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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel für private Verbraucher





Inhalt dieser Seite:

  1. Varianten der Heißabfüllung (01.04.2007)
  2. Abfüllanlage mit mehreren Glühweinkesseln (21.01.2011)
  3. Bag-in-Box-Abfüllanlage mit Glühweinkesseln (23.01.2011)
  4. Leistungsdaten der Stromerhitzer (15.11.2011)
  5. Stromenergie nur für geringe Abfüllmengen nutzen (01.03.2013)
  6. Auslaufadapter für den Kochstar (23.03.2013)
  7. Fruchtsäfte mit unterschiedlichen Konsistenzen heiß abfüllen (21.07.2014)
  8. Unterschiedliche Auslaufhähne bei Kochautomaten (20.08.2016)
  9. Auslaufhahn für Marmeladen (26.09.2019)



Varianten der Heißabfüllung


Frage
Ich lese schon seit geraumer Zeit auf Ihrer Seite und will diese Saison außer Apfelwein auch Apfelsaft machen. Da bei uns mit ca. 20 Apfelbäumen doch einiges an Obst anfällt stellt sich mir die Frage, wie ich den Saft haltbar mache.




Antwort von Wilfried Marquardt am 01.04.2007
Bis 500 Liter Apfelsaft in der Saison können Sie den Einkochautomat verwenden, besser 2 Stück, damit die Wartezeiten entfallen. Der Tauchsieder ist nicht zu empfehlen, weil der Saft im Kontakt mit dem Tauchsieder überhitzt wird und Karamelgeschmack entwickelt. Das kann aber auch gewünscht sein.


Eine bessere Saftqualität erhalten Sie mit einem Wärmetauscher. Die einfachste Methode ist hier ein Rohrwärmetauscher. Die Rohrspirale liegt im Heißwasserbad und der Saft kann nicht überhitzt werden.

Wir erhitzen mit einem Plattenwärmetauscher, der aber aus Kostengründen erst ab 2.000 Liter in der Saison lohnt. Vorher hatte ich mir einen Rohrwärmetauscher aus 18 Meter 10 x 1 mm Edelstahlrohr gebaut und über die Warmwasserheizung betrieben. Damit konnte ich 90 Liter in der Stunde erhitzen. Wenn Sie Bastler sind, empfehle ich Ihnen, diesen Weg zu gehen.



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Abfüllanlage mit mehreren Glühweinkesseln


Frage
Ihre Bauvorschläge aus den F&A kenne ich bereits. Ich habe lange gegrübelt, ob und wie ich diese Ideen für mich passend machen kann, bin aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

Meine zur Zeit favorisierte Variante ist folgende, angelehnt an den Durchlauf-Pasteur der Fa. Rink:
Ein 100l Edelstahltopf mit Ablasshahn gefüllt mit Wasser, welches elektrisch mittels Heizstäben (max. Temp 95°C, montiert am Topfboden) erhitzt wird. Da rein eine Edelstahlspirale. Wenn ich ja wüsste, ob sie reicht für 100l/h, würde ich mir eine machen lassen (habe ein Angebot über 355€: Rohr- Innendurchmesser 25mm, Länge 12 m). Die Spirale würde 1:1 an die schon vorhandene "Abfüllanlage" für Bag-in-Box und Flaschen passen. Ich schicke Ihnen mal ein Foto davon. Ich muss sie nochmals umarbeiten, es fehlt noch ein Bypass, falls die erforderliche Abfülltemperatur noch nicht erreicht sein sollte. Das alles noch ganz ohne Regelelektronik, nur mit Thermometern, die im Auge behalten werden müssen. Der Saftdurchfluss sollte mit einer Pumpe geschehen. Mal sehen, was es da so gibt.
Ich denke, das könnte funktionieren, zumal man den Topf auch noch mit Mineralwolle dämmen könnte. Und fürs perfekte optische Finnish noch einen Mantel aus einer Dachdeckeraluminiumplatte, dann verbrennt man sich auch nicht am heißen Topf.

Aber nochmal zu Ihrem Rohrwärmetauscher: Sie konnten das Inoxrohr über das PVC-Rohr biegen? Ohne Biegewerkzeug? Das wäre eine günstige Alternative zu der o.g. recht "teuren" Spirale (ich wollte eigentlich nicht sooo tief in die Tasche greifen wie Sie...). Immerhin konnten Sie damit 90l/h abfüllen.

