel selbst herstellen oder einen simplen grobmaschigen Sack aus Jutematerial verwenden. Leinengewebe ist zu feinmaschig und würde das Gewebe durch die Trubteilchen schnell dicht setzen. Auf jeden Fall werden Sie mit den Hilfslösungen nicht glücklich. Ich fing auch mal so an und erfand häufiger das Rad neu. Teils um die relativ hohen Kosten zu sparen oder weil ich meinte, das es das noch nicht gibt. Wenn es etwas „Fertiges“ gibt, ist es immer geeigneter als auf Hilfslösungen zurückzugreifen. Der Jutesack lässt sich schwer reinigen und hinterlässt einen feinen Nebengeschmack im Saft. Bei einigen Apfelsorten fällt das aber nicht auf.





 

Spindelkorbpresse mit Motorbetrieb


Frage
Meine Wahler-Presse ist bis auf das Presstuch komplett und so wie bei ebay abgebildet. Der Pressteller aus Aluguss und ein Teil des Hebelmechanismus, sowie 2 Weidenteller waren in den Presskorb gelegt.
Der Verkäufer hatte die Presse von einer Haushaltsentrümpelung. Wenn er die Presse 2 Monate früher verkauft hätte, als noch Mostsaison war, hätte er wohl einen wesentlich höheren Preis als die 200 Euro, erzielen können.


Mich würde noch interessieren, wie das mit dem Druckluftmotor bei ihrer Presse gelöst war. Auf dem Bild auf ihrer Homepage sieht es so aus, als ob ein großes Zahnrad an dem Drehteller, der die Spindel nach oben und unten stellt, befestigt war. an dem Zahnrad greift dann vermutlich ein Getriebemotor an?
An Ersatzteile kommt man wohl auch nicht mehr ran?


Antwort von Wilfried Marquardt am 04.02.2007

Die 50-Liter Korbpresse ergänzte ich 1986 mit einem Motorantrieb. Zwischen Pressteller und Lochscheibe kam ein Zahnkranz. Daran angekuppelt ein kleines Zahnrad mit Welle zum Getriebemotor, der im Dachhohlraum des Hofdaches montiert war. Hinter dem elektrischen Getriebemotor war noch ein Druckluftmotor gekoppelt. Mit dem Elektromotor wurde über ein Zeitrelais etwa zwei drittel der Korbfüllung gepresst. Danach wurde umgeschaltet auf Druckluft, weil damit der Enddruck genau eingestellt werden kann. Der Druckluftmotor war erforderlich, weil es keinen Druck-Endabschalter für Kraftstrombetrieb gibt. Es gibt lediglich eine Thermische Sicherung, die bei Motorüberlastung anspricht. Bevor der Schalter wieder eingedrückt werden kann, muss der Thermostat abkühlen.


Die Kosten des Motorantriebes beliefen sich 1984 auf 4.709,00 DM. Dafür hätte ich eine hydraulische Doppelkorbpresse mit 2 x 100 Liter bekommen. Ich wusste nur nicht wo und erfand somit das Rad neu..

1991 ergänzten wir nochmals mit einem zweiten Presskorb und hatten dann eine Doppelkorbpresse in Schiebebiet. Für die Ergänzung gaben wir nochmals 1.960,00 DM aus. Mit der Grundanschaffung 1983 in Höhe von 2.366,00 DM hat uns die Presse 9.035,00 DM gekostet. Sie ging im letzten Jahr komplett mit Motoren-Getriebe für 1.500,00 Euro weg. Also umgerechnet 3.000,00 DM.


Der Käufer wurde von mir umfassend eingewiesen.
Weil er wohl ohne Druckluft und nur elektrisch presste, brach die Gussgewindemuffe, in der die Spindel geführt wird, infolge Überlastung. Das Ersatzteil kostete 460,00 Euro bei dem Enkel von Wahler, der noch Ersatzeile führt. Er hat seine eigene Maschinenbaufirma am alten Standort vor einigen Jahren neu eröffnet. Siehe auch:
http://www.claus-ziegler-maschinenbau.de/


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Effektive Presseinlagen


Frage
Auf der Suche nach den von Ihnen beschriebenen Presseinlagen aus Teppichboden wurde ich bisher nicht fündig. Die Saftausbeute würde sich wahrscheinlich noch ein bisschen steigern lassen, wenn ich die Weidenböden verwenden würde, aber diese sehen schon recht schlecht aus (Holzwurm) und der Vorbesitzer hat sie mit einem sehr weichen Draht, der mich an Lötzinn (Blei) erinnert, verstärkt.

