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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel





Inhalt dieser Seite:


  1. Fruchtmus ist keine gute Maische (19.09.2012)
  2. Maischequirl als Alternative zur Obstmühle (02.10.2012)
  3. Obstmühle im Eigenbau (17.05.2013)
  4. Zwiebelmaische herstellen (23.06.2014)
  5. Handmühle mit Maischewanne verbinden (31.07.2014)
  6. Obstmühlen im Vergleich (25.01.2015)
  7. Hartfruchteignung der Speidel Schneidemühle (14.10.2015)
  8. Obstmühle für 150 kg Äpfel im Jahr (25.10.2015)
  9. Handmühle mit Elektromotor aufrüsten (14.11.2015)



 

Fruchtmus ist keine gute Maische


Frage
Wir sind ein älteres Ehepaar und werden keine größeren Anschaffungen mehr machen (74/68 Jahre alt). Wir haben nur wenige Obstbäume, die keinerlei Chemie bekommen. Seit einigen Jahren kocht meine Frau Marmelade, Gelee, weckt Obst ein. Obstsaft wurde bisher mit dem Dampfentsafter gewonnen.

Dieses Jahr hatten wir die schlechteste Ernte (besser keine Ernte) seit 13 Jahren. Also wurde alles Fallobst (auch vom Nachbarn) verarbeitet. Inzwischen war sie es leid so wenig Apfelsaft (für den Gelee) aus ihrer Arbeit zu gewinnen. Und lehnte weitere Verarbeitung ab, da sie genügend Eingewecktes (aber keinen Saft) hatte

Also beschloss ich heute (ohne Zustimmung meiner Frau) einen Test.

Nicht lagerfähige Äpfel

habe ich großzügig ausgeschnitten und Kerngehäuse (wenn kein Wurmbefall) drin gelassen.

Aus 2,5 Wassereimer Obst habe ich 1,25 Wassereimer Apfelstücke gewonnen. Die habe ich mit der Küchenmaschine zerkleinert und mit dem Pürierstab nochmals zerkleinert (eher gemust) und per Hand in einem Geschirrtuch ausgepresst. So sind etwa 4 Liter gut schmeckender Rohsaft entstanden (die geplante Zuckergabe konnte entfallen).

 

Warum ist der Versuch fehl geschlagen?
Der Saft war sehr trüb und etwa mittelbraun. Nach einer Stunde stehen (ich war mit der zweiten Hälfte noch nicht fertig) war er deutlich brauner und auf dem Topfboden begann sich schon eine weisliche Ablagerung zu bilden, die ähnlich einer Ablagerung bei geriebenen kartoffeln aussah. Nach 2,5 h Stehen sind 3 Schichten zu erkennen

Ein Filterversuch durch ein Küchenpapier gelang nicht, da das sich zu schnell zu setzte. Nun entnehme ich Ihrer Homepage, dass das Musen nicht gut ist.

Eine Obstmühle werde ich mir nicht zu legen. Bei max 100 kg Äpfeln für Saft sehe ich das als übertrieben. Ob ich mir eine Presse bastel, weis ich noch nicht. Ich werde den Versuch später vielleicht noch einmal mit besserem Obst starten.

Frage:
Wie könnte ich unter meinen Bedingungen den hohen Schwebstoffanteil reduzieren.


Antwort von Wilfried Marquardt am 19.09.2012
Sie haben sich in der Tat sehr viel Arbeit mit der Obstverarbeitung gemacht. Auch hier zeigt es sich, dass weniger (Aufwand) mehr (Erfolg) ist.

Alles wäre zu Ihrer vollsten Zufriedenheit ausgefallen, wenn Sie die Äpfel nicht zu Apfelmus, sondern zu Maische gemahlen hätten. Den geeigneten Feinheitsgrad der Obstmaische lesen Sie bitte nach unter
http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/mahltechnik.html#Feinheitsgrad .