Antwort von Wilfried Marquardt am 21.01.2011
Ihre Vorstellung mit dem 100-Liter-Behälter ist zu klotzig und auch unwirtschaftlich. Mit dem Behälter und der Spirale ist es ja noch nicht getan. Es kommen noch diverse weitere Teile dazu, wenn 100 Liter Abfüllleistung in der Stunde angestrebt werden. Überlegen Sie bitte nur einmal das Leistungsverhalten: Um 300 Liter Saft am Tag abzufüllen, müssen erst einmal 100 Liter Wasser aufgeheizt werden, die dann nach Arbeitsende ungenutzt abkühlen. Noch unwirtschaftlicher arbeitet die Erhitzeranlage, wenn nur mal 50 Liter Saft abzufüllen sind.


In meinen Berichten habe ich dargelegt, dass bei 90 Liter manueller Abfüllung normal das Ende der persönlichen Leistung von einer Bedienperson liegt, wenn der Abfüllbetrieb einigermaßen sauber bleiben soll. Meine Abfüllleistung mit 130 Liter/Stunde ist in der aufwändigen Technik begründet, die ich aus Kostengründen niemandem empfehlen möchte.

Für Personen, die ohnehin nicht auf einen Heizkessel zurückgreifen können, auf Technik keinen gesteigerten Wert legen und wenig Geld investieren wollen ist doch nichts einfacher, als sich elektrische Glühweinkessel aufzustellen. Wer die persönliche Lastgrenze von 100 Liter/Stunde anpeilt, stellt sich 3 Kessel auf und legt in jeden Kessel noch zusätzlich einen geeigneten Edelstahl-Tauchsieder. Für die Flaschenabfüllung wird der simple Vakuumfüller ENOL von der Firma G.Wein dazwischengeschaltet. Das Gerät saugt den heißen Saft direkt aus dem 27-Litertopf über den Automaten in die Flasche. Kein Tropfen geht bei der Unterdruckabfüllung verloren. Der Arbeitsbereich bleibt sauber. Bag-in-Box wird vom Schankhahn mit angestecktem Silikonschlauch befüllt. Auch die tägliche Endreinigung ist einfach und schnell erledigt. Der Vorteil von Glüchweinkesseln ist, dass die Töpfe auch für andere Verwendungen taugen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass keine emaillierten Kessel mehr beschafft werden, sondern die aus Edelstahl.

Für die aufgezählte Komplettanlage sind etwa 1.300,00 Euro aufzubringen. Zusatzkosten fallen eventuell für die Auslegung leistungsfähiger Stromkabel mit Sicherungskasten und Steckdosen an. Gibt es für Sie einen guten Grund, diese äußerst wirtschaftliche Abfüllanlage zu verschmähen?



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Bag-in-Box-Abfüllanlage mit Glühweinkesseln

Ergänungsfrage
Die letzte Nacht habe ich verhältnismäßig schlecht geschlafen, weil mir die Einkochtöpfe nicht aus dem Sinn gingen. Ich nutzte die Gelegenheit und habe die Lösung gefunden, wie ich meinen Abfüller integrieren kann. Das Nadelöhr eines Einkochautomaten ist der kleine Auslauf.
Wie gelingt es, mit z.B. einem Rohr mit 25mm Durchmesser und Anschlüssen an die 3 Ablasshähne den Gesamtquerschnitt eines Ablasshahnes zu verdreifachen? Lässt sich auch die Abfüllleistung mit meinem Abfüller verdreifachen?

Ich denke, dass ich es so realisieren könnte. Unter zuhilfenahme von zusätzlich 3 Tauchsiedern schaffe ich die gewünschte Abfülleistung. Ich käme bei 3 Einkochautomaten mit Tauchsiedern und einer Füllzeit von 1min für 5l BiB auf genau 100l/h.
Super! Und die Investitionen in "Hardware" sind auch relativ gering, 360,- Euro für 3 Edelstahl-Einkochautomaten mit Zeitschaltuhr, nochmal ca.90,- Euro für Tauchsieder, 50,- Euro für Rohrmaterial und Schläuche. Und wenn mir mein Nachbar die Sicherungen umsetzt, steht der kommenden Saison außer Äpfelmangel nichts mehr im Weg.
Und nochmals Danke für Ihre Impulse.

Antwort von Wilfried Marquardt am 23.01.2011
Wenn Sie die Abfüllung nur auf Bag-in-Box ausrichten, sparen Sie natürlich den Vakuum-Abfüller.