Wo kann man denn solche Weidenböden kaufen, oder geht auch ein anderes Material z.B. Holzplatte?


Antwort von Wilfried Marquardt am 20.08.2007
mit den Weidenböden war ich auch nicht zufrieden und fand erst in den letzten Jahren die beste Alternative, die überhaupt möglich ist.

Bei meinen Experimenten mit Einlagen aus Rosten, Sieben, Geflechten und Blechen fand ich heraus, dass der Saft von Natur aus durch die feinen Strukturkanäle der Maische abfließt. Dabei hat unreifes Obst die beste Saftablaufstruktur und vollreifes Obst die schlechteste. Wenn das Obst mürbe und mehlig ist, sind die Saftabflusskanäle verklebt und verstopft. Der Saft fließt dann nur unter übermäßigem Druck langsam ab, wobei viel Trubstoffe dabei sind. Je größer das Pressenvolumen, um so länger dauert der Saftabfluss.

 

Bei den Packpressen wurde die Problematik mit den Einlagen aus Roste und Presstuch beseitigt. Die Schichten sind mit 6 cm festgelegt. Eine ähnliche Funktion übernehmen die Weidenböden bei der Korbpresse. Der Saft läuft innerhalb des Geflechts wunderbar zügig ab, aber die nachfolgende Reinigung der Weidenböden ist unverhältnismäßig zeitaufwändig, weil sich der Trester in allen Rillen verhakelt hat. Darauf habe ich die Weidenböden in passende Pressbeutel eingeschlagen, was den Reinigungsaufwand minderte, dafür musste ich dann aber zusätzlich die Pressbeutel noch waschen. Vom Reinigungsaufwand für die Pressbeutel abgesehen, war trotzdem ein Zeitgewinn zu verzeichnen.

Mit 4 Weidenböden pro Presskorb erfolgte ein Pressentakt in 20 Minuten. Negativ wirkte sich jedoch das reduzierte Füllvolumen durch die Weidenböden als Einlagen mit rund 30 % aus.


Derzeit verwenden wir wieder eine Korbpresse, jedoch hydraulisch betrieben mit 150 Liter Korbinhalt. Ohne Presseinlagen dauert eine Pressung kurz über eine Stunde bei 65 % Saftausbeute.

Nach jahrelangen Suchen in Teppichhäusern hier in Hamburg fand ich endlich einen hartgewebten Teppichboden ohne Klebstoff und ohne Beschichtung in 3 mm Stärke.

Das Material besteht etwa zu 80 % aus einem nicht brennbaren Wollfaden und zu 20 % aus einem Kunststoffgarn. Daraus habe ich mir kreisrunde Presseinlagen geschnitten und den Rand gegen ausfransen mit der Heißluftpistole eingeschweißt. Schweißbar ist nur der Kunststoffanteil, der mit 15 - 20 % gerade noch genügte.


In Maischeschichten von 5 cm presste ich im Jahre 2005 71 % in 40 Minuten ab. Im Folgejahr 2006 verdoppelte ich die Presseinlagen, so dass die Maischeschichten nur noch 2,5 cm betrugen. Die Presszeit reduzierte sich auf 30 Minuten bei 75 % Saftausbeute. Es hat sich also gelohnt

Das Fabrikat des Teppichbodens konnte oder wollte mir der Verkäufer von "Eichtal" www.eichtal.de nicht sagen. Auf dem Kaufbeleg steht auch nichts weiter drauf, als "Teppichboden" für 19,95 Euro pro Quadratmeter.

Anbei 2 Fotos für Ihre Kaufsuche.