Eine einheitliche Körnungsstruktur der Maische gibt es jedoch nicht. Je nach Fruchtart und Reife ist die Maische grob für Weichobst bis sehr fein für Hartobst herzustellen. Wenn Sie in Ihrem häuslichen Küchenbereich noch über einen Fleischwolf verfügen, könnten Sie damit eine geeignete Apfelmaische herstellen. Hier ist die passende Lochscheibe über „Ausprobieren“ herauszufinden und dann mit dem Fleischwolf zu verwenden.

Auch das Geschirrtuch ist in der Gewebestruktur zu fein zum Pressen von Apfelmaische. Es verstopft zu schnell.


Anbei 2 Gewebe-Fotos von Pressbeuteln, die wir im Verkauf haben. Siehe auch www.mostpresse.de . Wenn man die beiden Gewebestrukturen mit einem Geschirrtuch vergleicht, könnte man glauben, dass die Presstuchgewebearten zu grob sind und die Maische durchgedrückt wird. In diesem Sinne ist das Presstuchgewebe gleichzeitig „Meldesystem“ über die Maischeeignung. Und das gleich in zweierlei Art:

Einmal wegen des Feinheitsgrades

und zweitens wegen des Reifegrade oder über die Fruchteignung überhaupt.


Bleiben wir aber bei den Äpfeln. Werden knackfrische Äpfel zu Mus gemahlen, geht dieser Brei durch die Maschen des Pressgewebes. Dann weiß man, dass gröber gemahlen werden muss, damit eben nur der Saft abfließt und der Trester vom Tuch zurückgehalten wird. Aber auch überreife Äpfel, die nur grob gemahlen wurden, ergeben einen Brei, der durch das Presstuchgewebe gedrückt wird.

Fazit bei der Herstellung von Apfelmaische:

Wenn die vorgenannten Hinweise eingehalten werden, wird sich beim Saft auch eine geringere Trübung einstellen. Ich hoffe, dass ich Sie für einen zweiten Anlauf der häuslichen Apfelsaftherstellung motivieren konnte.



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Maischequirl als Alternative zur Obstmühle


Frage
Meine Frage ist die folgende: Seit fast gut 10 Jahren oder noch länger esse ich etwas, was ich „Fruchtpunsch“ nenne. Heisst: Ich nehme alles, was es an Obst und Gemüse gibt, das nicht sonderlich zubereitet werden muss, zerkleinere es im Mixer, friere es ein und hole es bei Bedarf raus.

Am Tag esse ich so „gut und gern“ (!) an die 2 kg Obst und Gemüse. Einfach lecker.
Sogar einen grossen Gefrierschrank habe ich dafür gekauft!
Hinweis: Abgenommen … habe ich seitdem … nicht!

Die Zerkleinerung im 3-Liter-Mixer ist natürlich über alle Maßen zeitraubend. Einmal im Monat stehe ich 2 bis 3 Stunden im Keller …

Nun versuche ich es zu vereinfachen, bin aber schnell bei Geräten von 500 Euro. Geht es auch günstiger? Wäre das Ihre Idee mit dem Rührstab an der Bohrmaschine? Gibt es dafür professionelle mit Messern? – habe nichts dazu gefunden.

Noch einmal: Ich will das Obst nicht „trinken“, ich will es löffelweise essen können.
Da wir auch Pflaumen und Kirschen im Garten haben, wäre eine diesbezügliche Berücksichtigung nett – aber kein Muss.


Antwort von Wilfried Marquardt am 2.10.2012
Das was Sie mit Ihrer Küchenmaschine herstellen und per Löffel zu sich nehmen, hört sich nach körniger Fruchtmaische an. Wahrscheinlich liegt Ihre bevorzugte Korngröße zwischen Senfkorn und Erbse. Diese Art Maische stellen wir mit unserem Obsthäcksler her. Siehe auch
http://www.reinbeker-hobbymosterei.de/html/mahltechnik.html#Feinheitsgrad . Das Gerät ist jedoch so nicht im Handel erhältlich, weil wir es mehrfach nach unseren Ansprüchen umgerüstet haben und mit dem ursprünglichen Gerätetyp des Herstellers Viking auch keine Ähnlichkeit mehr hat.