Werden alle 3 Kochautomaten gleichzeitig entleert, entstehen zu lange Wartezeiten mit Nachheizen und in der Abfüllzeit sind die Heizapparate außer Betrieb. Sinnvoller wird abgefüllt, wenn zeitlich nur 1 Automat entleert wird und in dieser Zeit die anderen Automaten noch aufheizen. Vielleicht werden Sie sich wegen der entstehenden Wartezeit noch einen 4. Automaten zulegen. So geschah es mir damals bei den Hydropressen.

Eine sichere Abfüllverbindung von den Kochautomaten zum Bag-in-Box-Abfüller stellen Sie her, wenn das jeweils vorhandene Ablassventil des Automaten gegen ein dreiviertel Zoll Kugelventil (mit Bogen) und Schlauchtülle getauscht wird.

Anstelle der Schlauchtülle würde ich eine Geka-Kupplung wählen. Doch diese ist in Inox sehr teuer. Und es werden mindestens 4 Stück (100,00 Euro) benötigt. Als Verbindung wird ein dickwandiger Silikonschlauch montiert. Wenn ein Topf abgefüllt ist, wird der Schlauch an den nächsten Topf umgesteckt. Der leere Topf wird (über Pumpe?) gefüllt und es geht weiter mit der Abfüllung.

Trauen Sie sich ruhig, die vorhandene viertel Zoll Bohrung des Kochautomaten auf dreiviertel Zoll mit der Feile zu erweitern. Das geht bei dem dünnen Edelstahl ruck Zuck (in 20 Minuten). Vermeiden Sie die Bohrmaschine. Damit reißen Sie das Blech auf und beschädigen den Kessel.

Sollen 100 Liter Saft in der Stunde von 15 °C auf 75 °C mit Strom betriebene Kochautomaten erhitzt werden, sind hierfür etwa 9,6 KW/h Dauerstrom vorzuhalten.



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Leistungsdaten der Stromerhitzer


Frage
Mit großem Interesse habe ich Ihre Internetseite gelesen. Trotz allem dort vermitteltem Wissen hätte ich doch eine persönliche Frage.

Ich habe mir vor drei Jahren eine Hausmostanlage der Fa. Rink, und zwar die TP 25 Korbpresse mit aufgebauter Obstmühle (380 Volt), gekauft und stelle damit bisher zu meiner vollsten Zufriedenheit Apfel-, Quitten- und Aroniasaft für den Eigenbedarf her.

Gerade in Bezug auf den Apfelsaft erreiche ich jetzt aber die Grenze meiner Leistungsfähigkeit. Ich pasteurisiere den Saft mit einem 27 Liter Kessel, dessen Heizleistung 1.800 Watt beträgt. Bei Erreichen von 78 Grad fülle ich den Saft in 5 Liter Bag-in-Box-Schläuche.

Bisher hatte ich maximal die Ernte von 2 Hochstamm-Apfelbäumen eines Nachbarn, die etwa 2 bis 4 Zentner erbrachte. Selbst da habe ich mehrere Stunden gebraucht, um den Saft Kessel für Kessel zu erhitzen und abzufüllen (alles im Einmann-Verfahren). Da anschließend die Presse und die Gerätschaften zu reinigen sind, ist der Zeitaufwand immens hoch.

Diesen Herbst konnte ich vier uralte Hochstamm-Apfelbäume eines Bauern leer pflücken, die mir 25 hohe Kisten und zwei Waschkörbe voll Äpfel brachten. Ich schätze, es werden um die 350 kg sein. Daher grübele ich, wie ich die Abfüllleistung effektiv erhöhen kann.

Die Fa. Rink bietet mir einen Pasteur-Kessel mit 13,5 Kw Heizleistung und 150 l Inhalt an. Dieser Kessel soll seinen Inhalt in 40 Minuten erhitzen können. Da könnte ich wahrscheinlich erst mal sämtliche Äpfel pressen und die Saftausbeute auf einen Schlag erhitzen.

Ein Alternativangebot der Fa. Rink wäre ein 100l-Behälter mit Ablaufhahn und 6,8 kw Erwärmer, was beides zusammen eine Stundenleistung von 80 l Saft haben soll.

Ein wesentlicher Punkt ist natürlich der Preis, 2.350,- € für den 150 Liter-Behälter und 1.690,- € für die 100 Liter-Anlage. Wobei für mich eher die Frage zählt, ob ich mit dem 150 Liter-Behälter momentan nicht überdimensioniert wäre? Ich muss aber hinzufügen, dass ich vor drei Jahren eine Streuobstwiese mit 18 Hochstamm-Apfelbäumen angelegt habe, die wahrscheinlich in 5-6 Jahren anfangen zu tragen, wenn auch erst weniger.