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Alternative Presseinlagen


Frage
Würde als Presseinlage für die Spindelkorbpresse auch ein Rost funktionieren, so ähnlich, wie der, auf dem der Presskorb steht (Dünne Leisten über Kreuz)? Bei der Firma Rink Gmbh gibt es gerillte Plastikplatten, die als Pressrost für Packpressen gedacht sind, könnte man aber rund zuschneiden. Funktioniert so was auch und wie gut? Die Firma Rink verwendet übrigens keine Einlagen in ihren Korbpressen.


Die Firma Voran verwendet bei ihren Korbpressen angeblich 3 Zwischenlagen in der für mich passenden Größe 380mm. http://www.seema.de/index.php?id=452 Link zu Voran Korbpresse


Dort werde ich mich erkundigen, wie die Einlagen beschaffen sind, ob man sie nachkaufen kann und was sie kosten.

Sind ihre Teppichböden besser, als solche Einlagen? Hätte eine runde Holzplatte als Einlage auch eine positive Wirkung auf den Saftabfluss?


Ansonsten bin ich mit der Presse recht zufrieden, habe auch schon ca 400L gepresst. In absehbarer Zeit muss wohl ein Muser für die Zerkleinerung der Äpfel angeschafft werden, denn bei größeren Äpfeln verstopft die Walzenmühle ständig. Auch mit den Bag in Box Verpackungen klappt es bis jetzt gut. Ich erhitze auf 80 C mit dem Kochstar Topf. Bis jetzt ist auch noch kein Beutel geplatzt oder geschimmelt.

Warum sind Sie denn wieder auf eine Korbpresse umgestiegen? Waren die Hydropressen nicht Ideal? Und warum keine Packpresse?


Antwort von Wilfried Marquardt am 11.09.2007
Der Saft läuft nur in der Dränageschicht ab. Als Dränage funktioniert der von mir bereits beschriebene Teppichboden, Weidenböden, Presstücher und spezielle Filterplatten bzw. –matten. Also alles, was hohl ist. Holz, Metall und Kunststoff ist nicht hohl und funktioniert nicht.


Wenn Sie in Ihrer Korbpresse Holzplatten oder die gerillten Platten von Rink einlegen, wird die Maische zwischen diesen Einlagen, somit innerhalb der Maischeschicht entsaftet. Der Trester wird hart zum Rand gepresst, den Sie anschließend mit Brechwerkzeugen lösen müssen. Probieren Sie das ruhig mal aus.


Ich fing 1978 mit einer 25 Ltr Korbpresse von Wahler an. Nach 6 Jahren verdoppelte ich auf 50 Liter und nach weiteren 6 Jahren auf 2 x 50 Liter in Schiebebiet. Nach wiederum 6 Jahren wechselte ich auf 2 x 100 Liter Packpresse mit 50er Rosten in Schiebebiet. Die Packpresse liefert zwar die höchste Saftausbeute, ist aber auch die reinste Knochenarbeit und der Pressraum sieht abends aus wie Sau vom abschütteln der Presstücher. Ein zeitlicher Gewinn gegenüber der Doppelkorbpresse war kaum auszumachen.


Mit den 4 Hydropressen ging das alles leichter und sauberer. Doch die 4 Hydropressen nahmen viel Arbeitsraum im 22 m² Pressraum ein und ich hatte wieder Schläuche auf dem Fußboden rumzuliegen. Auch der Abwasch von 4 Pressen wurde mir zu zeitaufwändig.

Das alles können Sie unter Pressentest und den unten hinterlegten Dateien nachlesen.


Mit der jetzigen hydraulischen Korbpresse mit 150 Liter Inhalt geht alles leichter, schneller und sauberer. Ich konnte wieder die Schläuche in den Leerrohren unterhalb der Kellersohle nutzen und habe wieder den gewohnten Freiraum. Der Saft läuft von der Presse im Schlauch unterhalb der Kellersohle in einen Behälter mit Schwimmerschaltung und wird von dort in Lagerbehälter im Pressraum gepumpt. Alles in Leerrohre unterhalb der Sohle und vollautomatisch über Zeitrelais gesteuert. Ich muss nur die Schläuche für die unterschiedlichen Saftsorten rechtzeitig umstecken.


