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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel für private Verbraucher






Inhalt dieser Seite:


Gerätschaften für Steinobstverarbeitung (09.05.2018)


Gerätschaften für die Steinobstverarbeitung


Frage

Ich konnte letzten Sommer ein Grundstück kaufen mit alten eher abgängigen hochstämmigen Obstbäumen. Darunter sind 8 Kirschbäume. Welche Sorten es sind, weiß ich noch nicht. Auch kann ich nicht abschätzen, welche Menge in kg es werden. Alle Bäume hängen voller noch grüner Kirschen.


Jetzt überlege ich, wie ich die Früchte nutze. Kirschsaft daraus machen wäre eine Möglichkeit. Für die Apfelsaftproduktion habe ich Muser, Speidel Hydropresse 90, Voran PA90 und Glasflaschen. Aber wie ich in Ihren F&A lese, funktioniert die Kirschsaftherstellung anders. Welche Ausstattung würden Sie mir für die anstehende Menge Kirschen empfehlen?

Reicht der Maischequirl da noch aus? Kann man die Kerne irgendwie raussieben damit die Hydropresse genutzt werden kann?

Würde auch ein Sieb mit 3 x 3 mm Lochung funktionieren? Sowas gibt es bei:

https://www.contacto.de/series-single/3471-988-Rundsieb?artnr=2606/300&lang=de


Oder dieses Passiergerät mit 4 mm? Ist nur zu teuer:

https://www.contacto.de/series-single/2520-3381-Passiergeraet?lang=de


Oder muss eine andere Presse angeschafft werden?

Erhitzen kann ich den Saft im großen Kochtopf auf einem Hockerkocher, da das PA90 nicht auf Kochtemperatur zu betreiben ist. Über eine Antwort würde ich mich freuen. Im Voraus vielen Dank für Ihre Bemühungen.



Antwort von Wilfried Marquardt am 09.05.2018

Für die Einmaischung weichfrüchtiger Kirschen ist der Maischequirl in Verbindung mit dem Maischerohr bestens geeignet. Wie das funktioniert, habe ich in der Bedienungsanleitung zum Maischequirl auf Seite 3 beschrieben (https://www.mostpresse.de/Maischequirl-Anleitung_05.09.2017.pdf ).


Wenn Sie die Kirschmaische mit der 90er Hydropresse entsaften wollen, sehe ich zwei Varianten:

Variante 1: Die Kirschmaische wird über ein Maischesieb entsteint, das im beigefügten Foto dargestellt ist.

Die Größe des Maischesiebes hängt vom Verarbeitungsvolumen und der jeweiligen Frucht ab. Deshalb ist das von mir gebaute Rundsieb mit 43 cm Durchmesser für Ihre Mengen nur bedingt geeignet, weil es zu klein ist. Siehe auch angehängtes Foto mit Siebunterteil. Bei Ihren zu erwartenden Kirschmengen von über 100 Kg sollten Sie sich auch gedanklich von Haushaltsgerätschaften verabschieden.


Außenabmessungen Sieb

Für zügiges Arbeiten mit Großspachtel und Bürstenkamm wäre ein Rechtecksieb 60 x 80 cm mit 10 bis 15 cm Seitenwandhöhe praktikabel, das für einen Rechteckbehälter aus Polyäthylen (ca. 210 Liter) angepasst ist. Der Behälter ist in der Mosterei vielseitig verwendbar, so dass die Anschaffung lohnt.


Maschenweite Sieb

Sollen Kirschsteine der Sorte Schattenmorelle abgetrennt werden, ist das Lochmaß 5 x 5 mm richtig. Bei 4 x 4 mm ist erhöhter Kraftaufwand für das Durchdrücken des Fruchtfleisches erforderlich. Wird hingegen  eine größere Maschenweite von 6,3 x 6,3 mm (für Pflaumen) gewählt, gleiten die Kirschsteine nicht mehr locker über das Siebgeflecht, weil sie in den Maschen hängen bleiben bzw. ausgebremst werden.


Das für Ihren Zweck geeignete Sieb können Sie relativ preiswert nur selbst mit vorgefertigten Teilen bauen.

Auf jeden Fall sollten Sie die Kirschsorten kennen, die Sie verarbeiten wollen. Süßkirschen können Sie natürlich auch versaften. Sie sind im Fruchtfleisch jedoch relativ fest und können deshalb mit dem von mir beschriebenen Verfahren so nicht verarbeitet werden. Auch ist der Muttersaft aus Süßkirschen hinsichtlich Säure und Aroma nicht so ergiebig, wie der aus Sauerkirschen.



Variante 2: Die Gummimembrane wird mit Wasser so weit vorgespannt, dass ein Füllspalt von 4 bis 5 cm verbleibt. Zum Schutz der Gummimembrane wird diese mit 2 ineinander gesteckten Pressschläuchen verkleidet, so dass die Membrane mit doppelter Presstuchlage gegen scharfkantige Kirschsteine geschützt ist. Mit dem äußeren, am Presskorb anliegendem Pressschlauch, werden somit drei Tücher verwendet. Für längliche Steine, wie z.B. von Pflaumen, empfehle ich das Verfahren nicht.


Wenn Ihnen die vorgenannten Varianten nicht zusagen, sollten Sie eine Packpresse mit glatten Pressblechen oder -tafeln von mindestens 40 x 40 cm verwenden. Siehe auch Foto mit Kirschmaische in einer Packpresse. Hilfsweise können auch Korbpressen genutzt werden, wenn diese mit Drainageeinlagen versehen sind. Schichtstärke der Kirschmaische zwischen 4 bis 5 cm.


So weit zu Ihrer Fragestellung der Saftgewinnung aus Kirschen. Damit ist die Produktion aber noch lange nicht abgeschlossen.


Sie sollten vorab bei dem Verkäufer des Grundstückes oder den Nachbarn klären, welche Kirschsorten vorhanden sind. Für die Saft- und Weinbereitung sind vorwiegend weichfrüchtige Sauerkirschen wie z.B. die Schattenmorelle, geeignet.

Nachdem die Kirschmaische abgepresst ist, kann der Sauerkirschtrester noch für die Weinbereitung verwendet werden. Je nach Säure, wäre dann der Kirschtrester mit Trinkwasser und den erforderlichen Zutaten für einen Tisch- oder Dessertwein aufzubereiten.




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