Zu welcher Lösung würden Sie mir raten? Für andere Lösungen wäre ich natürlich auch dankbar, allerdings muss ich sagen, dass ich keinen Wärmetauscher selbst bauen kann und ich nur einen Stromanschluss in meiner Garage habe, in der ich den Saft herstelle. Nachher kommt die Anlage wieder in meinen Keller.


Antwort von Wilfried Marquardt am 15.11.2011
Bevor Sie in Abfüllanlagen investieren, sollten Sie die technischen Auswirkungen und die Verhältnismäßigkeiten zwischen Nutzwert und Kosten prüfen.


Zu den Auswirkungen ein Beispiel:
Falls Sie sich für den 150-Liter Behälter-Pasteur mit 13,5 Kw Leistung entscheiden, sind vorab die technischen Voraussetzungen in Ihrer Garage zu prüfen. Für den Pasteur ist ein Kraftstromanschluss mit 32 Ampere erforderlich. Entsprechend ist das Stromkabel mit den Leitungsquerschnitten darauf auszulegen. Mindestens 5 x 4 mm². Ist der Anschluss bereits vorhanden oder muss die Leitung noch verlegt werden?


Bei dem 100 Liter-Behälter mit 6,8 Kw genügt ein Kraftstromanschluss mit 16 Ampere. Bedenken Sie aber auch hier die Leitungsquerschnitte der Stromleitung. Wenn für kurzzeitigen Gebrauch der diversen Maschinen in der Garage ein Kabel mit 5 x 1,5 mm² genügt, ist für Dauerverbraucher (hierzu zählen alle Heizquellen) der nächst höhere Kabelquerschnitt zu wählen. Für Sie also 5 x 2,5 mm².


Die von Ihnen genannte Erhitzerleistung von 80 Liter pro Stunde wird nach meiner Ermittlung nicht erreicht, sondern maximal nur 60 Liter.

Bei kompakten Elektroerhitzern gilt der von mir ermittelte Praxiswert: Mit 1 KW Strom können 10 Liter Saft in 1 Stunde um 55 °C erhitzt werden.


Wenn Ihr Saft mit 6,8 Kw in 1 Stunde von 15 °C auf 78 °C erhitzt werden soll, ergibt die Berechnung 59,36 Liter, gerundet also 60 Liter. Die 15 °C Safttemperatur sind für Mitte Oktober hier in Norddeutschland ein realer Wert in ebenerdigen, ungeheizten Nebengebäuden. Für Ende Oktober sind 9 °C anzunehmen.


Wenn Sie meinen vorgenannten Rechenwert auf den 150-Liter Behälter mit 13,5 Kw und effektiver Behälterausnutzung von 120 Liter anwenden, ist die Abfülltemperatur nicht in 40 Minuten, sondern erst in einer Stunde erreicht. Soweit zur Erhitzerleistung. Auch hier zeigt sich, dass Herstellerangaben nicht blind übernommen werden können, weil die Abhängigkeiten nicht genannt sind.


Hiervon unabhängig kann sich die Erhitzerleistung noch weiter verringern, wenn das Stromkabel sehr lang ist und hierfür einen zu geringen Leitungsquerschnitt hat. Dann wird neben der zusätzlich provozierten Brandgefahr kräftig Strom verbraucht, der beim Erhitzer aber nicht mehr voll ankommt.



Vorschlag für Ihren derzeitigen Standard der Obstverarbeitung:


Nachfolgend die Leistungsdaten des Glühweinkessels "Kochstar" mit 1,8 Kw integrierter Heizplatte, Feststellungen von mir erprobt am 12.12.2010:

Der 27 Liter-Kessel wird nicht randvoll befüllt, sondern maximal mit 23 Liter nach Herstellervorgabe. Zur Erwärmung von 23 Liter Leitungstrinkwasser mittlerer Härte von 10 °C auf 70 °C werden für den ersten Kaltstart 69 Minuten benötigt. Bei Nachfüllungen (Heißwasser raus – Kaltwasser rein) nur noch 66 Minuten.

Rechengröße: In 3 Sekunden wird 1 Liter Wasser um 1 °C erhitzt, oder in 1 Minute wird 1 Liter Wasser um 20 °C erhitzt.
Oder: In 1 Stunde werden mit 1 Kw Strom 10 Liter Wasser um 55 ° C erhitzt.