Wenn Sie auf körnige Struktur bestehen, bleibt Ihnen nur der Obsthäcksler als Zerkleinerungsmaschine. Der Musermax als preisgünstigste Alternative scheidet für Sie aus, weil das Gerät eine Schneidemühle ist und seit 2009 nicht mehr hergestellt wird. Sie würden damit keine Körner löffeln, sondern kurze und dünne Bandnudeln. Oder Sie stellen Ihr Esswerkzeug „Löffel“ auf „Gabel“ um.

 

Der Maischequirl für Stein- und Beerenobst mit seinen scharfen Messern ist komplett aus Edelstahl gefertigt. Weitere Infos siehe http://www.mostpresse.de/Handmuehle/handmuehle.html


Für Beeren- Stein- und Kernobst gibt es Maischequirle in unterschiedlichen Ausstattungen mit und ohne scharfe Messer für den Bohrmaschineneinsatz. Geben Sie in die Suchmaschine „Maischequirl“ ein und Sie können aus einem breit gefächerten Angebot auswählen.

Unseren Rührquirl aus Edelstahl für den Bohrmaschinenbetrieb habe ich selbst gefertigt (Kirschmaische). Der Rührquirl wird von uns hauptsächlich für Mischarbeiten und nur noch selten für Steinobst maischen eingesetzt. Kernobst und Hartfrüchte lassen sich damit nicht zermusen.

Ich schlage Ihnen vor, sich in Gartenfachmärkten nach einem geeigneten Gartenhäcksler umzusehen. Solche Geräte sind relativ preiswert. Wenn diese Häcksler wie ein Lebensmittelgerät gepflegt und trocken aufbewahrt werden, wird sich auch kein Rost bilden.



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Obstmühle im Eigenbau


Frage
Ich möchte dieses Jahr das erste mal selbst Apfelsaft herstellen, da mein Opa ca 5-6 Äpfelbäume besitzt und wir die Äpfel jedes jahr weggeschmissen haben bzw verfaulen ließen.

Nun habe ich im Internet nach geeigneten Obstmühlen gestöbert und bin auf Youtube auf eine selbstgebaute Obstmühle gestoßen, die die Äpfel wahrlich zu Brei macht.

Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=HM81m5PxdqM

Dazu gibt es noch eine Bauanleitung sehr günstig, wie man die Presse und die Mühle bauen kann,für 20 USD

Homepage: http://www.whizbangcider.com/2009/01/new-techniques-for-whizbang-cidermaking.html


NUN meine Frage:
Was halten Sie von der Obstmühle? Ist es empfehlenswert, die Äpfel so zu Brei zu schlagen?

Natürlich gibt es dort noch eine Verbesserung zu machen! Problem ist dort dass die Äpfel geteilt werden müssen.

Würde mir einmal die Bauanleitung kaufen und dann schauen, was man ausbessern kann. Ich würde mich über Ihre Meinung sehr freuen und wäre Ihnen sehr dankbar.


Antwort von Wilfried Marquardt am 17.05.2013

Den Fotos nach zu urteilen, produziert die Obstmühle Apfelmus. Bei pflückreifen Äpfeln (unreif) lässt sich daraus durchaus noch Saft pressen.


Das Ergebnis ist im Beitrag „Fruchtmus ist keine gute Maische (19.09.2012)“ unter F&A-Mahltechnik abgehandelt. Sind die Äpfel jedoch genussreif oder vollreif, sind die Saftwege im Apfelmus verklebt. Beim Pressen fließt kaum noch Saft ab.