Den Pressraum hatte ich seinerzeit für die Doppelkorbpresse (mit Motorantrieb) ausgelegt. Den Trester schleppe ich auch nicht mehr aus dem Pressraum, sondern transportiere ihn in 2 Bütten im Wagen am Seilzug mit Laufkatze in das Erdgeschoss und von dort weiter zum Erdtank im Garten. Den Seilzug mit Laufkatze baute ich mir für die Hydropressen ein und kann ihn jetzt weiter nutzen.



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Presseinlagen für die Korbpresse


Frage
Mit sehr großem Interesse habe ich Ihren Pressentest für die große Korbpresse gelesen. Die Ausführlichkeit ist schon faszinierend und ich werde ihn bestimmt noch mehrmals heranziehen um vertiefende Auskunft zu bekommen. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, diesen Praxistest gelesen zu haben und kann viele Punkte sehr gut für meine Umsetzung verwenden.

Vertiefend würde mich noch einiges interessieren:


Antwort von Wilfried Marquardt am 30.01.2008


Interessant ist der Vergleich mit Fa. Voran in Österreich:
Im Prospekt von 1993 zu den Korbpressen wird kein Pressbeutel verwendet, jedoch 2 Drainageeinlagen. Im Foto wird direkt in den blanken Presskorb gemahlen.
Im aktuellen Prospekt von 2007 wird ein Presskorb mit eingelegtem Pressbeutel gezeigt und in der Beschreibung zum Liefervorgang ausgewiesen. Die Drainageeinlagen sind auf 3 Stück angehoben. Nun bin ich gespannt, ob Voran die Anzahl seiner Einlagen und evtl. das Material von Teppichrasen auf Teppichboden verändern wird.






 

Rasterbolzen wenden


Frage
von meinem verstorbenen Schwiegervater habe ich eine fast ungebrauchte Presse OP 5 geerbt. Ich schätze das Alter auf etwa 4 - 5 Jahre. Ihre Bedienungsanleitung habe ich mir ausgedruckt.

Meine Frage: Warum gelingt es mir nicht, die Gewindespindel nach unten zu drehen? So viel ich auch drehe, die Gewindespindel bewegt sich nicht nach unten, sondern bleibt in oberster Stellung. Liegt hier evtl. ein mechanischer Schaden vor?


Antwort von Wilfried Marquardt am 09.09.2008
Ihre Frage kann ich so aus der Ferne ohne greifbare Details nicht beantworten. Vielleicht haben Sie das Übersetzungsdruckwerk nicht mit dem Rasterbolzen festgestellt. Hierfür wenden Sie bitte nur den Rasterbolzen.

Bedienungsanleitung OP 5 bis OP 40, von uns überarbeitet mit Stand vom 30.10.2007


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Bilanz nach 5 Jahren Einsatz der Korbpresse


Frage
Zuerst möchte ich Ihnen Danken für die ausführlichen Berichte, welche ich auf Ihrer Homepage gefunden und mit Interesse gelesen habe!


Unser Mosten:
Wir machen etwa 1-2 mal pro Woche frischen Most für unseren Direktverkauf und mehrmals eine etwas grösser Menge für Bag-in-Box. Ab und zu bringt jemand Äpfel, um bei uns pressen zu lassen (es gibt da aber andere im Dorf).
Alles in allem 1500-2500 Liter pro Jahr.

Für den Direkverkauf hatten wir zuerst eine kleine Korbpresse mit Handhydraulik, mit welcher wir alle paar Tage frischen Most machten. Im Dorf haben wir eine Doppel-Packpresse mit Drehteller, die wir ausleihen können für jeweils einen grösseren Posten von je etwa 500 Liter.

Vor ein paar Jahren haben wir ein 60L elektro-hydraulische-Korbpresse, mit aufgesetzter Rätzmühle übernommen.

Jetzt habe ich erstmals eine 90l Hydropresse ausprobiert und bin von dieser begeistert.