Der eingebaute Thermostat reagiert relativ genau auf die gewählte Temperatur und hält diese konstant, so dass man sich wegen möglicher Überhitzungen oder Auskühlungen nicht zu kümmern braucht.


Wenn Sie dann in den nächsten Jahren Ihre Abfüllleistung erheblich anheben wollen, sollte wegen der Verbrauchskosten auf keinen Fall ein Stromerhitzer gewählt werden, sondern ein Rohrwärmetauscher, der mit Gas oder Propangas betrieben wird. Bis dahin beobachten Sie den Markt und besuchen die auch in Ihrer Gegend kursierenden "Mobilen Mostereien" auf allgemeinen Apfeltagen und anderen herbstlichen Veranstaltungen.


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Ergänzungsmitteilung des Fragestellers am 15.11.2011
Eine kurze Rückmeldung bzgl. der elektrischen Leitungen in der Garage:
Es liegen 5 x 2,5 qmm, 16 Ampere abgesichert. Somit käme nur die 6,8 kw Lösung in Frage. Aber zunächst werde ich Ihren Vorschlag der Arbeitsteilung beherzigen.

Laut Elektriker wäre aber auch Ihr Vorschlag mit mehreren Kochstar-Kesseln zu arbeiten nicht so einfach zu realisieren. Die Kessel haben eine Leistung von 1800 Watt bei 220 Volt. Die 220 Voltleitung verträgt aber nur eine maximale Stromabnahme von 3600 Watt. Ich werde, wenn ich mir einen zweiten Kessel zulege, eine Adaptersteckdose an die Starkstromleitung hängen, die hat dann zwei Anschlussmöglichkeiten für Normalstrom.


Antwort von Wilfried Marquardt am 15.11.2012
Das geht ja richtig Schlag auf Schlag bei Ihnen.

Ihren bisherigen Ausführungen entnehme ich, dass Sie Kraftstrom mit 16 Ampere in der Garage haben. Das Stromkabel soll 5 Adern mit je 2,5 mm² aufweisen. Wenn das so richtig ist, hat das Kabel 3 Stromfasen die jeweils mit 16 Ampere abgesichert sind und somit über 3 x 3.520 Watt-Anschlüsse verfügen. Der maximale Wattanschluss ergibt sich durch Multiplikation von Volt (220) x Ampere (16) = 3520 Watt, gerundet also 3,6 Kw für jede der 3 Fasen.

Daraus folgert, dass Sie an dem Kraftstromkabel dauerhaft 3 Kochautomaten mit jeweils 1,8 Kw betreiben können. Damit wäre Ihr Stromanschluss erst zur Hälfte ausgereizt, so dass Sie unbesorgt kleinere Verbraucher, wie Beleuchtung etc. noch nebenher zuschalten können. Was bei Ihnen wahrscheinlich noch fehlt, ist die Montage einer Verteilerdose, von der 3 Schukosteckdosen für den getrennten Betrieb an 3 verschiedenen Sicherungen für die 3 Kochautomaten zu setzen sind.


Ich schlage Ihnen vor, sich noch 3 Kochautomaten zuzulegen. Dann erledigen dauerhaft 3 Automaten die Safterhitzung und mit dem 4. Automat füllen Sie ab. Welche Abfüllleistung dabei herauskommt, können Sie mit den von mir gelieferten Leistungsdaten nun selbst errechnen. Hierbei sollten Sie im Erhitzerwechsel 20 Liter pro Automat zugrunde legen, weil Sie ja in 5-Liter Bag-in-Box abfüllen und der Kessel nur mit 23 Liter zu befüllen ist. Dann verbleiben nach jeder Abfüllung 3 Liter im Kessel. Das entspricht in etwa der Auslaufhöhe des Zapfhahnes. Es geht damit alles wunderbar für den Praxisbetrieb auf.


Mit 4 Kochautomaten lässt sich schon recht effektiv und vor allem im Anschaffungspreis, sehr preiswert abfüllen. Wenn wir unsere Temperaturannahmen aus der vorvorhergehenden E-Mail anwenden, verfügen Sie damit über eine Abfüllleistung von rund 60 Liter pro Stunde ohne Stress. Falls doch noch Langeweile aufkommen sollte, heben Sie einfach die Abfüllleistung an. Hierfür senken Sie die Abfülltemperatur von 78 °C auf 68 °C. Wenn Sie sauber arbeiten, ist das problemlos möglich. Was im Einzelnen zu berücksichtigen ist, habe ich bereits mehrfach an verschiedenen Stellen unter F&A ausgeführt.