Wenn Sie 6 ausgewachsene Apfelbäume abernten und zu Saft verarbeiten wollen, stehen Sie rechnerisch vor einer Menge von etwa 6 x 150 kg = 900 Kg Äpfel. Wenn Sie diesen Haufen Frucht für Frucht halbieren und verschiedentlich vierteln wollen, ist allein dafür ein Wochenende vergangen, ohne jedoch Saft produziert zu haben. Wer diesen Stumpfsinn einmal durchgehalten hat, verliert die Freude am weiteren Produktionsablauf und kauft seinen Apfelsaft viel lieber im Supermarkt.

Für Ihr Vorhaben sind auch die Handmühlen, wie wir sie auf www.mostpresse.de anbieten, wenig geeignet. Es sei denn, Sie können noch einen Joker ausspielen und warten mit einer Krafttrainingsmannschaft auf, die sich bei Ihnen zur Ernte endlich mal an frischer Luft und in freier Natur nach Herzenslust an der Handmühle austoben kann.

Als nächste preisgünstige Obstmühle schlage ich Ihnen die Anschaffung der Speidel Schneidemühle mit Elektroantrieb vor.


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Zwiebelmaische herstellen

Frage
Mit großem Interesse habe ich mich auf Ihrem Internetauftritt über verschiedenen Mahllösungen für die Herstellung von Maischen informiert.

Zurzeit beschäftige ich mich an der Universität Hohenheim mit der Herstellung eines Zwiebelsaftes. Auf anwendungstechnischer Seite bin ich noch auf der Suche nach einer kostengünstigen und praktikablen Lösung zu Herstellung der Zwiebelmaische. Aufgrund der Struktur der Zwiebel ist eine Verarbeitung mit der mir zur Verfügung stehenden Rätzmühle nicht möglich.

Haben Sie bereits Erfahrung mit Zwiebeln oder ähnlich faserhaltigen Produkten gesammelt und können mir gegebenenfalls weiterhelfen?

Mengenmäßig erwarte ich ca. 15 Chargen mit jeweils 50 kg Zwiebeln.


Antwort von Wilfried Marquardt am 23.06.2014
An faserhaltigem Gemüse habe ich zwar noch keine Zwiebeln, aber bis Mitte der 1980er Jahre Rhabarber verarbeitet. Bei der Zerkleinerung mit der Walzenmühle mussten wir den Mahlvorgang sofort wieder einstellen. Die langen Fruchtfasern der ersten Rhabarberstangen wickelten sich um die Steinwalzen, so dass die nachfolgenden Stangen wegen der Oberflächenglätte nicht mehr gegriffen wurden.


Danach bedienten wir uns unserer mit Kleinmessern bestückten Küchenmaschine der Firma Roto. Die Rhabarberstangen wurden vorab mit dem Hackmesser in etwa 3 cm lange Stücke zerlegt und danach in dem 2-Liter-Behälter der Küchenmaschine grob (kurzzeitig) gemaischt.

Für unsere jährlichen Verarbeitungsmengen zwischen 30 und 40 Kg war das zeitlich schon recht aufwändig. Heute würde ich dafür unseren erst später angeschafften Obsthäcksler einsetzen und hätte meine 35 Kg Rhabarberstangen sicherlich in 4 Minuten zu Maische verwandelt. Für den Trennschnitt faseriger Materialien sind also scharfe Messer einzusetzen. Diese Arbeit erledigen im Regelfall alle Schneidemühlen mit freiem und langem Einfüllrohr. Eventuell müsste bei Rhabarberverarbeitung die vorhandene Obstkrone demontiert werden. Bei den rundlichen Zwiebeln sollte die Schneidemühle unverändert einsetzbar sein. Meine Empfehlung ist die Schneidemühle der Firma Speidel.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das Ergebnis Ihrer gewählten Verarbeitungstechnik mitteilen.



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Handmühle mit Maischewanne verbinden


Frage

Haben Sie bitte einen Tipp für uns, wie wir den Muser auf der Wanne befestigen können, damit er stabil "steht" wenn gekurbelt wird.