Meine Erfahrungen mit den Pressen:


Die Handhydraulik-Korbpresse funktionierte zum pressen eigentlich ganz gut, aber in der Zwischenzeit verliert diese minimal Öl und dies ist so angeordnet, dass man aufpassen muss, dass kein Tropfen Öl in den Most kommt (Hebelmechanik oben).


Die 60 Liter Korbpresse ist öltechnisch besser durchdacht (Kolben unten), geht schnell und hat eine gute Ausbeute (wenn alles funktioniert). Da gibt es aber so viele "Fehlerquellen", wie sie das auch in Ihrem Test der 150er beschreiben. Im Alter ist der Korb leicht Oval geworden. Der Korb machte auch von Anfang an einen "Bauch", da nur zwei Gurte, der Vorgänger hat da mal einen dritten angeschweisst. Der Sack drückt aber immer irgendwo hoch. Und wenn mal nicht, dann findet der Most einen anderen Weg zum rausspritzen. Im dümmsten Fall verklemmt sich der Trester mit Korb und Pressdeckel. Etwa jedes vierte mal gibts einen Zwischenfall, wo man die Pressung abbrechen muss. Hab auch schon verschiedenes ausprobiert, neuer enganliegender Deckel, vorpressen in der Hälfte, Presspausen, verschieden angeordnete Lagen…


Die Doppelpackpresse, welche wir ausleihen geht eigentlich ganz gut, effizient, gute Ausbeute, aber arbeitsintensiv. Endreinigung ist viel und auch muss man bei der älteren Maschine mit dem Hydraulkik-Öl aufpassen (wo man die Bleche/Tücher hinstellt/ankommt). Äpfel müssen da alle vorher gewaschen werden. Bei den Korbpressen/hydropresse kann eine Person, waschen-mahlen-pressen, im Takt.


Die 90 Liter Hydropresse hat mich fasziniert, kein Spritzen, kein Öl an der Maschine, praktisch null Verschleissteile, kein Strom, einfaches schnelles Trester einfüllen, unterschiedliche Trestermengen, kein Lärm, leicht, handlich, weniger Trub/Tresterteile im Saft und man kann die über Mittag einfach laufen lassen, ohne Bedenken, in der Anschaffung günstiger.

Reinigung ist gleichwertig oder einfacher als der Korbpresse, mit den x-einlagen und säckchen. Das einzige ist die Tresterentnahme, die bei der 90l nicht optimal ist. Ausbeute ist geringer, aber all die anderen Vorteile sind für mich unübersehbar.
Der grösste Teil der Pressung geht sehr schnell, aber die letzten 5-10 Liter extrem lang.
Könnte mir aber durchaus vorstellen mehrmals hintereinander kurz abzupressen und dann, den Trester mehrerer Pressungen nochmals zu Pressen.


Nun meine Fragen:


Grüsse aus der Schweiz


Antwort von Wilfried Marquardt am 02.10.2010
Es ist schön, mal von einem zu lesen, der auch schon verschiedenes durchprobiert hat.


Zur Ölhydraulik Ihres Presskolbens
schlage ich Ihnen vor, diesen auszubauen und zur Reparatur der Dichtung in eine Werkstatt für Hydraulikanlagen zu geben.


Die Arbeit mit meiner hydraulischen Korbpresse hat sich seit meiner Berichterstattung im Januar 2008 nicht verändert. Zum Zeitpunkt meines Berichtes hatten wir die Presse bereits drei Jahre bzw. Saison in Gebrauch und Erprobung. Es sind auch keine neuen Erkenntnisse hinzugekommen.


Geändert hat sich lediglich, dass der Trester nicht mehr zur Auflockerung gemahlen und im Erdtank entsorgt wird. Wir haben wieder einen Tierhalter gefunden, der unseren gesamten Trester abnimmt. Die Befüllung der handlichen 60-Liter-Fässer erfolgt gleich im Pressraum. In solch ein Fass mit Deckel und Spannring passt gestampfter Trester aus 160 Kg Äpfeln.


Im Vergleich mit allen meinen vorhergehenden Pressentypen ist dieses Modell im Verbund der Gesamtanlage am leichtesten zu Händeln. Dies ist aber nur mit den verschiedenen Ergänzungen und Anpassungen möglich geworden. Mit der Korbpresse lässt sich derart sauber arbeiten, dass der Arbeitsplatz um den Pressplatz herum trocken und klebefrei bleibt. Das hatte ich bisher mit noch keiner anderen Presse praktizieren können.