Abschlussbericht des Fragestellers am 24.11.2011
Nachdem Sie mich so vorzüglich in Sachen Saft erhitzen beraten haben, möchte ich noch mal Danke sagen.

Ich habe zum Glück auf Ihren Rat, mehrere Kochstar-Kessel einzusetzen, gehört und mir zunächst mal einen zweiten Kessel bestellt. Dazu habe ich mir den Luxus einer Waage zum Einfüllen in Bag in Box geleistet.

Gestern habe ich allein unter Einsatz von meiner Rink-Hausmostanlage TP 25 und zwei Kochstar-Kesseln 17 Kisten Äpfel gewaschen, 120 Liter Apfelsaft hergestellt, pasteurisiert, fix und fertig abgefüllt und die Geräte anschließend für den nächsten Einsatz gereinigt.

An reiner Arbeitszeit fielen dafür 7 Stunden an, trotzdem war die Arbeit nicht stressig, im Gegenteil, es kam mir relativ entspannt vor.
Am vergangenen Samstag habe ich mit einem Kessel in 6 Stunden noch 70 Liter Apfelsaft hergestellt. Da merkt man doch den Unterschied. Bei einer größeren Presse würde ich mir vielleicht noch einen dritten Kessel leisten.


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Stromenergie nur für geringe Abfüllmengen nutzen

Frage
Ich betreibe eine Holunderplantage und stelle Holundersirup und Saft her.
Momentan benutze ich zum Erhitzen zwei Edelstahl Glühweinkocher mit ca. 25 Liter Fassungsvermögen.
Meine Flaschen fülle ich mit einem Elnomatic Flaschenabfüller ab.
Funktioniert auch wunderbar, ABER ich möchte gerne die Aufheizphase verkürzen, dauert momentan so ca. 50 Minuten bei 20 Liter Inhalt.
Nun wäre meine Überlegung das mir mein Bekannter einen doppelwandigen Edelstahlbehälter mit ca. 50 Liter Fassungsvermögen zusammenschweißt, in den ich einen 6 KW Einschraubheizstab einbaue, mit Thermostatregler usw..
Nun weis ich aber nicht, ob mir mein Vorhaben überhaupt Zeit spart und wenn ja, mit was für einem Medium ich den Hohlraum befüllen muss.
Ich dachte ganz einfach an Wasser, müsste aber dann wahrscheinlich in den Behälter ein kleines Loch bohren zwecks Dampfentwicklung ( Überdruck ?? ),
und ein zweites Loch, das verschließbar ist, wo ich Wasser nachfüllen kann.
Evtl. dachte ich noch an eine Füllstandsanzeige. Nicht das mir einmal der Heizstab im trockenem Zustand einschaltet und durchbrennt.

Sie können mir bestimmt einen Rat geben ob mir mein Vorhaben zeitlich was bringt bzw. ob es überhaupt funktionieren würde.
Eventuell hätten Sie ja einen ganz anderen Vorschlag für mich.
Ich rede hier von einer Größenordnung bei der Sirup und Saftherstellung von jeweils ca. 300 Liter.

Antwort von Wilfried Marquardt am 01.03.2013  

Ihre Fragen zur Anhebung der Heizleistung finden Sie unter F&A-Abfülltechnik erschöpfend beantwortet.


Mit den Kochstar-Automaten sind Sie doch schon auf dem richtigen Weg. Stellen Sie einen dritten und vierten Automaten dazu und passen Sie hierfür die Stromleitungsquerschnitte mit Einzelsicherungen an. Erst wenn mehr KWh zum Einsatz kommen, kann auch mehr erhitzt werden. Voraussetzung ist hierbei, dass die physikalischen Abläufe den Anforderungen angepasst sind.


Was Sie jetzt mit dem doppelwandigen Behälter vorhaben, wird zeitlich gegenteilige Ergebnisse liefern. Das Prinzip entspricht einem Plattenwärmetauscher mit nur einer Platte, die obendrein nur einseitig erhitzt wird. Der durchlaufende Saft wird im Außenmantel nur wenig verwirbelt, so dass die Abfüllleistung sinkt.
Was Ihnen ansonsten 6 KWh an Erhitzerleistung von kompakten Elektroerhitzern bringt, entnehmen Sie bitte der Tabelle mit dem Titel auf F&A-Abfülltechnik: "Erhitzerleistung des PA-90 anheben".