2 Bilder für Sie angehängt.


Antwort von Wilfried Marquardt am 31.07.2014
Normalerweise wird die Handmühle lose auf die Maischewanne aufgesetzt und dann von 4 Kindern unter Aufsicht eines Erwachsenen, bedient. Wie das im Einzelnen abläuft, steht in unserer
Bedienungsanleitung, die ich Ihnen hier beifüge. Bei unserer Mühle sind die Holme länger als bei Ihrem Modell, so dass dadurch die Mühle von den Kindern besser festgehalten werden kann. Sie können diesen Effekt ebenfalls herstellen, in dem die 4 Holme Ihrer Mühle mit aufgesteckten Rohren verlängert werden.

Wenn die Handmühle mit der Maischewanne kraftschlüssig verbunden ist, wackelt diese Einheit auf dem Tisch hin und her. Es müsste dann die Einheit noch mit der Tischfläche verbunden werden... welch ein Aufwand von Verbindungen.

Wenn Sie die Verbindung trotzdem wollen, gebe ich Ihnen nachfolgend eine einfache Lösung für eine feste Verbindung zwischen Handmühle und Maischewanne:

Falls Sie eher Metallhandwerker sind, kann die Tafel auch aus 6 mm Alublech zugeschnitten werden.

Viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung.



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Obstmühlen im Vergleich


Frage
Ich habe mich sehr darüber gefreut Ihre Internetseite zu finden, da wir in der Schule gerade das Thema vom Apfel zum Saft verfolgen. In diesem Zusammenhang soll ich auch ein Referat über die technische Umsetzung verschiedener Mühlen halten. Leider fand ich zu diesem Thema im Internet nur wenige Informationen. Die Funktion der verschiedenen Mühlentypen, auf die ich gestoßen bin, wird aber nirgends erklärt. Nach dem ich auf Ihrer Seite den Wechsel zwischen einigen Fragen und sehr ausführlichen und informationsreichen Antworten fand, kam ich auf die Idee, Ihnen zu schreiben, da ich das Gefühl habe, dass Sie sich in der Apfelsaftherstellung bestens auskennen.

Nun würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.
Wissen Sie wie eine Rätzmühle funktioniert? Was sind ihre Vor- und Nachteile? Was muss man beachten?


Ich habe auch von Schleuderfräsen, Walzenmühlen und Hammermühlen gehört. Könnten Sie mir ihre Funktion erklären?
Was für Mühlen bevorzugen Sie für die Apfelsaftherstellung?

Ich würde mich sehr über einige Antworten, andere Informationen oder Bilder aus ihrer Hobbymosterei freuen. Vielleicht haben sie andere Ideen, wie ich an weitere Informationen kommen kann.
PS: Ich besuche die 9. Klasse am Gymnasium.


Antwort von Wilfried Marquardt am 25.01.2015
Gib mir einige Tage Zeit für die Aufbereitung der diversen Obstmühlen. Besonders zeitaufwändig ist die Sichtung und Aufbereitung der Fotos.
Zu den textlichen Erläuterungen habe ich vor, 2 Fotos beizustellen. 1 x die innere Mühle und 1 x die Gesamtansicht.

Das Ergebnis der Dokumentation ist hinterlegt als:


Obstmühlen für den privaten und gewerblichen Einsatz



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Hartfruchteignung der Speidel Schneidemühle


Frage

Auf Ihrer sehr lobenswerten Internetseite beschreiben Sie an zumindest 2 Stellen den Einsatz der im Betreff genannten Mühle für Quitten. Speidel hingegen schließt den Einsatz für Quitten in der Faq aus. Unter http://www.speidels-hausmosterei.de/haeufige-fragen.html findet man die etwas unscharfe Formulierung:

“Kann ich auch Quitten mahlen? Nein, Quitten sind in der Regel zu hart.“


Da ich eine Mühle anschaffen möchte zum Zwecke der Hausmosterei (1000 kg Äpfel/Birnen und 200 kg Quitten jährlich) bin ich nun etwas verunsichert ob mir die Mühle die Quittentortur verzeihen wird ... ? Vielleicht möchten Sie ja noch eine persönliche Einschätzung dazu abgeben ?