Wegen der verwendeten Presseinlagen lässt sich der Trester lagenweise spielend entnehmen und in die beigestellte Trestertonne mit 60 Liter Inhalt übergeben.


Wer ähnlich leicht und einfach mit einer Korbpresse arbeiten will, muss selbst Hand für Nacharbeiten anlegen, weil es das alles nicht fertig gekauft gibt. Wer die Arbeiten jedoch entlohnen muss, für den wird die Korbpresse dann aber doch sehr unwirtschaftlich in der Anschaffung.


Eine Umstellung der Hydropressen
von 90 Liter auf 180 Liter hätte mir aus mehreren Gründen nicht gefallen.



Im Ergebnis also höherer Kraftaufwand für weniger Saft.

Mit der Wahl von 90er Hydropressen ging ich einen akzeptablen Kompromiss ein. Wie Sie den Berichten entnehmen können, gab es auch hier viele Ergänzungen und Veränderungen an der Pressanlage.


Wenn Sie nicht mindestens 1,90 Meter groß und zusätzlich kräftig sind, können Sie den 90er Korb mit Trester nicht über die Mittelspindel heben. Dann muss entweder eine zweite Person oder ein Hebewerkzeug her. Wer hierüber nicht verfügt, bleibt besser bei der 40-Literpresse. Natürlich kann eine kleinere Person zum Größenausgleich auch einen kleinen, breiten Hocker für die Hebearbeit nutzen. Dann steht aber noch ein Teil herum, das nachher gereinigt werden muss.


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Pressbeutel als Einlage im Presskorb


Frage
Mit viel Interesse studiere ich schon seit einiger Zeit Ihre beiden Internetseiten. Ich finde es zu schön, um wahr zu sein, dass jemand so ein phänomenales Wissen zur Verfügung stellt. Man spürt bei jedem Satz Ihr Engagement rund um das Obst.

Schade ist nur, dass ich diese Seiten ungefähr eine Woche zu spät entdeckt habe: ich hatte schon eine kleine Korbpresse von Güde, nebst zusätzlichen Pressbeuteln bestellt gehabt. Trotzdem konnte ich gleich bei dem allerersten Pressversuch meines Lebens aus Ihrem Erfahrungsschatz Nutzen ziehen.


So habe ich die im Supermarkt für 50 Cent / kg erstandenen „Elstar“ (den Saft kann sowieso kein Mensch bezahlen) in der Küchenmaschine zunächst „gestiftet“, wegen unbefriedigender Saft-Ausbeute dann doch etwas feiner „gerieben“ mit der Scheibe, die man normalerweise für Sellerie oder Möhren –Raspel verwendet. So hat sich denn auch in der Schüssel tatsächlich schon von ganz alleine Saft eingestellt, welcher dann „freiwillig“ aus dem Pressbeutel lief.

Ein Weiteres war dank Ihrer Seite, dass ich die Pressenfüllung mit diesem feineren „Mus“ von zunächst etwa ¾ -Füllung reduziert habe auf eine Füllhöhe von nur noch ungefähr 6 cm (in Anlehnung an die Packpressen). So war ich denn mit den 50 kg Äpfeln natürlich sehr lange beschäftigt: ungefähr 10 Stunden für Einzelwäsche, halbieren, reiben und pressen der Äpfel. Aber das Ergebnis finde ich so überwältigend, dass ich es Ihnen doch nicht vorenthalten möchte: 50 kg ergaben ~37 Liter Saft, entsprechend also 74 %, bei einem „gut festen“ Trester-Kuchen. Und das mit diesem Spielzeug von Spindelpresse. (Der Rohsaft war zum Trinken eigentlich schon zu süß (Oechsle behauptet 50°). Jetzt, nach dem Gären ist diese Süße aber schon weg, ganz schön sauer, der „Moschd“ – mal sehen wie es in ein paar Wochen schmeckt, wenn sich die Säure noch etwas abgebaut hat … )


Jetzt ist meine Idee folgende: Wenn ich mit meiner Pressung auf Höhenniveau einer Packlage Erfolg habe, müsste man doch eigentlich auch mit mehreren Zwischenlagen von jeweils einem Blech und einem weiteren Pressbeutel (also drei - vier Pressbeutel getrennt durch zwei – drei Edelstahlbleche) bei gleichbleibendem Druck (mehr gibt die Spindel halt nicht her) zu einem ähnlichen Ergebnis, bei mindestens 70% kommen??