In Ihrem Fall mit der Holunderplantage werden Sie künftig sicherlich mehrfach täglich in der Saison um 300 Liter Saft erhitzen wollen. Wenn meine Annahme zutrifft, sollten Sie sich schon wegen der Verbrauchskosten von Stromerhitzern verabschieden. Zapfen Sie Ihre Kesselanlage von der Hausheizung an oder stellen Sie einen separaten Feuerungskessel auf. Daran schließen Sie einen Platten- oder Rohr-Wärmetauscher an. Anstelle des doppelwandigen Edelstahlbehälters lassen Sie sich von Ihrem Bekannten den von mir am 23.11.2012 skizzierten "Rohrwärmetauscher im Eigenbau" anfertigen.


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Auslaufadapter für den Kochstar

Frage

Auf Ihrer Homepage „Reinbeker Hobbymosterei“ unter Punkt 5 „Varianten der Heissabfüllung“ zeigen Sie ein Bild mit einem Kochstar-Glühweintopf. Beim Auslaufhahn ist ein Verbindungsstück zu sehen, welches den Hahn mit dem Schlauch verbindet. Das finde ich eine Superlösung. Leider kann ich dieses Teil nirgends ausfindig machen.

Können Sie mir bitte die Bezugsquelle nennen oder ist dies „Marke Eigenbau“?
Für Ihre Mithilfe danke ich Ihnen im Voraus bestens.

Freundliche Grüsse aus der Nordwestschweiz

Antwort von Wilfried Marquardt am 23.03.2013
Der dreiteilige Auslaufadapter ist eine eigene Kreation. Die einzelnen Teile können Sie jedoch in Bastlerläden oder im Zoobedarf erwerben.


Im Anhang ein Foto über die Einzelteile.
Wir selbst bieten den Adapter unseren Kunden im Hausverkauf an, wenn diese speziell den Kochstar mitnehmen wollen. Das Teil habe ich heute zum Kochstar auf
http://www.mostpresse.de/Fuellen/fuellen.html zum Preis von 7,80 Euro dazugestellt.

Weil die Versandkosten von hier in die Schweiz als „Nicht-EU-Land“ unangemessen hoch sind, sollten Sie sich die Teile örtlich beschaffen.



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Fruchtsäfte mit unterschiedlichen Konsistenzen heiß abfüllen

Frage
Wir sind ein kleines Unternehmen aus Lettland und wuerden gerne beginnen, verschiedene Fruchtsaefte und Nektare heiss in Flaschen abzufuellen. Damit wir die Anfangs Investitionen moeglichst klein halten können, moechte ich Sie gerne um Ihren Rat/Empfehlung bitten.

Wir wollen Orangenssaft, verschiedene Mixe, von Orangensaft, Bananenpuree, Multifruchtsaefte usw. abfuellen, eventuell angereichert mit Joghurtpulver.






Antwort von Wilfried Marquardt am 21.07.2014

Zu 1, Glühweinkessel mit Enolmatic
Mit Ihrer Kalkulation für einen preisgünstigen Einstieg bei der Fruchtsaftabfüllung in Flaschen mit Glühweinkesseln liegen Sie genau richtig.

Je nach Fruchtart und Temperatur des Saftes beim Erhitzungsstart, können mit 3 „Kochstar-Automaten“ zwischen 60 bis 80 Liter Saft erhitzt werden. Der heiße Saft kann danach mit dem Enolmatic-Vacuumgerät direkt in Flaschen gefüllt werden.


Die Saugkraft des Enolmatic ist so stark, dass auch dickflüssige Säfte, wie z.B. Ketchup, abgefüllt werden können. Je nach Konsistenz des breiigen Mediums ist darauf zu achten, dass dieser während des Erhitzens in den Kochautomaten nicht anbrennt. Hiergegen hilft dann nur kontinuierliches rühren.

Beachten Sie aber bei abgenommenen Topfdeckel, dass sich infolge Verdunstungskälte die Erhitzungszeit um etwa 15 Prozent verlängert.
Worauf es allgemein und im Besonderen beim Einsatz des Kochstar mit dem Enolmatic ankommt, entnehmen Sie bitte dem F&A-Komplex und speziell der Seite F&A-Abfülltechnik.