Antwort von Wilfried Marquardt am 14.10.2015

Meine persönliche Einschätzung zum Gebrauch der Speidel-Schneidemühle für Quitten finden Sie bereits von mir beantwortet unter F&A-Mahltechnik1 Mahlsystem für das Hartobst “Quitten” (05.02.2012).


Darüber hinaus verkaufen wir die Schneidemühle auf einer weiteren Homepage:

http://www.mostpresse.de/Schneidemuehle/schneidemuehle.html . Im Gegensatz zu allen Mitbewerbern, die die Leistungsdaten von Speidel einfach übernahmen, habe ich die Stundenleistungen bei einer Bedienperson getrennt für Äpfel, Birnen und Quitten nach eigenen Erhebungen ermittelt und dort veröffentlicht.


Zur allgemeinen Tauglichkeit von Obstmühlen finden Sie für Ihre Entscheidungsfindung zusätzlich eine von mir aufbereitete Dokumentation unter F&A-Mahltechnik 2 „Obstmühlen im Vergleich“.


Weshalb die Firma Speidel auf http://www.speidels-hausmosterei.de/haeufige-fragen.html die Verwendung von Quitten für ihre Schneidemühle für nicht geeignet hält, kann ich nicht nachvollziehen, zumal Speidel in seiner aktuellen Bedienungsanleitung vom 09.10.2014 die Fruchtart Quitten nicht ausschließt. Sollte sich daraus mal ein Rechtsstreit wegen durchgebranntem Motor ergeben, sehe ich Speidel in Erklärungsnot.


Maßgebend ist für den Anwender die Bedienungsanleitung des Herstellers.

Bereits auf Seite 1 wird dem Kunden mit Text und dem Farbfoto suggeriert, dass es sich um eine Kernobstschneidemühle handelt, mit der alle Kernobstsorten Kistenweise in den extra breit ausladenden Tellertrichter geschüttet werden können.

Auf Seite 3 unter „Bestimmungsgemäße Verwendung“ werden alle Kernobstsorten zugelassen. Beispielhaft werden, Zitat: „..z.B. Äpfel, Birnen“ genannt.


Nur weil Quitten dort nicht aufgeführt sind, sind sie nicht automatisch ungeeignet. Wenn dies von Speidel beabsichtigt sein sollte, hätte er an dieser Stelle die Frucht Quitten ausschließen müssen.


Unabhängig vom Vorgenanntem ist die Bedienungsanleitung zur bestimmungsgemäßen Verwendung wenig hilfreich, weil sie nicht praxisgerecht ausgerichtet ist. Ein nachvollziehbarer Hinweis zur bestimmungsgemäßen Verwendung ist auf Seite 6 der Bedienungsanleitung im letzten Absatz der Ziffer 6 enthalten, Zitat:


"Achten Sie darauf, dass das Obst nur in der Menge zugeführt wird, wie es vom Schneidwerk verarbeitet werden kann. Dadurch erreichen Sie einen störungsfreien Lauf und die beste Leistung".

Wer diese Vorgabe einhält, wird aber nicht die von Speidel zugesagten 1.000 Kg/Stunde verarbeiten können.


Ich selbst habe das Leistungsvermögen der Schneidemühle bereits vor etwa 15 Jahren ausprobiert und die drei Kernobstsorten mit einem gefüllten 20-Liter-Eimer in den Trichter einer laufenden Kernobstschneidemühle von Speidel geschüttet.