Ich komme ungefähr einmal im Jahr nach Stade, war auch schon mal in Lauenburg, so kann ich mir gut vorstellen, dass ich Sie eines Tages in Reinbek „überfalle“. Ich würde mich freuen, wenn ich dann vorbeischauen könnte. Natürlich rufe ich vorher an.


Antwort von Wilfried Marquardt am 22.10.2011
Ihre Erkenntnisse bei der Saftgewinnung sind durchaus richtig. Doch die Auswahl Ihrer Presswerkzeuge ist nicht nur unüblich, sondern in der Anwendung umständlich, zeitaufwändig und teuer.


Wenn mit einer Korbpresse Kernobstmaische gepresst werden soll, wird vorab ein Pressbeutel in den Korb eingelegt. Der Pressbeutel ist so groß ausgelegt, dass er die gesamte Maische des Korbes aufnimmt. Wird solch ein vollgeschütteter Korb ohne Presseinlagen abgepresst, ist die Saftausbeute gering und die Presszeit lang. Für einen zügigen Saftablauf und optimaler Saftausbeute werden Presseinlagen in die Maische eingelegt. Anders als bei den Packpressen wird die Maische in Schichten von 3 bis 5 cm in den Korb geschichtet. Die Schichtstärke richtet sich nach der Reife der Frucht. Z.B. werden pflückreife Äpfel in 5 cm Lagen geschichtet. Vollreife Äpfel in 4 cm und Überreife Äpfel und Lagerobst in 3 cm. Zum Abschluss wird der überhängende Pressbeutel nach innen eingeschlagen.

Der Pressbeutel hat die Funktion eines groben Filters. Das Tuchmaterial hält die Feststoffe (Fruchtfleisch, Trester) zurück und lässt die Flüssigkeit (Saft) durch.


Die Presseinlagen (Weidenboden, Teppichboden, andere poröse Materialien) wirken als Drainageschicht für einen schnellen Saftablauf.

Natürlich haben Sie mit Ihrer Vorgehensweise die gleiche Saftausbeute, wie bei der zuvor beschriebenen Methode. Doch wenn Pressbeutel gleichzeitig als Presseinlage verwendet werden, sind diese in der Anschaffung teurer als spezielle Einlagen, die hierfür ausgelegt sind. Auch die Befüllung und Entleerung der einzelnen Pressbeutel ist zeitaufwändiger, als die Hantierung mit Presseinlagen.


Weitere Einlagen aus Edelstahlblech oder Holzroste haben im Presskorb keine positive Funktion. In Packpressen dienen sie der Stabilität des Pressstapels, weil ja keine Seitenwandung wie bei der Korbpresse, vorhanden ist.


Werden Bleche als Presseinlagen in einen Presskorb geschichtet, verkeilt sich der Trester zwischen Blechrand und innerer Korbwandung derart, dass der Trester nur mit Werkzeugen aus dem Korb gelöst werden kann. Kann der Korb seitlich geöffnet werden, besteht dieses Problem natürlich nicht.


Wenn Sie Ihre Korbpresse irgendwann mal zu 100 % füllen und pressen, wird mit einer geringeren Saftausbeute zu rechnen sein, als bisher bei nur einer Lage von 6 cm Stärke. Je höher der Korb gefüllt wird, um so stärker sind die Seitenwandreibungen, die den Pressdruck auf die Maischefläche reduzieren.


Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall weiterhin viel Freude bei der Obstverarbeitung.

Von einem Besuch bei uns sehen Sie bitte ab, weil mir die Besuche mit Führungen inzwischen zu viel geworden sind.



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