Zu 2, Mostspirale mit Förderpumpe
Die Thematik mit der „Spirale im Wasserbad erhitzen“ finden Sie unter F&A-Abfülltechnik und F&A-Saftbereitung erschöpfend abgehandelt.

Schläuche funktionieren nicht, weil die Wärmeübertragung zu träge bzw. zu langsam abläuft und die Schlauchmaterialien auf Tauglichkeit zu prüfen wären.


Anbieter zur Mostspirale finden Sie im Internet unter dem Stichwort „Mostspirale“. Ebenso zur „Saftförderpumpe“.

Auch wenn Sie bereits über einen Wasserkessel verfügen, wird die Beschaffung der Mostspirale mit der Förderpumpe für pulpige Medien wesentlich höher ausfallen, als die vorherige Variante mit den 3 Kochstars und dem Enolmatic.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Projektumsetzung.




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Unterschiedliche Auslaufhähne bei Kochautomaten


Frage

Warum bieten Sie auf www.mostpresse.de für die Flaschenabfüllung und die Bag-in-Box Abfüllung zwei unterschiedliche Kochtöpfe mit unterschiedlichen Auslaufventilen an?


Könnte ich nicht auch den günstigeren Kochstar für die Bag in a Box Abfüllung nutzen?


Ich würde mich über eine kurze Antwort sehr freuen. 


Antwort von Wilfried Marquardt am 20.08.2016

Ergänzend zum Erläuterungstext zu den beiden Kochstarautomaten geht es um die Entleerungszeit und den Falldruck mit einhergehender Schaumbildung. Natürlich kann man auch mit dem Viertelzoll-Auslaufhahn (NW 8 mm) in Bag-in-Box abfüllen. Die Füllzeit dauert jedoch dreimal länger, als mit dem halbzölligen Auslaufhahn mit 10 mm NennWeite (NW).


Wer nur in Flaschen abfüllen will, ist mit dem günstigen Viertelzöller bestens bedient. Wegen der geringen NW fließt der Saft über den Schlauchadapter seicht in die Flasche mit nur geringer Schaumbildung. Beim Halbzöller ist der Falldruck schon stärker und neigt damit zu höherer Schaumbildung bei der Flaschenfüllung. Der stärkere Falldruck müsste dann mit Handregulierung gemindert werden, welches auf Dauer nervig ist.


Dann bieten wir unten auf der Seite noch den „Weck-Kochautomaten“ mit Einzoll-Auslaufhahn und NW 14,5 an. Dieser ist für Bag-in-Box und für leicht dickflüssige Medien als Marmeladenkocher geeignet.




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Auslaufhahn für Marmeladen


Frage

Gerne würde ich mich erkundigen, ob der Weck WAT 25 mit nachgerüstetem Kugelauslaufhahn in Edelstahl in den Auslaufhahnvarianten in halb Zoll- und ein Zollgewindeanschluss auch zur Abfüllung von Saucen und Konfitüren geeignet ist?

Mir ist klar, dass ich umrühren muss, aber läuft eine dickere Masse auch aus dem Auslaufhahn?


Antwort von Wilfried Marquardt am 26.09.2019

Für einen reibungslosen Betrieb der Ablaufgarnitur ist der freie Durchlauf an der engsten Stelle und die Konsistenz des Abfüllproduktes maßgebend. Der halbzöllige Kugelhahn hat einen freien Durchgang von 9 mm und ist damit für den Durchlass von Konfitüren nicht geeignet.


Der zöllige Kugelhahn lässt mit seiner Öffnung von 14,5 mm flüssige Konfitüren passieren, sofern die mitschwimmenden Stücke nicht größer als 10 mm sind. Alles was nicht flüssig fließt, bleibt im verengten Durchlass des Kugelhahnes hängen. 

Also auch dickere oder breiige Massen können nicht störungsfrei mit dem zölligen Kugelhan abgefüllt werden. Hierfür wäre ein freier Durchlauf ab 20 mm Durchmesser erforderlich.

Ich habe mir so ein Abfüllteil aus einem dreiviertel Zoll Kugelventil NW20 mit Rohrbogen und Geka-Kupplungen für unseren Marmeladenkocher, der ein Kippkessel mit Gasbefeuerung ist, angefertigt.

Nur die Materialkosten für die auswechselbare Abfüllgarnitur aus Edelstahl betrug vor 5 Jahren bereits 110,- Euro. Zu viel Geld, um diese Variante im Internet anzubieten, zumal noch Lohnkosten hinzu kämen.



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