Nach den vorgenannten Probeläufen gab ich die Birnen und Quitten paarweise per Hand in den Trichter der Schneidemühle ein. Birnen und auch die sehr harten Quitten wurden einwandfrei durch die Maschine gezogen.


Ergänzend führte ich dann mit einer Menge von jeweils einer Obstkiste mit 25 Kg Äpfel, Birnen und Quitten den Leistungstest per Handeingabe durch. Die hierbei festgestellten Einwurfzeiten wurden von mir auf eine Stunde hochgerechnet und so die Verarbeitungsmengen errechnet. Die Ergebnisse habe ich gerundet und auf

http://www.mostpresse.de/Schneidemuehle/schneidemuehle.html veröffentlicht.


Hier noch einmal die Leistungsdaten mit einer Bedienperson:

Äpfel: 600 Kg/Stunde

Birnen: 500 Kg/Stunde

Quitten: 400 Kg/Stunde


Für die Quitten möchte ich noch anmerken, dass die Schneidemühle die Frucht genauso fein schneidet, wie die Äpfel. Doch für die Hartfrucht ist die Schneidstruktur zu grob. Wie bereits mehrfach an anderer Stelle unter F&A-Mahltechnik ausgeführt, müsste der gemahlene Feinheitsgrad wie „fein gerieben“ aussehen. Das gleiche gilt für Möhren und anderes Hartgemüse. Je feiner gemahlen, um so höher ist die Saftausbeute. Aber auch mit der Schneidemühle können gute Saftausbeuten bei Quitten erreicht werden, wenn man die Quittenmaische 2 volle Tage zwischen 15° und 17 °C abgedeckt stehen lässt. Die Ausbeute ist dann genau so hoch wie bei frisch verarbeiteter Apfelmaische.


Nach meiner Meinung hat sich die Firma Speidel mit Ihrer Darstellung des „kistenweise Obsteinschüttens“ und der ungewöhnlich breiten Trichterschale der Schneidemaschine einen Stolperstein gesetzt.

Die Mehrzahl aller Gerätenutzer hat dieses Werbebild verinnerlicht und wendet es in der Praxis entsprechend an. Besonders auch deshalb, weil in der Bedienungsanleitung ohnehin nichts Gegenteiliges gesagt ist. Bei der vorgegebenen Schüttweise wird irgendwann auch bei harten und unreifen Äpfeln mal der Motor überlastet sein und durchbrennen. Um Motorschäden zu vermeiden, ist vorerst der mitdenkende Anwender gefordert.



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Obstmühle für 150 kg Äpfel im Jahr


Frage

Ich habe vor, ca. 150 kg Äpfel im Jahr zu pressen. Das ist ungefähr die Menge, die ein Baum aus meinem Garten bringt, dessen Äpfel uns sehr gut schmecken. ( Croncels)

Alle anderen Äpfel sind uns zu sauer und wir möchten dem Saft nicht gern Zucker zusetzen.

Jetzt habe ich mir eine neue Speidel HydroPresse mit 20 Liter zugelegt. Ich konnte mich nur nicht richtig entschließen zum Kauf eines Zerkleinerers. Da gibt es ja die handbetriebenen und die elektrischen.

Bei den elektrischen finde ich die kleinsten mit etwa 600kg pro Stunde. Das wäre bei mir eine 15 minütige Arbeitszeit. Würde sich das trotzdem lohnen?


Bei den Mühlen mit Hand gibt es bei FAIE Österreich  (http://www.faie.de/direktvermarktung/kellereibedarf/obstverarbeitung/obstmuehlen-obstpressen/6071292/obstmuehle-edelstahl-500x750-mm )  eine die speziell für Äpfel und Birnen angeboten wird mit einer zusätzlichen Zerkleinerungswelle. Wäre das eine Alternative für mich. Kostet trotzdem knapp 300,- Euro.


Es gibt in ihren Antworten auch eine die auf die Möglichkeit einer Küchenmaschine hinweist.

Da ich allein bin bei der Arbeit wäre es doch möglich während der Zeit des Pressvorganges die nächste Ladung zu zerkleinern. Welches Zubehör wäre in der Küchenmaschine notwendig?

Das Doppelmesser oder die Reibescheiben grob oder fein?


Antwort von Wilfried Marquardt am 25.10.2015

Ihre Fragen zu den Obstmühlen habe ich bereits unter Obstmühlen für den privaten und gewerblichen Einsatz ausführlich beantwortet. Die Entscheidung zwischen brauchbarer Mühle und Geldausgabe müssen Sie selbst treffen.


Auf jeden Fall verkaufen wir auf http://www.mostpresse.de/Handmuehle/handmuehle.html

die gleichwertige Handmühle für 109,00 € günstiger. Sie wird bei uns aus gutem Grund aber nur an Selbstabholer abgegeben.


Bei 150 Kg Äpfel ist der Einsatz der Küchenmaschine ungeeignet, weil die Aufbereitung der Äpfel für die Küchenmaschine zu hoch ist. Außerdem zerkleinert das Haushaltsgerät in der Regel zu fein, so dass Muß und keine Maische vorliegt. Wenn Ihre Küchenmaschine einen Fleischwolf-Umrüstsatz hat, könnte diese Variante mit einem Grobsieb brauchbar sein, wenn der Motor für Dauerbetrieb ausgelegt ist.



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Handmühle mit Elektromotor aufrüsten


Frage

Ich habe die Früchtemühle umgerüstet auf Elektroantrieb mit einem Getriebemotor, welcher sich stufenlos regeln lässt. Nach dem ersten vorsichtigen  Probieren habe ich mit ca. 100 Umdrehungen an der Handradachse, gehäckselt.

Der Motor könnte auch schneller aber ich hätte gern gewusst, ob das besser wäre zu Arbeiten und gut für die Mühle .

160 Kg Äpfel wurden gemahlen ( 2 x )  und so wie sie es gesagt haben, habe ich das 24 Stunden stehen lassen und dann gepresst ( Hydro Speidel 20 Liter).

Es wurden etwa 90 Liter Saft. Der wiederum nach 24 Stunden abgefüllt. Hat alles gut geklappt und wurde für ausgezeichnet befunden im Freundeskreis.


Hätten sie eine Angabe mit welcher Geschwindigkeit die Handmühle optimal betrieben werden sollte und dürfte?

Wir haben mit Handbetrieb gezählt und kamen auf etwa 120 U/min . Das aber im ungefüllten Zustand.

Dauerbetrieb hält man dann so wahrscheinlich nicht durch. Am besten griffen die Zähne wenn der Trichter nur halb voll war.

 

Antwort von Wilfried Marquardt am 14.11.2015

Bei der Umrüstung der Handmühle mit Hakenwalzen von Handbetrieb auf Motorbetrieb ist besonders der Arbeitsschutz zu beachten, auf den ich hier aber nicht näher eingehe.

Nur so viel: Der Antrieb ist niemals direkt über Antriebswelle oder Motorkupplung, sondern immer über eine Keilriemenverbindung herzustellen. Dabei ist die Keilriemenspannung so einzustellen, dass der Keilriemen bei Überlastung/Blockierung des Mahlwerkes durchrutscht.


Die Geschwindigkeit der Hakenwalzen sollte zwischen 60 bis maximal 100 Umdrehungen pro Minute eingestellt sein. Bei zu hoher Drehzahl rutschen die Walzen mit den Reißzähnen wirkungslos durch das Obst. Dem angerissenen Obst muss Zeit zur Lageveränderung gegeben werden. Deshalb auch immer nur eine überschaubare Menge an Äpfeln in den Trichter geben. Weitere Infos entnehmen Sie bitte unserer Bedienungsanleitung http://www.mostpresse.de/Handmuehle/AnltgFruchtemuhle-11.4.12.pdf .




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